Die Handballer der TSG Harsewinkel behielten im Verfolgerduell der Handball-Verbandsliga die Nerven. - © Henrik Martinschledde
Die Handballer der TSG Harsewinkel behielten im Verfolgerduell der Handball-Verbandsliga die Nerven. | © Henrik Martinschledde

Kreis Gütersloh TSG Harsewinkel besiegt SuS Oberaden mit 24:23

Sven Bröskamp entscheidet das Verfolgerduell in der Handball-Verbandsliga sechs Sekunden vor Schluss

Uwe Kramme

Hans Feuß hisste die weiße Fahne, als Pascal Pelkmann 54 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter verwarf und es beim 23:23 zwischen der TSG Harsewinkel und SuS Oberaden blieb. „Egal, wie es ausgeht, spannend war es ja“, stellte der Hallensprecher fest. Was der ehemalige Regionalliga-Torhüter nicht ahnen konnte: Die Dramatik im Verfolgerduell der Handball-Verbandsliga hatte ihren Höhepunkt noch gar nicht erreicht. 20 Sekunden vor Schluss leistete sich SuS-Shooter Bastian Stennei einen Schrittfehler. Die TSG kam noch einmal an den Ball und ihr Kapitän Sven Bröskamp tankte sich in bester Alles-oder-Nichts-Manier durch die Oberadener Abwehr. 24:23 und nur noch sechs Sekunden auf der Uhr. Die gut 400 Zuschauer in der Harsewinkeler Halle feierten schon begeistert den erlösenden Sieg. Doch es gab noch eine Zugabe auf die ganze Hektik. Sebastian Dreiszis foulte nach dem Anwurf der Oberadener Bastian Stennei beim Versuch, den allerletzten Angriff einzuleiten. Die Schiedsrichter verhängten zwar eine Zeitstrafe („Für das Foul“) gaben aber nur einen Freiwurf, weil sie „keine Verhinderung eines letzten Torwurfes der Gäste erkannt“ hatten. Das hätte einen Siebenmeter zur Folge gehabt. Den Harsewinkeler Spielern war das alles egal, sie tanzten freudetrunken durch die Halle. Denn nachdem sie „die Spannung auf die Spitze getrieben“ hatten, wie der in der 2. Halbzeit mit drei Treffern auftrumpfende Pascal Pelkmann fand, sind sie mit 24:14 Zählern Tabellenzweiter. Punktgleich zwar mit TuRa Bergkamen und nur einem Zähler vor SuS Oberaden, aber in der Pole-Position im Aufstiegsrennen zur Oberliga. Manuel Mühlbrandt atmete erst einmal ganz tief durch. „Wir haben gewonnen, alles ist gut“, stöhnte der Harsewinkeler Coach. „Aber wir hätten den Sack Anfang der 2. Halbzeit zu machen müssen.“ Im Blick hatte Mühlbrandt die Phase direkt nach dem Wiederanpfiff. Florian Bröskamp und Jonas Kalter bauten die Pausenführung vom 15:13 zum 17:14 aus, doch dann stockte der Angriffsschwung für über zehn Minuten. Kalter verwarf zwei Siebenmeter und setzte einen freien Wurf an den Pfosten. „Wir hätten mit 20:14 führen und das Ding ruhig nach Hause spielen können“, ärgerte sich sein Coach. Stattdessen glichen die abgebrühter wirkenden Oberadener zum 18:18 aus, griffen auf ihren zweitligaerfahrenen Spielertrainer Alexandros Katsigiannis zurück, vertändelten aber beim 23:23 den Ball und mussten sich doch der größeren Power der jungen Harsewinkeler geschlagen geben. Die wurden allerdings durch einen Routinier in die richtigen Bahnen gelenkt. In der 2. Halbzeit hielt Sebastian Dreiszis die Abwehr zusammen, erzielte das wichtige 21:19, zog die letzten Siebenmeter und wusste, wann es Zeit für das letzte Foul war. Statistik TSG Harsewinkel: Dähne, Kaup – S. Bröskamp (5), Aperdanier, Hilla, Lakebrink(n.e.), Schneider (n.e.), Kalter (6/1), St. Claire, F. Bröskamp (6), M. Pelkmann (1), P. Pelkmann (5/1), Schüpping (n.e.), Dreiszis (1). SuS Oberaden: Klepping, Makus – Hajduk (2), Noe, Herold, Fehring (6/3), Katsigiannis, P. Stennei (6), B. Stennei (6)Roth, Holtmann (1), Rossfeldt (2), Mathies.

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