Am Berliner Bahnhof: Der Laufspaß Sende zeigt Flagge beim Marathon in der Hauptstadt. - © Foto: Laufspaß Sende
Am Berliner Bahnhof: Der Laufspaß Sende zeigt Flagge beim Marathon in der Hauptstadt. | © Foto: Laufspaß Sende

Ausdauersport Sender und Oerlinghauser Marathon-Läufer erobern Berlin

Laufspaß und Laufgemeinschaft sind in der Hauptstadt zahlreich vertreten.

Horst Biere
Fabian Terwey

Schloß?Holte-Stukenbrock/ Oerlinghausen. Die Mitgliedschaft im U-3-Club war so nah. Der Oerlinghauser Marathonläufer Tilo Kochsiek blieb beim Berlin-Marathon nur sechs Sekunden über der magischen Marke von drei Stunden. Der 47-jährige LG-Sportler kämpfte über die 42,195 Kilometer lange Strecke mit den widrigen Wetterbedingungen. Denn dichte Wolken lagen über Berlin. Die Straßen waren von Pfützen gesäumt. Zehn Läufer der LG Oerlinghausen trotzten der Nässe, gingen auf der Straße des 17. Juni, ab 9 Uhr morgens blockweise mit 44.000 Teilnehmern an den Start. Die besten Marathonläufer der Welt waren ins Rennen gegangen, um den Weltrekord von 2:02:57 Stunden zu brechen. Der Kenianer Eliud Kipchoge scheiterte knapp, bewies mit seinem Sieg und der Zeit von 2:03:32 Stunden aber, dass ihm auf dieser Strecke derzeit niemand das Wasser reichen kann. Doch auch die heimischen Läufer sorgten für Furore. Der Oerlinghauser Tilo Kochsiek, der erst kürzlich einen Halbmarathon in 1:25 Stunden gelaufen war, hatte sich in Berlin an einem Zug- und Bremsläufer ausgerichtet, der durch einen schwebenden Ballon mit der Aufschrift „3-Stunden“ gut zu sehen war. „Bei Kilometer 38 hatte ich ihn aus den Augen verloren, fühlte mich aber so gut, dass ich noch einmal richtig Gas geben konnte.“ Eine halbe Million begeisterter Zuschauer feuerten die Athleten an. Rund 60 Musikbands säumten den Parcours und heizten den Läufern mit heißen Rhythmen ein. So fuhren die Sportler der Laufgemeinschaft mit erstklassigen Ergebnissen zurück nach Oerlinghausen. Neben Kochsiek blieben mit Henning Seffers und Patrik Lindlar zwei weitere LGler im Ziel nahe des Brandenburger Tors unter der Marke von 3:15 Stunden. Und auch 27 Finisher des Laufspaß Sende bewältigten die Strecke Richtung Siegessäule. Sabine und Karl-Heinz Stückerjürgen hatten die bereits zur Tradition gewordene Fahrt organisiert. Hanna und Emelie Schroll waren die Ersten, denn das Duo lief bereits am Vortag des Wettkampfes beim Mini-Marathon. Über die volle Distanz lief Josef Schyra beim Hauptwettbewerb als erstes Sternchen ins Ziel, blieb mit 2:59:26 Stunden unter der Drei-Stunden-Marke. „Ich bin einfach nur happy“, sagte der Sender, der am Morgen noch verschlafen hatte. Harry Klassen hatte seinen Teamkollegen geweckt. Später sollte Klassen als zweiter Laufspaßler ins Ziel kommen (3:01:36). Linda Wendt war schnellste Senderin. Mit einer Zeit von 3:26:29 Stunden unterbot sie den Vereinsrekord von Beate Heinzelmann beim Wolfsburg Marathon 2016 (3:30:44 Stunden). „Ich hatte eine gute Reisegeschwindigkeit“, sagte Wendt. Martin Peschtrich war bereits zum 29. Mal in Folge als Läufer in Berlin dabei. Marathon-Premiere feierte Triathlet David Smyrek aus Schloß Holte-Stukenbrock. „Einmal musste ich stehen bleiben“, sagte der Athlet des Tri Sport Teams Verl, der dennoch unter drei Stunden blieb (2:57:16). Smyreks mitgereister Teamkollege Thorben Rein aus Schloß Holte war in 3:43:02 Stunden im Ziel. Ihr Marathon-Debüt gab auch Nora Berlinghoff vom Laufspaß. Sie lief gemeinsam mit ihrer Mutter Beate und Christine Beimdiek. Letztere sagte: „Zwischendurch habe ich mich gefragt: Wozu hast du dich hier überreden lassen? Aber als ich das Brandenburger Tor gesehen habe, war alles wieder gut.“

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