Bünde "Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt"

Interview: Nach seinem Wechsel vom Handball-Landesligisten SG Bünde-Dünne zum VfL Mennighüffen spricht Lukas Mailänder über seine erste Saison in der Oberliga

Bünde. Schon im Alter von drei Jahren stand Lukas Mailänder im Trikot der SG Bünde-Dünne in den Handballhallen der Elsestadt. Heute spielt er für den benachbarten Oberligisten VfL Mennighüffen. NW-Mitarbeiter Torben Stallmann sprach mit seinem alten Vereinskameraden über dessen erste Saison beim VfL. Es war die erste Oberligasaison, sowohl für dich persönlich als auch seit längerer Zeit für den Verein. Ihr habt auf dem Tabellenplatz sieben abgeschlossen. Bist du zufrieden damit? LUKAS MAILÄNDER: Wir galten als Abstiegskandidat Nummer eins und hatten viele neue Leute, mich inklusive, zu integrieren. Wichtig war es, dass wir schnell eine Einheit werden mussten. Das ist uns auch durch die großartige Arbeit unseres Trainer- und Betreuerteams gelungen. Als Einheit haben wir uns dann einen großartigen siebten Platz erkämpft – wobei man sagen muss, es hätte auch noch besser sein können. Dies ist allerdings nur nebensächlich, da der Erfolg und die Freude eindeutig überwiegt. Was waren deine persönlichen Saisonhöhepunkte? MAILÄNDER: Da fallen mir direkt ein paar Dinge ein. Zunächst einmal mein erstes Oberligaspiel überhaupt in eigener Halle. Glücklicherweise konnte ich das auch richtig genießen, da es ein deutlicher Sieg gegen Ferndorf II war. Außerdem natürlich die Siege gegen die TSG Altenhagen- Heepen, die als klarer Aufstiegskandidat galten. Das Hinspiel ist mir deutlich mehr in Erinnerung geblieben, da es ein hervorragendes Spiel von uns war und ich nachher von unserem Trainer Zygfryd Jedrzej noch ein Sonderlob bekommen habe (lacht). Beim VfL hast du ansatzweise jede Position im Rückraum bekleidet. Bei der SG Bünde-Dünne sahen die Zuschauer dich die meiste Zeit auf der Mitte? Hat sich darüber hinaus noch etwas an deinem Spiel geändert? MAILÄNDER: Grundsätzlich bin ich sehr froh, so viel Spielzeit bekommen zu haben. Zu der Positionsfrage kann ich nur sagen, dass ich da spiele, wo mich der Trainer hinstellt. Dort versuche ich, mein Bestes für das Team zu geben. Natürlich fühle ich noch auf der Mitte oder der halblinken Angriffsseite wohler als auf der rechten Seite. Positionstechnisch musste ich mich nicht groß anpassen, sondern vielmehr an das Spielniveau und die Spielweise der Oberliga. Erst der Start bei den Senioren in der Landesliga unter Trainerin Andrea Nobbe und jetzt in der Oberliga unter Trainer Zygfryd Jedrzej. Wie unterscheidet sich das Training? MAILÄNDER: Zunächst trainieren wir in Mennighüffen dreimal in der Woche, also einmal mehr als bei der SG Bünde-Dünne. Daher ist das Training schon mal anders angelegt, Siggi legt sehr viel Wert auf Spielverständnis und den Blick für die Situation. Grundsätzlich aber haben beide ähnliche Ansätze, was vielleicht auch in ihrer handballerische Herkunft begründet liegt (Anmerkung der Redaktion: Beide Coaches haben ihre eigene Handballkarriere in den osteuropäischen Ländern Ungarn bzw. Polen gestartet). Jetzt ein Blick zur nächsten Saison. Wann geht es mit der Vorbereitung los? Und hast du Aspekte, die du selbst verbessern möchtest? MAILÄNDER: Die Vorbereitung startet Mitte Juli. Es gibt immer Dinge, die zu verbessern sind. Allerdings möchte ich schon länger körperlich zulegen und ich hoffe, diesen Schritt weiter voranzutreiben. Außerdem kann ich an meiner Spielführung als Mittelmann noch arbeiten. Till Orgel (TV Bissendorf-Holte), Kevin Körtner (LIT Tribe Germania) und Marcel Schumann (TuRa Bergkamen) sind die drei Neuzugänge eurer Mannschaft. Wie schätzt du in diesem Zusammenhang die neue Saison ein? MAILÄNDER: Wir haben drei Abgänge und drei Neuzugänge, von daher ändert sich zahlenmäßig am Kader erstmal nichts. Allerdings denke ich, dass wir uns sehr gut verstärkt haben. Gerade der Abgang von Keeper Calvin Born der eine großartige Saison gespielt hat, ist sehr schade. Aber mit Kevin Körtner haben wir auch einen klasse Torwart dazugewonnen. Mit Till Orgel und Marcel Schumann haben wir uns qualitativ verstärkt. Daher gehe ich sehr positiv in die Vorbereitung und die kommende Saison. Eine Frage zu deiner persönlichen Zukunft. Geht es für dich noch weiter hoch, vielleicht in die 3. Bundesliga? MAILÄNDER: Ich denke, jeder Sportler möchte das Beste aus seinen Möglichkeiten machen. Aber es muss auch alles zusammenpassen: Beruf, Familie und das Umfeld. Ich bin momentan sehr glücklich in Mennighüffen und es macht mir sehr viel Spaß, in diesem Verein zu spielen. Die letzte Frage für alle Fußballbegeisterten: Wer wird da jetzt Weltmeister? MAILÄNDER: Mein Tipp ist England oder Brasilien. Aber ich wünsche mir natürlich die Titelverteidigung durch Deutschland.

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