Nach 14:9 zur Pause noch verloren: Spradows Trainer Markus Hochhaus sieht zwei komplett unterschiedliche Hälften. - © Ulrich Finkemeyer
Nach 14:9 zur Pause noch verloren: Spradows Trainer Markus Hochhaus sieht zwei komplett unterschiedliche Hälften. | © Ulrich Finkemeyer

Bünde/Rödinghausen Handball: Die HSG Spradow zeigt ihre beiden Gesichter

Trotz einer ganz starken ersten Halbzeit geht der Verbandsligist nach der Pause unter. Ligarivale 
CVJM Rödinghausen verpasst daheim knapp einen Punktgewinn. Nur die SG Bünde-Dünne ist lecker zufrieden

Maurice Arndt
Ulrich Finkemeyer

Bünde/Rödinghausen. Der Saisonauftakt brachte den höherklassig spielenden Handballern aus der Region nur in einem Fall das gewünschte Ergebnis. Während die Verbandsligisten CVJM Rödinghausen und HSG Spradow in Niederlagen einwilligen mussten, erfreute sich Landesligist SG Bünde-Dünne an einem souveränen 33:27-Erfolg bei Handball Bad Salzuflen. HSG Spradow: Nach der Pause klappt nichts mehr Vor Jahresfrist hatte die HSG Spradow im zweiten Saisonspiel in Hüllhorst anzutreten – und ging mit 19:32 unter. Heuer trafen die alten Kontrahenten bereits zum Saisonauftakt im Altkreis Lübbecke aufeinander. Wieder war die Ausgangslage ähnlich, denn beide Teams haben als Saisonziel den Klassenerhalt ausgegeben. Und wieder siegte Gastgeber HSG Hüllhorst – diesmal mit 25:21. Doch dieses Mal war dennoch einiges anders. Spradow legte eine ganz starke erste Halbzeit hin, nach einer 7:2-Führung ging es mit fünf Toren Vorsprung (14:9) in die Pause. Spradow war im Stimmungshoch, Hüllhorst leicht geschockt. „In der Pause haben wir darüber gesprochen, ob wir uns so emotionslos präsentieren dürfen. Glücklicherweise hat nach dem Wechsel vieles sehr gut geklappt", freute sich der Hüll-horster Trainer Lars Halstenberg über den 25:21-Sieg. Was sich in den zweiten 30 Minuten abspielte, war wieder einmal einer dieser ganz besonderen „Hüllhorster Abende", hieß es von Gastgeberseite. Torhüter Jan-Philipp Schnute vernagelte förmlich sein Gehäuse hinter einer aggressiv zufassenden Abwehr. Die gute Deckung erzwang Spradower Fehler und damit Gegenstöße. Den Gästen gelang nach Wiederanpfiff nicht mehr viel. „Beste Chancen sind reihenweise ausgelassen worden. Wir haben Hüllhorst mit einfachen Fehlern stark gemacht", bedauerte Trainer Markus Hochhaus den einzigartigen Negativlauf. Erst nach 14 torlosen Minuten und neun Gegentreffern traf Dennis Borcherding zum 15:18. Eine wirkliche Wende brachte der Treffer nicht mehr. Die empfindliche Niederlage zog Trainer Hochhaus wenn überhaupt aber nur kurzzeitig emotional herunter. „Wir haben eine Halbzeit lang gezeigt, was wir spielen können." Deshalb sei ihm vor der Heimspiel am Samstag gegen TuRa Bergkamen nicht bange. CVJM Rödinghausen: Probleme mit wuchtigem Spiel So richtig wollte es noch nicht laufen beim CVJM. Für das ambitionierte Team von Trainer Pascal Vette setzte es am ersten Spieltag mit der 30:31 (17:16)-Niederlage gegen Liganeuling SuS Oberaden gleich einen Dämpfer. Ein klassisches Argument für die eher bescheidene Leistung wäre das Fehlen der verletzten Alexander Deuker und Patrick Meier gewesen. Doch diese Ausrede wollte der Trainer nicht gelten lassen. Denn: Auch ohne die beiden körperlich starken Spieler hätte seiner Mannschaft dem sehr köperbetont spielendem Gegner mehr entgegensetzen müssen. Oberaden habe ein intensives Spiel gezeigt und dies auch aufgrund von ausreichend Wechselmöglichkeiten über die volle Spieldauer durchziehen können. So hatte die CVJM-Defensive immer wieder Probleme mit dem wuchtigen Gästespiel. „Die kamen mit voller Kapelle – da konnten wir heute nicht gegenhalten", sagte Coach Vette. Ärgerlich war zudem auch, dass gleich beide Torhüter nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Jan-Hendrik Koch wurde Mitte der ersten Hälfte gegen Tristan Kreft ausgetauscht, der „uns mit einigen Paraden auch zunächst im Spiel hielt", wie Vette feststellte. Doch Mitte der zweiten Halbzeit wurde wieder zurückgetauscht: „Da hat Koch uns mit gehaltenen Siebenmetern im Spiel gehalten." Auch in der CVJM-Offensive gab es Probleme. Vor allem das Fehlen von Corbinian Krenz wurde schnell deutlich, wenn dieser draußen saß. Der junge Rückraumspieler hatte nach einer Verletzung noch nicht genug Kraft für 60 Minuten. Erfreulich war dafür der Auftritt von Mario Mylius. Der spielt eigentlich beim CVJM II und wurde für das Oberaden-Spiel hochgezogen. Er kam gegen Ende ins Spiel und sorgte noch einmal für frischen Wind und drei Tore. SG Bünde-Dünne: Routiniert in Lippe zum Sieg Beim Landesligisten SG Bünde-Dünne herrscht nach dem souveränen 33:27 (18:16)-Auswärtssieg bei Handball Bad Salzuflen allerbeste Stimmung. Beim hochmotivierten Aufsteiger ließen die routinierten Bünde-Dünner nichts anbrennen und fuhren mit einer geschlossenen Teamleistung den Zweier ein. Selbst als das Spiel nach 57 Minuten beim 30:26 entschieden war, gaben die Gäste noch einmal Gas bis zum 33:27-Endstand. Die Enttäuschung über die Heimpleite hielt sich bei Salzuflen in Grenzen. „Alles in allem mussten wir ohne etwas schönzureden gegen eine erfahrene Mannschaft in eine verdiente Niederlage einwilligen. Für unser erstes Spiel in der neuen Klasse haben wir uns aber gut geschlagen", hieß es von Seiten der Hausherren. Und die SG Bünde-Dünne grüßt gleich mal als erster Tabellenführer der neuen Saison und kann gelassen (nicht lässig) der Heimpremiere am Samstag gegen Altenhagen-Heepen II entgegenblicken.

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