Oben dabei: Markus Hochhaus (Mitte) und seine Mannen freuen sich über den Heimsieg gegen den TuS Nettelstedt. - © Ulrich Finkemeyer
Oben dabei: Markus Hochhaus (Mitte) und seine Mannen freuen sich über den Heimsieg gegen den TuS Nettelstedt. | © Ulrich Finkemeyer

Bünde/Rödinghausen Für die Handball-Verbandsligisten läuft es gut

Die HSG Spradow besiegt erstmals den TuS Nettelstedt II und der CVJM Rödinghausen fertigt den TV Verl ab

Ulrich Finkemeyer
Björn Kenter

Bünde/Rödinghausen. Der dritte Rückrundenspieltag brachte für die Handball-Verbandsligisten ausschließlich Erfreuliches. Die HSG Spradow revanchierte sich mit einem 27:24-Erfolg über TuS Nettelstedt II für die hohe Hinspielniederlage. Der CVJM Rödinghausen fertigte den TV Verl mit 32:15 ebenso klar ab wie schon im September in Verl. Landesligist SG Bünde-Dünne wiederholte seinen Hinspielerfolg gegen den TuS Gehlenbeck nicht. Beim 26:32 spielte die Nobbe-Sieben phasenweise desolaten Handball. HSG Spradow: Statt gegen den Abstieg zu spielen, wie in allen Verbandsliga-Jahren zuvor, bleibt die HSG Spradow nach dem sicheren 27:23-Erfolg über TuS Nettelstedt II mit nunmehr 17:15 Punkten oben dran. Nur zwei Zähler trennen das Team von Trainer Markus Hochhaus nach diesem achten Saisonsieg vom aufstiegsberechtigenden zweiten Tabellenplatz der Liga, den der SuS Oberaden (19:11) hinter der nicht aufstiegsberechtigten LIT Tribe Germania II (24:8) einnimmt. Wie flach die Verbandsligaspitze ist, lässt sich daran ablesen, dass selbst der Tabellenneunte, Verlierer TuS Nettelstedt II, wie Spradow ebenfalls 17 Pluspunkte auf dem Konto hat. Nach unten hat Spradow jetzt acht Punkte Luft. Ferner ist bemerkenswert, dass die HSG nach 16 Spieltagen so viele Pluspunkte erspielt hat wie in der gesamten Vorsaison. "So schlecht sind wir nicht." Diese Worte benutzte Trainer Markus Hochhaus nach der gelungenen Revanche gegen Nettelstedt II zwar in einem anderen Zusammenhang, doch beschreiben sie die Situation des Verbandsligisten recht gut. Spradow ist beileibe kein Aufstiegskandidat, hat aber erstmals wohl nichts mit dem Abstieg zu tun, weil die drei bis fünf Sicherheitspunkte in den noch ausstehenden zehn Spielen erwirtschaftbar scheinen. Vielleicht gelingt es der HSG bereits am Samstag beim abstiegsbedrohten TV Verl, zwei weitere Zähler gegen den Abstieg zu holen. Bereits das Hinspiel war mit 29:23 eine sichere Sache für das Hochhaus-Team. Und Verl scheint trotz Trainerwechsels und drei Neuzugängen angeschlagener denn je zu sein, wie es das 15:32 beim CVJM Rödinghausen wohl ausdrückt. CVJM Rödinghausen: "Das war kein schöner Abend", gratulierte Verls neuer Trainer Hubertus Neuhaus seinem Rödinghauser Kollegen Pascal Vette nach der klaren Niederlage seiner Mannschaft. Während der Verler Coach von einem "katastrophalen Spiel" sprach, durfte sich Vette bereits beim 17:8-Pausenstand entspannt zurücklehnen. Umso mehr freute es den CVJM-Trainer, dass sich bei seinem Team dieses Mal keine Konzentrationsschwächen einschlichen. "Wir haben nicht versucht, sofort nach der Pause das Spiel mit zum Teil überhasteten Abschlüssen zu entscheiden", sah Vette seine Vorgabe aus der Kabine sehr gut umgesetzt. Die Verler hatten sich im Vorfeld der Partie nach den beiden Mazedoniern Kristijan Kostovski und Hristijan Talevski kurzfristig noch mit dem Ukrainer Dmytro Bruy verstärkt, der aber kaum auffiel. Sorgen bereitet Vette dagegen die angespannte Personalsituation. Am Sonntag fehlten Kim Bönsch und Johannes Maschmann, zudem knickte Manuel Taubenheim in der Partie um, während Alexander Deuker, Lukas Reese und Corbinian Krenz angeschlagen spielten. "Langsam wird es eng", so der CVJM-Trainer vor dem Gastspiel bei der wieder erstarkten TSG Harsewinkel. SG Bünde-Dünne: "Wir müssen uns noch weiter einspielen. Es wird ein ganz, ganz hartes Jahr für uns", ließ SGBD-Trainerin Andrea Nobbe nach dem mühsamen 31:29-Hinspielsieg gegen einen TuS Gehlenbeck verlauten, der am Ende wohl nicht zu den Top-Five gehören wird, hieß es seinerzeit. Jetzt beim Rückspiel in Gehlenbeck erwies sich die SG Bünde-Dünne als allzu entgegenkommender Gast, der dem TuS den ersten Heimsieg quasi auf dem Silbertablett servierte. Überhaupt nicht eingespielt wirkte die SGBD bei der 26:32-Niederlage, zumindest was die Leistung in der zweiten Halbzeit betraf. Denn die ging nach 14:15 in der 30. Minute mit 12:17 so richtig den Bach hinunter. Andrea Nobbe war heilfroh, als das in beiden Mannschaftsteilen fehlerhafte Spiel ihrer Sieben ein zeitliches Ende hatte. Das war für die ziemlich sprachlose Trainerin das "einzig Gute" an diesem Tag. Die Sieger ließen nach diesem ersten Heimsieg die Emotionen so intensiv heraus, dass es fast schien, als ob die sich in den Armen liegenden Gehlenbecker nicht nur ein Spiel, sondern die Meisterschaft gewonnen hätten. Verständlich, denn nach zuvor acht Niederlagen in Folge wirkte das 32:26 gegen Bünde-Dünne wie ein Ventilöffner. "Da hatte sich ganz schön was aufgestaut", grinste Jannik Hölscher. Auch der Gehlenbecker Kapitän war nach dem Sieg spürbar erleichtert. "Wir haben endlich einmal die Nerven behalten und das Spiel nach Hause gebracht", fasste er treffend zusammen.

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