Information: Thomas Bönhoff und Annette Ahn präsentierten im Jägerheim ihren Vorschlag für die neue Führungsstruktur im Wiedenbrücker TV. - © Henrik Martinschledde
Information: Thomas Bönhoff und Annette Ahn präsentierten im Jägerheim ihren Vorschlag für die neue Führungsstruktur im Wiedenbrücker TV. | © Henrik Martinschledde

Rheda-Wiedenbrück Wiedenbrücker Turnverein weiter auf der Suche nach einem Vorstand

Rumpfvorstand informiert über den angestrebten Strukturwandel in der Vereinsführung und ist erfreut über die große Resonanz. Für drei von sieben Ressorts fehlen aber noch Kandidaten

Wolfgang Temme

Rheda-Wiedenbrück. Die Hoffnung des Wiedenbrücker Turnvereins, seine "Führungskrise" mithilfe einer Strukturreform beenden zu können, hat neue Nahrung erhalten. Bei einer Informationsveranstaltung, bei der der rudimentäre Vorstand des 2.150 Mitglieder großen Sportvereins sein Zukunftskonzept präsentierte, kamen am Montagabend rund 80 Mitglieder. "Damit hatten wir nicht gerechnet - ich bin platt", sagte Annette Ahn beim Blick in den bis auf den letzten Platz besetzten Saal im Gasthof Jägerheim. Ob aus der großen Resonanz auch die "Rettung" des WTV erwächst, muss sich noch zeigen. Seit mehr als einem Jahr ist der Klub erfolglos auf der Suche nach einem 1. Vorsitzenden. Die beiden Stellvertreter Ahn und Thomas Bönhoff kündigten ihren Rückzug für den Sommer an. Das "Horrorszenario" von Anette Ahn war übertrieben deutlich: "Es kann passieren, dass es den Wiedenbrücker TV in einem Jahr nicht mehr gibt und 3.000 Bürger von Rheda-Wiedenbrück von jetzt auf gleich keinen Sport mehr treiben können." Zusammen mit dem Landessportbund erarbeiteten Ahn und Bönhoff ein Lösungsmodell, das die Abkehr von der bisherigen Struktur beinhaltet. Künftig soll der Führungskreis aus sieben Ressortleitern bestehen. Vorgesehen sind die drei administrativen Ressorts Verwaltung, Marketing und Finanzen sowie die operativen Ressorts Sport, Kurse, Reha und Jugend. Aus diesem Kreis muss dann allerdings wegen der notwendigen Eintragung im amtsgerichtlichen Vereinsregister doch wieder ein dreiköpfiger Geschäftsführender Vorstand gebildet werden. "Ich glaube, dass mit dieser Struktur vieles leichter wird und es viel weniger Arbeit für den Vorstand gibt", warb auch die Ehrenvorsitzende Hedi Hesse für das neue Konzept. Die 63-Jährige hatte sich 2017 nach 18 Jahren an der Spitze des WTV zurückgezogen. In den Vorgesprächen hatten sich lediglich Kandidaten für die drei Ressorts Reha (Heidi Fischer), Verwaltung Rainer Andruhn) und Jugend gefunden. In der Beratungsphase am Montagabend erklärte sich zusätzlich Martina Böger bereit, das Ressort "Kurse" verantwortlich zu übernehmen. "Wir sind ein Verein, der ehrenamtlich geführt wird" Obwohl in den Gesprächskreisen einzelne Mitglieder auch für die Bereiche Finanzen und Marketing Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert hatten, gab es Schweigen auf die konkrete Frage von Thomas Bönhoff, ob jemand zur Leitung bereit sei. Bönhoff hatte zuvor ein anspruchsvolles Aufgabenprofil für die Leitertätigkeiten entworfen, das deutlich über Budgetverantwortung und die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs hinausging. Manche Mitglieder äußerten die Sorge, dass die Arbeit zu umfangreich werden könnte. "Wir sind ein Verein, der ehrenamtlich geführt wird. Die Schrittgeschwindigkeit bestimmt jeder selbst", versuchte Bönhoff abzuschwächen. Auch wenn er den Sport als das leichteste Ressort bezeichnete ("Die Arbeit in den Abteilungen läuft ja hervorragend"), gab es hierfür die geringste Resonanz. Eher machte sich Skepsis breit, ob dieses Ressort für einen funktionierenden Sportbetrieb notwendig sei. "Ich bin guter Dinge, dass wir die Matrix besetzt bekommen, eventuell auch mit nur sechs Ressortleitern", verbreitete Thomas Bönhoff am Ende des Treffens Optimismus. Bis zur nächsten Vorstandssitzung nach Ostern sollen die Weichen gestellt sein. Danach müsste die Satzung geändert werden, um dann bei der für den Sommer geplanten Jahreshauptversammlung die Zukunft des Wiedenbrücker Turnvereins sicherzustellen.

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