Eine eingespieltes Motorsportteam: Marcel Sebastian (l.), Ulf Sebastian und Pascal Sebastian. - © Thorsten Mailänder
Eine eingespieltes Motorsportteam: Marcel Sebastian (l.), Ulf Sebastian und Pascal Sebastian. | © Thorsten Mailänder

Bünde. Bünder Speedway-Fahrer ist Deutscher Meister

Motorsport: Marcel Sebastian fährt seit seinem fünften Lebensjahr Motorrad. Schon sein Vater Ulf war beim Bahnsport überaus erfolgreich

Thorsten Mailänder

Bünde. Der Geflügelhof von Ulf Sebastian verkauft auf Wochenmärkten Käse, Geflügelprodukte und Eier. Nichts für Weicheier ist dagegen der Sport seines Sohnes Marcel, der sich schon dreimal das Schlüsselbein gebrochen hat. Der hatte sich zudem die Schulter ausgekugelt und den Kupplungshebel ins Knie gerammt. All diese Verletzungen aber stoppten ihn nicht. Beim Grasbahnrennen im niedersächsischen Schwarme holte sich der Bünder jetzt den Deutschen Meistertitel der B-Lizenz-Fahrer vor Jens Buchberger aus Osten (Niedersachsen) und Sascha Stumpe aus Wagenfeld (Niedersachsen). "Die B-Lizenz-Fahrer gehen noch einem Beruf nach. Ich bin im Tiefbau tätig. Die A-Lizenz-Fahrer sind Profis. Sie leben von ihrem Sport und machen nichts anderes", erklärt Marcel Sebastian die unterschiedlichen Voraussetzungen der Fahrer beim Speedway. Dass Marcel Sebastian auch bei den Profis mithalten kann, hatte er einige Wochen zuvor beim Rennen zur Deutschen Meisterschaft für A-Lizenz-Fahrer in Bad Hersfeld bewiesen. "Ich habe das Feld aufgefüllt und bin direkt auf den vierten Platz gefahren", berichtet der Bünder Speedway-Fahrer. Zum Starterfeld bei den Speedway-Rennen gehören 16 Sportler. Sebastian feiert heute seinen 27. Geburtstag und fährt schon seit seinem fünften Lebensjahr Motorrad. Die Begeisterung für diesen Motorsport hat er von seinem Vater Ulf (53) übernommen. "Er war erfolgreich in Neuenknick und auf der ehemaligen Grasbahnstrecke in Spenge", weiß Marcel Sebastian. Rennsaison ist von März bis Oktober. Schon morgen steht die nächste Bewährungsprobe bei einem Weltmeisterschafts-Rennen in Vechta an. Die Rennmaschinen haben einen Hubraum von 500 Kubikzentimeter, einen Zylinder, vier Ventile, 74 PS und zwei Gänge. "Es gibt keine Bremse. Alle Fahrer haben die gleichen Voraussetzungen", sagt Marcel Sebastian, der für den DMSC Bielefeld an die Starts geht. Sein Rennteam besteht aus seinem Vater Ulf Sebastian, Pascal Hillmann, seiner Freundin Nadine Schöning und dem Motor-Turner Friedhelm Großewächter. Zusätzlich hilft ihm sein Bruder Pascal, wenn es dessen Zeit erlaubt. Besonders die Leistung und Erfahrung von Friedhelm Großewächer aus Spenge als Motor-Turner lobt der junge Bünder. "Bei den Rennen sind für mich eine gute Reaktion und körperliche Kondition wichtig. Hinzu kommen die Setup als technische Abstimmung", sagt das heutige Geburtstagskind und hofft auf ein erfolgreiches Motorradrennen am Samstag in der Pferdestadt Vechta.

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