Abwehrarbeit: Die Harsewinkeler Kevin Brown, Florian Bröskamp und Marius Pelkmann (v.l.) lassen den Verler Andre Hesse mal wieder nicht zum Wurf kommen. - © Henrik Martinschledde
Abwehrarbeit: Die Harsewinkeler Kevin Brown, Florian Bröskamp und Marius Pelkmann (v.l.) lassen den Verler Andre Hesse mal wieder nicht zum Wurf kommen. | © Henrik Martinschledde

Harsewinkel Handball-Verbandsligist Harsewinkel gewinnt Kreisderby

TSG Harsewinkel bewirbt sich mit einer überzeugenden Derbyleistung um die Meisterschaft und den Aufstieg. Dem Tabellenvorletzten TV Verl droht mehr denn je der Abstieg

Uwe Kramme

Harsewinkel. Gut möglich, dass sich die TSG Harsewinkel und der TV Verl am Samstag ihre vorerst letzte Auseinandersetzung in der Handball-Verbandsliga lieferten. Mit ihrem souveränen 28:20-Erfolg vor über 400 Zuschauern gaben die mit 22:12 Punkten auf Platz drei notierten Gastgeber auf der Grundlage einer guten Deckungsleistung eine starke Bewerbung für den Aufstieg in die Oberliga ab. Die Verler müssen angesichts ihrer geringen Durchschlagskraft im Angriff dagegen als Tabellenvorletzter (9:25) mehr denn je den Abstieg in die Landesliga mehr fürchten. Für Hubertus Neuhaus ist die Schwäche des TV Verl eine Frage des Systems. "Meine Leute verfallen immer wieder in ihre alte Spielkonzeption, die darauf zugeschnitten war, dass Spieler wie Thomas Fröbel und Fabian Raudies durch ihre individuelle Klasse Räume nutzen, die sich durch Spielverlagerungen ergeben", analysierte der neue Coach. "Aber Fröbel ist verletzt und Raudies nicht mehr in Verl. Außerdem bringen wir die Deckung nicht genug in Bewegung und setzen uns im eins gegen eins zu selten durch." Er könne nur hoffen, dass sich seine Spieler "noch möglichst schnell umstellen" sagte Neuhaus, der entschlossenes Stoßen auf die Nahtstellen und Kreuzbewegungen fordert. Für Kollege Manuel Mühlbrandt ist es dagegen noch ein ganz langer Weg bis zum Aufstieg. Seinem Team stehen jetzt im Samstag-Dienstag-Freitag-Rhythmus die Spiele beim Spitzenreiter Germania-Tribe, gegen den Tabellenzweiten SuS Oberaden und das Derby gegen Steinhagen bevor: "Wenn wir da gut rauskommen, können wir über alles reden." Am Samstag redete Mühlbrandt nur über eine "ganz starke Deckungsleistung", und er hatte für Alexander Kaup ("Überragend") ein dickes Lob parat. Tatsächlich wird der junge Keeper immer besser, seit er nach dem Ausfall von Routinier Johnny Dähne die Verantwortung tragen muss. Am Samstag half Kaup indes, dass ihm ein sehr beweglicher und aggressiver 5:1-Deckungsverband mit Marius Pelkmann auf der Spitze die Verler Schützen vom Leib hielt. Im ersten Abschnitt legten die Gastgeber die linke Verler Angriffsseite mit Thilo Vogler und Dmytro Bruy sogar nahezu lahm, indem Jonas Kalter weit herauskam. Allerdings profitierte die TSG auch davon, dass Verls Halbrechter, Andre Hesse, bei einem guten Dutzend Versuche, nur einmal traf. Auf der Gegenseite löcherte in der 1. Halbzeit Florian Bröskamp die Verler Deckung mit seinem dynamischen Sprungwürfen. In der 2. Halbzeit war es dann die Wurfgewalt von Jonas Kalter, die den Gastgebern half, eine zähe Anfangsphase mit nur zwei Toren in zehn Minuten zu überstehen.

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