Toller Flugkopfball: Manfred Bredenkötter (Mitte) hechtet in Spiel des SV Löhne-Obernbeck gegen den VfL Holsen am 14. Februar 1972 durch den Strafraum. Auch der spätere Kreisvorsitzende Günter Temme (2. v. r., Nummer 5) kann nur staunend zuschauen. - © Privat
Toller Flugkopfball: Manfred Bredenkötter (Mitte) hechtet in Spiel des SV Löhne-Obernbeck gegen den VfL Holsen am 14. Februar 1972 durch den Strafraum. Auch der spätere Kreisvorsitzende Günter Temme (2. v. r., Nummer 5) kann nur staunend zuschauen. | © Privat

Bünde Kopfbälle bleiben Manfred Bredenkötters Spezialgebiet

Thorsten Mailänder

Bünde. Vereinstreue ist für Manfred Bredenkötter eine Tugend. Schon seit 1971 ist er Mitglied beim SV Löhne-Obernbeck, obwohl er in Bünde-Südlengern wohnt und sich dem TuS Eintracht Südlengern sehr verbunden fühlt. "Es fehlte wohl nur eine Stimme", sagt Bredenkötter zur gescheiterten Fusion zwischen der damaligen SG Bünde 08 und dem TuS Eintracht Bünde-Südlengern im Frühjahr des Jahres 1971. "Viele von uns waren über diese Entscheidung enttäuscht und haben den Verein Eintracht Südlengern verlassen", erinnert sich Manfred Bredenkötter, der schon seit 1960 für den TuS als Stürmer kickte. Durch seine Frau Sigrun, die aus Löhne stammt, kam Manfred Bredenkötter zum SV Löhne-Obernbeck. Wegen einer Sperrfrist konnte Bredenkötter erst am 21.S eptember 1971, mit rund fünfwöchiger Verspätung, in die damals laufende Serie 1971/72 einsteigen. "Mit 2:8 Punkten nach der damaligen Zwei-Punkte-Regel waren wir Letzter in der Bezirksliga-Tabelle. Wir starten eine Aufholjagd und holten den Meistertitel 1972, der den Aufstieg in die Landesliga brachte", erzählt der heute 67-Jährige mit einer Begeisterung, als wäre es gestern gewesen. Manfred Bredenkötter schwärmt von einer tollen Kameradschaft innerhalb dieser Mannschaft. "Ja, da ist auch so manches Bierchen geflossen und wir waren keine Kinder von Traurigkeit, aber die Freundschaften halten bis heute. Acht Spieler aus dieser Zeit gehen mit ihren Frauen immer noch regelmäßig zum Kegeln", fügt Bredenkötter hinzu. Zwei Jahre konnte sich die erste Mannschaft vom SV Löhne-Obernbeck in der Landesliga halten, ehe es 1974 zurück in die Bezirksliga ging. "Hier haben wir wieder zwei Jahre gekickt, dann sind wir 1977 wieder in die Landesliga aufgestiegen um nach zwei Jahren erneut wieder in die Bezirksliga abzusteigen", berichtet Bredenkötter von einem kuriosen Auf und Ab seiner Mannschaft bis zum Jahr 1979. Mit dem Beginn der 1980er-Jahre waren die guten Zeiten des SVLO erst einmal vorbei. Die Mannschaft vom "Sport- und Brückenhaus" fand sich in den Niederungen der Kreisliga A wieder. Für den kopfballstarken Stürmer Manfred Bredenkötter neigte sich die Laufbahn im Seniorenbereich dem Ende entgegen. Er wechselte in die Altligaabteilung (AL) des SVLO, wo er von 1983 bis 2006 auf dem Sportplatz und in den Sporthallen aktiv war. Noch während dieser Zeit war der Wahl-Löhner von 1996 bis 2011 als Organisator für die Spielabschlüsse zuständig. 2002 übernahm Bredenkötter zusätzlich den Posten des Sprechers der AL und war quasi der "Präsident" der Altligaabteilung des SV Löhne-Obernbeck. Parallel begleitete Breden-kötter seine Söhne Björn und Marc durch ihre fußballerische Jugendzeit. Björn begann in der E-Jugend des Bünder SV und hielt dem BSV als Torwart bis weit in den Seniorenbereich die Treue. Marc begann mit dem Kicken, wie sein Vater, bei Eintracht Südlengern und war später als Senior bei Arminia Bielefeld, dem SC Herford und beim Bünder SV sehr erfolgreich. In der E- und D-Jugend war Manfred Bredenkötter Trainer von Marc, dessen Talent schnell bekannt wurde. Schon in der C-Jugend spielte der junge Bredenkötter für den Bünder SV. Vater Manfred avancierte zum Co-Trainer von Helmut Schewe beim BSV. Der Kopfball-Spezialist trainierte die Jugendlichen besonders am Kopfballpendel. "Viele Spieler dieses Jahrganges, wie etwa Manuell Taubert, profitierten noch Jahre später von diesen Einheiten", sagt Manfred Bredenkötter mit Stolz. Die gleiche Funktion hatte Bredenkötter Senior unter Trainer Rüdiger Schmidt von 1992 bis 1994 bei den B-Junioren des Bünder Sport-Vereins inne. Hiernach beendete Manfred Bredenkötter seine Trainertätigkeit und widmete sich wieder intensiver seiner Aufgabe in der Altliga des SV Löhne-Obernbeck. "Als 2006 die Knochen nicht mehr wollten, war mit dem aktiven Fußball endgültig Schluss", bemerkt Bredenkötter knapp. Als Präsident der "Alten Herren" des SVLO trat Bredenkötter 2011 ab und war einige Zeit ohne Amt. Als der Posten des Vorsitzenden des Gartenbauverein Südlengern 2014 vakant war, übernahm das Südlengeraner "Urgestein" hier die Verantwortung. "Ich war im Gartenbauverein nur einfaches Mitglied, aber man darf einen solchen Verein doch nicht kaputt gehen lassen", begründet Bredenkötter sein erneuertes Ehrenamt. Trotz des Gartenbauvereins, der Fußball lässt Manfred Bredenkötter nicht los. Er holt aus einem Karton ein nagelneues Kopfballpendel hervor. "Ich habe mir eine alte Straßenlaterne besorgt, die in meinen Garten platziert wird. Die Laterne ist der ideale Halter für das Kopfballpendel. Ich möchte meinem fünfjährigen Enkel das Kopfballspiel beibringen", sagt Bredenkötter.

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