Reiche Ausbeute: Andreas Kiso präsentiert Pokal und Teilnahmemedaille. - © Foto: Fabian Terwey
Reiche Ausbeute: Andreas Kiso präsentiert Pokal und Teilnahmemedaille. | © Foto: Fabian Terwey

Ausdauersport Stukenbrocker ist beim Ironman Hawaii dabei

Andreas Kiso qualifiziert sich in Italien für die Teilnahme im Triathlon-Mekka

Fabian Terwey

Schloß?Holte-Stukenbrock. Das ist amore für den Sport. Andreas Kiso spulte bei der Erstauflage des Ironman Italien ein spektakuläres Höchstleistungspensum ab. Mehr als 100 Mal hat der Stukenbrocker einen Triathlon absolviert, über die Langdistanz in Italien war es seine sechste Teilnahme. Die siebte folgt 2018 auf Hawaii. Denn der Ausdauersportler ergatterte einen der begehrten 40 Qualifikationsplätze für das Ironman-Mekka. Und das in einer sensationellen Gesamtzeit von lediglich 9:22:23 Stunden als Dritter von 455 Startern seiner Altersklasse (M45). Im 30.000-Seelen-Örtchen Cervia an der Adria legte Andreas Kiso schwimmend 3,86 km zurück (1:00:33 Stunden). 180,2 km waren es auf dem Rad (4:57:24) und 42,195 km beim Marathon (3:12:11). Mit dem Tunnelblick ging es für den 49-Jährigen durch die Weinberge, vorbei an den einladenden Lokalen der Emilia-Romagna. Nachdem sich Andreas Kiso zwei Tage vor dem Wettkampf gemeinsam mit einem Freund vor Ort akklimatisiert hatte, fiel der ersehnte Startschuss um 7.45 Uhr. „Der geringe Wellengang des Mittelmeers kam mir entgegen, denn das Schwimmen ist meine schwächste Disziplin“, erklärt Andreas Kiso. Trotz strahlender Sonne war wenigen Athleten nach „O Sole Mio“ zumute. Denn die Wasser- lag weit unter der angenehmen Außentemperatur von 20 Grad. „Ein Neoprenanzug war nötig. Ich friere ungern.“ Auf dem Rad sah Kiso plötzlich „Giallo“ – die Gelbe Karte vom vorbeifahrenden Richter auf dem knatternden Motorrad. „Angeblich habe ich einen Rivalen ausgebremst.“ Zwei Minuten kostet das im anzufahrenden Strafzelt. „Die Zeit wollte ich in meiner Paradedisziplin wieder herausholen.“ Das gelang beim Laufen trotz Gehpausen. Zu Hause in Stukenbrock war die Familie live im Internet dabei. Andreas Kiso erfuhr von der geglückten Qualifikation erst kurz vor der lockernden Massage im Ziel. „Ein grandioses Gefühl.“ Zweimal zuvor hatte sich Kiso bereits für Hawaii qualifiziert. Erstmalig 2008 beim Ironman in Frankfurt. Eine Knieverletzung verhinderte damals die Teilnahme. Nach der zweiten Qualifikation beim Ironman Regensburg 2010 kam Kiso dann doch auf die Inselkette. Damals war der Stukenbrocker allein. 2018 reist seine Familie mit. „Die 40. Jubiläumsveranstaltung ist am 13. Oktober zu Beginn der Herbstferien.“ Neben Ehefrau Nicole können so auch Tochter Emma (13 Jahre) und Sohn Julius (8) dabei sein. Und Unterstützung kommt Kiso gelegen, denn die Bedingungen sind für einen Mitteleuropäer bei hoher Luftfeuchtigkeit und starken Winden genauso hart wie der Asphalt des Highways, auf den es mit Laufschuhen und Rad geht. Auf der einen Seite Lava, auf der anderen der Pazifik. Dort startet das Schwimmen. Rund 2 km geht es raus und wieder zurück. Auf halber Strecke vor der hawaiianischen Küste liegt ein kleines Café. „Auf dem Boot gibt es keine Sitzplätze, aber Gäste können sich im Wasser an die Bar klammern und einen Espresso trinken.“ Ein wenig Italien bleibt Andreas Kiso also auch auf Hawaii – wenn auch nicht während des Ironman.

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