Trainingsgruppe „Schirmer II“: Kim Levin Schröder (v.l.), Julian Scherler, Kai Schirmer, Marius Kläsener und Pia Pielsticker. - © Foto: Seb
Trainingsgruppe „Schirmer II“: Kim Levin Schröder (v.l.), Julian Scherler, Kai Schirmer, Marius Kläsener und Pia Pielsticker. | © Foto: Seb

Schwimmen Trainer arbeitet an breiterer Basis beim SSC ’90

Seit März coacht Kai Schirmer die Leistungsgruppe der Schloß Holte-Stukenbrocker

Sebastian Beeg

Schloß Holte-Stukenbrock (seb). Besucht man die Leistungsmannschaft des Schwimmvereins SSC ’90 Schloß Holte-Stukenbrock, dann fallen sofort die vielen Trainingsutensilien am Beckenrand auf. Schwimmbretter, Flossen und Paddles dienen dazu, Kraft und Technik zu verbessern. Über all dem wacht seit dem Frühjahr Trainer Kai Schirmer, Nachfolger von Klaus Schwarz, der zur Ahlener SG wechselte. Als hauptberuflicher Assistent der DLRG-Bundestrainerin ist für Schirmer die Organisation von Trainingslagern, das Schreiben von -plänen oder die Meldung zu Wettkämpfen nichts neues. Dennoch musste sich der Übungsleiter erst in seine Rolle einfinden. „Es war wie ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt der 29-Jährige. Denn alleine die Größe der Mannschaft mit gut 30 Athleten sei nicht vergleichbar mit den viel kleineren DLRG-Gruppen. Doch auch für die Sportler war der Trainerwechsel eine Umstellung. Ein Beispiel ist das Pensum. Die Schwimmer legen etwa fünf Kilometer pro 90 Minuten zurück. Das sei deutlich mehr als noch zu Jahresbeginn. „Nur diejenigen die regelmäßig kommen, bewältigen dieses Pensum.“ Doch genauso wie Schirmer Ansprüche an seine Sportler hat, dürfen diese Ansprüche an ihn stellen. So plant der Übungsleiter am Wochenende mehrere Stunden lang die nächsten Einheiten, steht mehrmals wöchentlich am Beckenrand. Und das trotz Beruf und Studium der Sport- und angewandten Trainingswissenschaft an der Hochschule Unna. Viel Freizeit bleibt da nicht. „Es ist eine Passion. Ich möchte dem Verein, in dem ich groß geworden bin, etwas zurückgeben.“ Das Engagement scheint sich, neun Monate nach Amtsantritt, auszuzahlen. „Die Technik und das Wassergefühl haben sich verbessert.“ Dazu hat sicherlich auch beigetragen, dass der Trainer seine Sportler bei Wettkämpfen alle Lagen schwimmen lässt und auf eine zu frühe Spezialisierung verzichtet. Auch außerhalb des Trainingsbetriebs treffen sich die Athleten. „Das ist wichtig für das Mannschaftsgefühl. Auch bei einer Individualsportart.“ Diesen Zusammenhalt können Schirmers Schützlinge jedoch nicht beim diesjährigen Schwimmevent des SSC unter Beweis stellen. Der für das kommende Wochenende geplante Wettkampf fällt wegen Terminüberschneidungen und daraus resultierendem Anmeldemangel aus. Denn mit der Verlegung der deutschen Kurzbahnmeisterschaften auf Anfang Dezember verschob sich der gesamte Wettkampfkalender. Einen Ausweichtermin gebe es auch wegen des geplanten Umbaus des Gartenhallenbades noch nicht. Fix ist aber, dass der SSC-Übungsleiter eine breite Basis guter Schwimmer ausbilden möchte. Aus deren Reihen solle auch der ein oder andere Kandidat für die deutschen Meisterschaften kommen. Mit dem Herren- und Damenteam plant Schirmer den Aufstieg in die Landesliga. „Da gehören wir hin“, sagt der Trainer, der sich im kalten Wasser immer wohler fühlt.

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