Seit 1949 dabei: Reinhold Skowronnek ist dem TuS FA Dünne stets treu geblieben und heute das zweitälteste Mitglied des vor 115 Jahren gegründeten Vereins. - © Thorsten Mailänder
Seit 1949 dabei: Reinhold Skowronnek ist dem TuS FA Dünne stets treu geblieben und heute das zweitälteste Mitglied des vor 115 Jahren gegründeten Vereins. | © Thorsten Mailänder

Bünde Der Mann mit der Mütze

Generation Ascheplatz, Teil 4: Reinhold Skowronnek hält dem TuS FA Dünne seit 1949 die Treue. Er feiert heute seinen 83. Geburtstag

Seit 66 Jahren nur mit einem "n": Reinhold Skowronnek hat es nach eigener Aussage selbst bis vor kurzem nicht bemerkt, dass sein Name auf seinem alten Spielerpass falsch geschrieben ist. - © Privat
Seit 66 Jahren nur mit einem "n": Reinhold Skowronnek hat es nach eigener Aussage selbst bis vor kurzem nicht bemerkt, dass sein Name auf seinem alten Spielerpass falsch geschrieben ist. | © Privat

Bünde. Sein Markenzeichen ist die Mütze, wie sie einst Bundestrainer Helmut Schön trug. Reinhard Skowronnek lernte kurz nach dem zweiten Weltkrieg auf irgendeiner Wiese in Dünnerholz das Fußballspielen. "Wir haben gebolzt, bis kein Gras mehr da war", sagt Skowronnek. Seit März 1949 hat er eine Spielberechtigung für den TuS "Frisch-Auf" Dünne und hat als Aktiver auch nie für einen anderen Verein gespielt.

Erst in den letzten Tagen ist aufgefallen, dass sein Name auf dem alten Spielerpass falsch geschrieben ist, der Nachname steht darauf nur mit einem "n". "Mit 18 Jahren hatte ich eine Verletzung, die nie richtig verheilt ist. Es reichte für mich meist nur für die Reserve", stellt Reinhold Skowronnek klar, dass eine fußballerischen Qualitäten eher begrenzt waren.

1958 zog er nach Ostkilver, wo seine Eltern gebaut hatten. Trotzdem blieb Reinhold Skowronnek dem TuS FA Dünne treu, obwohl der heutige Rentner nie ein Auto hatte. Mit seinen zwei Heinkel-Rollern überwand er bei Wind und Wetter die rund zwölf Kilometer von seinem Haus in der Bauernsiedlung der Gemeinde Rödinghausen bis zum Dünner Sportplatz an der Carl-Diem-Straße. Vor einigen Monaten hat er seine Fahrzeuge verkauft, da sich Reinhold Skowronnek beim Halten des Rollers nicht mehr sicher fühlte. Der Betreuer der ersten Mannschaft, Michael Skibba, oder der Spieler Jens Wehmeier, der in Holsen wohnt, holen das Dünner Urgestein zu den Heimspielen oft ab.

Monatlich 30 Pfennig: Die Mitgliedskarte des Jahres 1950 belegt den Dünner Vereinsbeitrag. - © Thorsten Mailänder
Monatlich 30 Pfennig: Die Mitgliedskarte des Jahres 1950 belegt den Dünner Vereinsbeitrag. | © Thorsten Mailänder

Die sportlichen Erfolge des TuS FA Dünne blieben in der mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte recht bescheiden. Meist spielte der Verein in der Kreisliga B (früher zweite Kreisklasse), einige Jahre in Kreisliga A. Vor gut zwei Jahren musste der Verein aus dem Bünder Norden den Gang in Kreisliga C antreten. Inzwischen darf in Dünne wieder vom Aufstieg geträumt werden. Aktuell belegen die Spieler von Trainer Uwe Höner den zweiten Platz.

Ich habe gern im Hintergrund gearbeitet

Gern blickt der ehemalige Linksaußen Reinhold Skowronnek in "die gute alte Zeit" zurück. "Zur Einweihung des Dustholz-Stadions in Ennigloh fand ein Turnier statt. Wir haben den ersten Platz gemacht und alle, ob sie SG Bünde 08, SV Ennigloh 09 oder VfL Holsen hießen, hinter uns gelassen", erinnert sich das heutige Geburtstagskind. Das Dustholz-Stadion heißt seit 1974 Erich-Martens-Stadion und wurde 1957 eingeweiht.

Reinhold Skowronnek stand beim TuS FA Dünne nie in der ersten Reihe des Vorstandes. "Ich habe gern im Hintergrund gearbeitet", sagt das inzwischen zweitälteste Mitglied des Vereins. Regelmäßig erkundigt sich Skowronnek nach den Ergebnissen der Jugendabteilung, die ihm immer besonders am Herzen liegt. In den 1970-er Jahren hat er dort als Jugendtrainer fungiert. Beruflich hat der 83-Jährige über 30 Jahre in der Holzindustrie gearbeitet.

Noch immer ist Reinhold Skowronnek gern gesehenen Gast auf den Sportplätzen der Region. "Ich gehe auch mal zum TuS Bruchmühlen, dem VfL Holsen oder früher zum BSV, als der noch erfolgreich war", gibt "der Mann mit Mütze" zu. Doch wenn sein TuS FA Dünne ruft, kennt er nur noch "Grün-Weiß". Prägnante Worte findet Vorstandmitglied Stephan Depke über Reinhold Skowronnek. "Er ist die gute Seele des Vereins!" Dieser Satz dürfte so von jedem Vereinsmitglied des TuS "Frisch-Auf" unterschrieben werden.

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