Aktiv: Viele Vereine im Kreis Gütersloh setzen auf die sozialen Medien. Neben Facebook tummeln sie sich auch bei Twitter oder neuerdings bei Instagram. Damit erreichen die Vereine in kurzer Zeit eine Menge Leute. - © Pictures Alliance/Bleck
Aktiv: Viele Vereine im Kreis Gütersloh setzen auf die sozialen Medien. Neben Facebook tummeln sie sich auch bei Twitter oder neuerdings bei Instagram. Damit erreichen die Vereine in kurzer Zeit eine Menge Leute. | © Pictures Alliance/Bleck

Amateursport Warum Vereine soziale Netzwerke nutzen

Internet: Immer mehr Sportvereine informieren ihre Fans und Mitglieder über Facebook, Twitter oder Instagram. Es geht darum, in einer schnelllebigen Zeit präsent zu sein. Das kann sich auch finanziell lohnen

Dennis Bleck

Gütersloh. Facebook, Twitter und wohl bald auch Instagram– Fußball-Regionalligist SC Verl informiert Mitglieder, Fans und Besucher regelmäßig über die sozialen Netzwerke. Es geht um Spielerverpflichtungen, Veranstaltungen und Ergebnisse. Ein kleiner Sportverein mit großer Breitenwirkung über das Internet. Jeder Verein versucht, Menschen über die Netzwerke zu aktivieren und zu begeistern. Aber wie eigentlich? Und warum? Die Frau, die die Portale des SC Verl betreut, heißt Bianca Schmand-Hannemann. Stolz berichtet sie, dass der jüngste Eintrag auf der Facebookseite über die Verpflichtung eines neuen Angreifers schon 2.776 Leute erreicht habe. „Ein guter Wert", so Schmand-Hannemann. „Klar, dass viele Fans angesichts des Transfers den Gefällt-mir-Button drückten und den Artikel geteilt haben", erklärt sie. Unabhängig von Sportart und Spielklasse: Der SC Verl steht beispielhaft für eine immer größer werdende Zahl von Vereinen im Kreis Gütersloh, die soziale Plattformen nutzen, um ihre Fangemeinde über das Leben im Verein auf dem Laufenden zu halten. In einer schnelllebigen Zeit präsent sein „Über das soziale Netzwerk erreichen wir sehr schnell eine sehr große Zielgruppe", sagt Schmand-Hannemann. In einer schnelllebigen Zeit präsent zu sein, daran liegt für viele Vereine der Reiz des digitalen Engagements. Das bestätigt auch Johnny Dähne. Der Torwart vom Handball-Oberligisten TSG Harsewinkel betreut die vereinseigene Facebookseite. Er sagt: „Informationen, von denen wir glauben, dass sie interessant für eine breitere Öffentlichkeit sind, können wir in Echtzeit transportieren." Außerdem sei der direkte Kommunikationsweg zu den Zuschauern und Fans von Vorteil, weil man so eigene Schwerpunkte setzen und Bilder sowie Videos einbinden könne. Dass sich das ganze auch finanziell lohnen kann, betont Schmand-Hannemann: „Es geht darum, sich als Marke zu platzieren." Der Verein versuche sich jung, modern und aktuell zu präsentieren, um mittel- und langfristig neue Sponsoren zu gewinnen. Allerdings, so die Social-Media-Expertin, muss der SC Verl den Facebook-Auftritt noch besser ins Sponsoring-Konzept einarbeiten. „Da geht noch viel mehr", räumt sie ein. Live-Streaming in die USA und nach Kambodscha Was alles geht, stellte in der vergangenen Saison der TuS Spenge unter Beweis: Der Meister der Handball-Oberliga übertrug Mitte März das Spitzenspiel gegen die TSG Altenhagen-Heepen via Internet-Livestream und sorgte damit in vielen Hallen, Vereinsheimen und Wohnzimmern für einen multimedialen Ausnahmezustand. Ganze Mannschaften verabredeten sich zum Rudelgucken. In Hüllhorst, im Kreis Minden-Lübbecke wurde das Spiel auf einer Leinwand in der Halle gezeigt. „Sport-Deutschland", der Stream-Anbieter verzeichnete insgesamt 3.600 Aufrufe. Sogar in Kambodscha oder im US-Bundesstaat Kansas wurde mitgefiebert. Der Arbeitsaufwand, den die Vereine investieren müssen, um in den sozialen Medien aktiv zu sein, ist überschaubar: Häufig betreuen Spieler oder Ehrenamtliche die Seiten, füttern die Nutzer mit Informationen und schnellen Bildern. „Im Prinzip brauchen wir nur unser Smartphone und einen Internetzugang und schon können wir unsere Fans und Nutzer mit einem schnellen Klick auf den Laufenden halten", sagt Dähne. Und auch Schmand-Hannemann ermuntert alle Vereine dazu, sich auf sozialen Plattformen zu tummeln: „Das lohnt sich. Wir bekommen von unseren Nutzern ausschließlich positives Feedback und sind im ständigen Austausch."

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