Seit über 50 Jahren verheiratet: Gerhard Holtmeiers Ehefrau Ursula weiß, wie viel ihrem Gatten der Bünder SV bedeutet. Während der gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft gibt es aber auch ein wenig Dekoration in den Deutschland-Farben am Wohnzimmerschrank. - © Thorsten Mailänder
Seit über 50 Jahren verheiratet: Gerhard Holtmeiers Ehefrau Ursula weiß, wie viel ihrem Gatten der Bünder SV bedeutet. Während der gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft gibt es aber auch ein wenig Dekoration in den Deutschland-Farben am Wohnzimmerschrank. | © Thorsten Mailänder

Bünde Seit über 50 Jahren eine treue Seele beim Bünder SV

Generation Ascheplatz, Folge 11: Gerhard Holtmeier hilft dem Bünder SV gern an vielen Stellen

Thorsten Mailänder
Das zweite Zuhause: Gerhard Holtmeier verbringt seit vielen Jahren eine Menge Zeit im Bünder Erich-Martens-Stadion. - © Thorsten Mailänder
Das zweite Zuhause: Gerhard Holtmeier verbringt seit vielen Jahren eine Menge Zeit im Bünder Erich-Martens-Stadion. | © Thorsten Mailänder

Bünde. Sein Sohn Frank ist Hausmeister an der Erich-Kästner-Gesamtschule. Gerhard Holtmeier wohnt im Bünder Ortsteil Ennigloh gerade einmal 100 Meter von der Schule entfernt. Auch nicht viel weiter gelegen befindet sich das Erich-Martens-Stadion. Hier ist Gerhard Holtmeier so etwas wie ein ehrenamtlicher Hausmeister.

Der einstige Vorzeigesportplatz in Bünde ist in die Jahre gekommen. Die Zeiten, dass hier Bayern München oder Borussia Mönchengladbach zu Freundschaftsspielen kamen, sind längst vorbei. "In den nächsten Tagen werden wir mit Rollrasen den Strafraum ausbessern", sagt Gerd Holtmeier und wird nachdenklich. "Was haben wir hier alles erlebt? Ich bin immer Fan des Bünder SV gewesen, aber nie Vereinsmitglied", fügt Holtmeier hinzu.

Für den Vorgängerverein des BSV, den SV Ennigloh 09, hatte Gerhard Holtmeier noch bis zur A-Jugend gespielt. "Es folgte ein kurzes Gastspiel beim VfL Holsen. Nach einer Saison kehrte ich zum SV Ennigloh zurück. Leider habe ich nur drei oder vier Spiele gemacht, dann zog ich mir eine Knieverletzung zu und meine Fußball-Laufbahn war mit einem Alter von 20 Jahren zu Ende", erzählt Gerhard Holtmeier. In den 1970er Jahren schlüpfte der heutige Rentner in die Rolle des Trainers und war für die E- und D-Jugend des Bünder SV verantwortlich. " Wir hatten später erfolgreiche Spieler wie Jens Schröder, Michael Schuster oder Gerald Schröder in unseren Reihen. Im Tor spielte Christian Tiemann, der heutige Chef von BMW-Becker- Tiemann", berichtet Gerhard Holtmeier.

Er zollt dem kürzlich zurückgetretenen Vorsitzenden des Bünder SV, Jürgen Höffner, großen Respekt. "Jürgen hat in den Verein viel Zeit und auch Geld investiert. Ich habe immer versucht, ihn zu unterstützen", so Holtmeier, der in den letzten Jahrzehnten viele Trainer, Spieler, Betreuer und Vorstände kennen gelernt hat. Er nennt Ewald Freese, Seppel Flaschkowatz, Kurt Zentner, Günter Skibba, Karl-Heinz Hofbauer und Heiner Grobe prägend für den SV Ennigloh.

»Ich besuche nahezu alle Spiele«

Für den Bünder SV fallen ihm die Namen von Willi Mumme, Gerhard "Tommy" Weidenhammer, Michael Krüger und natürlich Bernd Schulenkorf ein. Zeiten, als der BSV in der Oberliga spielte und zeitweise ans Tor der zweiten Bundesliga Nord klopfte. "Als Trainer prägten Lothar Mohrarend, Friedhelm Holtgrave und Georg Stürz den BSV ganz besonders", sagt der gebürtige Ennigloher.

Seine Meinung hat Holtmeier aber auch nie zurück gehalten. "Mit den früheren Verantwortlichen Horst Menke oder Reinhard Nobbe habe ich so machen Strauß ausgefochten. Da ging es zur Sache und des wurde Klartext gesprochen", erinnert sich der 72-Jährige und schlägt sich dabei lachend mit einer Faust in seine Hand.

Bei den Spielen in den 1970er Jahren säumten regelmäßig über 1.000 Zuschauer das Else- oder Erich-Martens-Stadion. Heute kommen gerade noch ein paar Getreue zu den Begegnungen am Ennigloher Dustholz. Unter diesen Zuschauern findet man Gerhard Holtmeier immer noch. Er denkt zwar gern an sportlich bessere Zeiten zurück, doch Holtmeier lebt in der Gegenwart und kennt fast jeden Betreuer beim Bünder SV. "Ich besuche nahezu alle Spiele, egal ob es die Mini-Kicker, die erste Mannschaft oder 'meine Frauen' sind. Für die 'Lütten' spende ich auch schon mal einen Zehner für ein Eis", sagt der überzeugte BSV-Anhänger.

Seine Frau Ursula hat sich daran gewöhnt, dass ihr Gerd am Wochenende auf dem Sportplatz zu finden ist. "Das ist halt so. Ich weiß, dass ihm der Fußball große Freunde macht", zeigt sich die Ehefrau verständnisvoll. Das Ehepaar Holtmeier feierte im letzten Jahr das Fest der "Goldenen Hochzeit".

Langeweile kennen die Holtmeiers grundsätzlich nicht. Der große Garten will gepflegt werden. Wenn Gerd Holtmeier die Zeit hat, fährt er mit dem Fahrrad durch "sein Ennigloh" - immer freundlich grüßend, vielleicht auf dem Weg zum Erich-Martens-Stadion oder in Richtung des Dustholz-Parks.

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group