Traf gegen Altenbeken dreimal: Spradows Dennis Borcherding (grünes Trikot), der in dieser Szene den überragenden Gästetorhüter Christian Harst überwinden kann. - © Björn Kenter
Traf gegen Altenbeken dreimal: Spradows Dennis Borcherding (grünes Trikot), der in dieser Szene den überragenden Gästetorhüter Christian Harst überwinden kann. | © Björn Kenter

Bünde/Rödinghausen Handball: Nur die Trainer von Spradow und Bünde-Dünne sind zufrieden

Der CVJM Rödinghausen verliert zum ersten Mal auswärts, die HSG Spradow bleibt dagegen daheim weiter ungeschlagen. Die SG Bünde-Dünne kommt mit einer durchschnittlichen Leistung zum Sieg gegen EuRo

Maurice Arndt
Björn Kenter

Bünde/Rödinghausen. Während bei Handball-Verbandsligist HSG Spradow nach dem 27:27 gegen Altenbeken/Buke die Zufriedenheit überwog, musste Klassenrivale CVJM Rödinghausen in Nordhemmern beim 29:30 bereits die dritte Saisonniederlage hinnehmen. Landesligist SG Bünde-Dünne zeigte sich beim 37:35 gegen die HSG EURo zwar torhungrig, hätte aber auch die 40-Tore-Marke knacken können. HSG Spradow: Sogar ein Sieg war drin Dass die HSG nach fünf Spieltagen in der Handball-Verbandsliga in der Tabelle vor dem CVJM Rödinghausen stehen würde, hätte im Spradower Lager wohl niemand erwartet. Diese Konstellation war am Sonntag aber überhaupt kein Thema. Vielmehr hob Trainer Markus Hochhaus die positiven Aspekte im Spiel seiner Sieben hervor, die mit etwas mehr Konzentration im Angriff auch durchaus als Sieger hätte vom Feld gehen können. "Wir hatten verletzungsbedingt kaum einmal die Möglichkeit, mit allen Spielern über mehrere Wochen zu trainieren. Dennoch hatten wir heute gegenüber Altenbeken die bessere Spielanlage, auch in der Abwehr haben die Jungs das gut gelöst. Nils Hohnsträter hat heute das erste Mal seit acht Monaten wieder gespielt, Finn Fischer konnte 14 Tage nicht trainieren, auch Pete Nolte hat gegen Ende gepumpt, aber durchgehalten", freute sich der Coach, blickte aber auch schon wieder auf den kommenden Spieltag, wenn die Spradower beim noch punktlosen Schlusslicht HSG Porta antreten müssen. CVJM Rödinghausen: Die Abwehr wackelt "Eine Serie wird reißen", hatte Pascal Vette, Trainer des CVJM Rödinghausen, vor dem Spiel bei LIT Tribe Germania II in Nordhemmern prophezeit. Sehr zum Unmut Vettes gelang es jedoch nur den Gastgebern, weiter ohne Punktverlust zu bleiben, während die Rödinghauser ihr erstes Spiel in fremder Halle verloren. Ein wenig ärgerte sich der CVJM-Trainer auch über die Entscheidung der Schiedsrichter nach dem Treffer zum 30:29 für die Hausherren 19 Sekunden vor Schluss, das Spiel zu unterbrechen, um den Wischer aufs Feld zu lassen. Die Uhr lief allerdings weiter und blieb bei 59:56 Minuten stehen. Nach Protesten bekamen die Gäste handgestoppte 15 Sekunden obendrauf, doch zu einem Treffer reichte es trotz eines zusätzlichen Feldspielers gegen die nun formierte LIT-Abwehr nicht mehr. "Das Gespann hatte keinen guten Tag, das hat aber beide Seiten getroffen", suchte Vette hier nicht den Grund für die knappe Niederlage. Vielmehr wurmte den Coach die mangelhafte Abwehrleistung bei einer Mannschaft, deren Stärken und Schwächen hinlänglich bekannt waren. Am kommenden Wochenende hat der CVJM Gelegenheit, eine weitere Serie zu beenden. Dann soll gegen die Spvg. Steinhagen im dritten Anlauf der erste Heimsieg eingefahren werden. SG Bünde-Dünne: Tag der offenen Tore Die SG zeigte am Wochenende eine durchwachsene Leistung. Für einen 37:35-Sieg gegen EURo reichte es aber dennoch. Besonders auffällig: die Vielzahl der Tore auf beiden Seiten. Vor allem Fehler ihrer eigenen Spieler führte SG-Trainerin Andrea Nobbe als Grund für die vielen Gegentreffer an. Dabei war die Leistung nach dem Spiel erst einmal zweitrangig: "Wir haben zwei Punkte mehr auf dem Konto - darüber freuen wir uns natürlich", war ihr nicht nach schlechter Laune zumute. Dennoch war auch Nobbe bewusst, dass nicht alles rund lief. Die Defensivleistung war einer der Kritikpunkte. "Immerhin haben wir vorne genug Tore erzielt", erklärte die erleichterte Trainerin nach dem Spiel. Denn: Bei 35 Gegentoren kann ein Heimspiel auch mal schnell verloren gehen. Das sieht auch Nobbe so: "Wir haben in der Deckungsarbeit ein, zwei Sachen nicht so gut gemacht." Besonders bei Gegentoren aus dem Rückraum habe ihr Team sich nicht gut verkauft. "Da hätten wir mehr Bälle verhindern müssen", so die deutliche Ansage der Trainerin. Bälle verhindern konnten auch die Torhüter Michel Michalik und Maurice Groß nur selten. Sie erwischten keinen guten Tag und wurden mehrmals ausgetauscht. Auf Seiten der HSG EURo sah es jedoch nicht besser aus. Gerade deshalb ärgerte sich Nobbe, dass man nicht noch mehr Treffer erzielte. Einer der auffälligsten SG-Spieler war Stefan Listing. Er stand symbolisch für das SG-Team. Denn: Er war zwar stets bemüht und hatte viele Torraumszenen, "aber er hatte vor allem in der ersten Halbzeit auch viele technische Fehler", so die Trainerin. Letztlich machte dies aber nichts - mit elf Toren war Listings Ausbeute ebenso positiv wie die seines Teams.

realisiert durch evolver group