Zitterpartie: Nach zwei ungültigen Versuchen musste Marvin Gregor einen Sicherheitssprung auf 6,59 Meter machen, um im Weitsprung zu punkten. - © Henrik Martinschledde
Zitterpartie: Nach zwei ungültigen Versuchen musste Marvin Gregor einen Sicherheitssprung auf 6,59 Meter machen, um im Weitsprung zu punkten. | © Henrik Martinschledde

Blomberg Zehnkämpfer Marvin Gregor knackt den Kreisrekord

Leichtathletik: Der Gütersloher erreicht bei den OWL-Meisterschaften in Blomberg 7.192 Punkte. Mit Andre Düsterhöft und Florian Baum schaffen zwei weitere Athleten der LG Kreis die DM-Qualifikation

Wolfgang Temme

Blomberg. Die erste Marke ist gesetzt: Marvin Gregor, vom LC Paderborn nach Hause zurückgekehrter Leichtathlet, ist neuer Kreisrekordhalter im Zehnkampf. Ohne sein Potenzial bereits voll auszuschöpfen steigerte der 24-Jährige von der LG Kreis Gütersloh die Bestleistung bei den OWL-Meisterschaften in Blomberg auf 7.195 Punkte. Damit erreichte der Isselhorster, der bei den deutschen Meisterschaften im August in Höchstform sein will, genau die Marke, die er sich für seinen ersten Zehnkampf in diesem Jahr vorgenommen hatte. "Die 7.500 Punkte sind nicht außer Reichweite", freute sich auch Trainerin Tanja Rolle-Sichau über den Einstand ihres Schützlings, dessen persönlicher Rekord seit 2015 bei 7.387 Punkten steht. In Blomberg startete Gregor mit starken 11,28 Sekunden über 100 Meter (nur eine Hundertstel über Bestleistung), um anschließend im Weitsprung eine Zitterpartie hinzulegen: Nach zwei ungültigen Versuchen im Bereich der 7-Meter-Marke setzte er den dritten Sicherheitssprung immerhin noch auf 6,59 Meter. Auf gute 13,41 Meter im Kugelstoßen folgten erfreuliche 1,90 Meter im Hochsprung und ein 400-Meter-Lauf in 52,82 Sekunden. Beim Auftakt des zweiten Tages über 110 Meter Hürden (15,62 Sek.) wurde Gregor von Problemen mit der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur leicht gebremst. Nach 38,36 Meter im Diskuswurf war dabei im Stabhochsprung aber nichts mehr zu spüren. Mit 4,80 Meter steigerte er den acht Jahre alten Kreisrekord von Phil Wittenbrink um zehn Zentimeter auf 4,80 Meter - was satte 849 Punkte brachte. Nach Speerwurf (55,78 m) und einem etwas zu langsam begonnenen 1.500-Meter-Lauf (4:45,05 Min.) musste der amtierende deutsche Vizemeister in die elfte Disziplin - den Nachtdienst als Polizeibeamter im Streifendienst. "Das ist der Unterschied zwischen Amateur- und Profisportlern", stellt Rolle-Sichau schulterzuckend fest. Mit Andre Düsterhöft übertraf ein weitere Zehnkämpfer der LG Kreis Gütersloh die DM-Norm von 6.000 Punkten - und das, obwohl er auf den abschließenden 1.500-Meter-Lauf verzichtete. Der alte Kreisrekordler (7.013 Pkt.) kam auf 6.255 Punkte. Mit der persönlichen Bestleistung von 6,93 Meter im Weitsprung (797) und 1,99 Meter im Hochsprung (794) punktete er am stärksten. Dritter im Team, das sich für die DM in Wesel eine Medaille ausrechnet, ist Florian Baum. Er finishte mit 6.216 Punkten und hatte seine Stärken im Weitsprung (6,64 m) und im Hürdensprint (15,85 Sek.). Lisa Steinlage erhält Einladung nach Ratingen Der Versuch des 18-jährigen Jugendlichen Patrik Nikel, die Männer-Norm zu knacken, scheiterte mit 5.884 Punkten dagegen knapp. Nach drei persönliche Bestleistungen am ersten Tag (100 m in 11,46 Sek., 6,45 m im Weitsprung, 1,90 Meter im Hochsprung), erlitt der Harsewinkeler am zweiten Tag in zu vielen Disziplinen Einbußen. "Er kann das aber noch packen", setzt seine Trainerin auf die NRW-Titelkämpfe in vier Wochen in Lage. Wenn alles gut läuft, wird Lisa Steinlage dort nicht an den Start gehen. Die 24-jährige Rietbergerin erhielt nämlich eine ehrenvolle Einladung für das am gleichen Wochenende stattfindende Internationale Mehrkampfmeeting in Ratingen. Dort kämpft die deutsche Siebenkampf-Elite um die Tickets für die Europameisterschaften in Berlin, und die zweite Garde um die Nominierung für den Thorpe-Cup, den diesmal in Amerika ausgetragenen Länderkampf gegen die USA. In Blomberg musste die Dritte der DM 2017 den Siebenkampf wegen einer Fußverletzung beim Aufwärmen zum zweiten Tag abbrechen. Gut möglich, dass sie sich die zunächst unbemerkte Blessur zu Beginn des ersten Tages im Hürdensprint zugezogen hatte, als sie das vorletzte Hindernis touchierte und dann voll gegen die letzte Hürde trat. Mit 14,40 Sekunden war deswegen auch ihre Zeit nicht optimal. Dafür lief es im Hochsprung mit 1,63 Meter gut und im Kugelstoßen mit der laut herausgeschrienen persönlichen Bestleistung von 12,09 Meter sogar sehr gut. Nach dem 200-Meter-Sprint in 25,17 Sekunden hatte Steinlage 3.232 Punkte auf dem Konto und hätte in gesunder Verfassung gute Chancen gehabt, ihren eigenen Kreisrekord (5.418 Pkt.) zu knacken.

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