Konzentration: Trainer Manuel Mühlbrandt (2.v.r.) weiß um die Aufstiegschance der Harsewinkeler Handballer. Er kennt aber auch die Anforderungen in der Oberliga und prophezeit jedem, der hoch geht, eine schwere Saison. - © Henrik Martinschledde
Konzentration: Trainer Manuel Mühlbrandt (2.v.r.) weiß um die Aufstiegschance der Harsewinkeler Handballer. Er kennt aber auch die Anforderungen in der Oberliga und prophezeit jedem, der hoch geht, eine schwere Saison. | © Henrik Martinschledde

Kreis Gütersloh Handball-Verbandsligist TSG Harsewinkel freut sich über Aufstiegschance

Coach Mühlbrandt fürchtet Überforderung

Uwe Kramme

Kreis Gütersloh. Der Spitzenreiter der Handball-Verbandsliga darf nicht aufsteigen und die Verfolger von LiT Triebe Germania II lassen nicht erkennen, dass sie unbedingt in die Oberliga wollen. Dabei schien es noch nie so leicht zu sein, in die vierthöchste Spielklasse zu kommen, denn derart überlegene Meistermannschaften wie der TuS 97 im letzten Jahr, der VfL Mennighüffen 2016 oder die SG Sundwig-Westig 2015 fehlen. Nach 15 Spieltagen kommen jedenfalls noch sechs Teams für den direkten Aufstieg als Tabellenzweiter oder für das Relegationsspiel des Tabellendritten in Frage, darunter die TSG Harsewinkel. "Natürlich würden wir den Aufstieg mitnehmen, wenn wir es irgendwie schaffen", sagt Manuel Mühlbrandt. Aber der Coach des Tabellensechsten fragt auch sofort: "Soll ich nach dem Januar, den wir hingelegt haben, sagen wir wollen unbedingt aufsteigen?" Weil "Mühle" nach den Niederlagen gegen Altenbeken, Porta und Hahlen auch für den vierten Versuch im neuen Jahr sein Team nicht komplett zusammengekriegt hatte, war er gar nicht traurig, dass die Partie gegen Oberaden am Samstag ausfiel, weil die Schiedsrichter im Schnee stecken geblieben waren. "Wir hätten wie in Hahlen ohne acht spielen müssen. Jetzt haben wir mit der Karnevalspause zwei Wochen mehr Zeit, um die Jungs für das Heimspiel am 18. Februar gegen den TV Emsdetten II wieder fit zu kriegen." Mühlbrandt lobt zwar immer wieder gerne das Potenzial, dass die in den letzten zwei Jahren aus der A-Jugend aufgerückten Spieler in seine Truppe gebracht haben. Er sagt aber auch: "In dieser Besetzung kämen wir postwendend aus der Oberliga zurück." Um sich in dieser anspruchsvollen Spielklasse halten zu können, müssten zum Beispiel die zweitligaerfahrenen Stefan Honerkamp und Sebastian Dreiszis wieder voll trainieren, nicht nur bei den Spielen aushelfen. "Aber das werden sie nicht mehr tun", weiß der TSG-Coach. "Wir müssten andere erfahrene Leistungsträger, die meine Jungs führen können, holen, aber eben auch bezahlen. Dabei sind wir doch gerade erst angefangen, uns in Sachen Sponsoring, Catering und Werbung wieder besser aufzustellen." Bei Mühlbrandts Blick zum benachbarten Oberligisten Sf Loxten ist deshalb nicht nur Respekt, sondern durchaus auch ein bisschen Neid dabei. Der Unternehmer Klaus-Peter Reinert, eh schon langjähriger Sponsor des Versmolder Vereins, gab jetzt bekannt, dass er den Sportfreunden eine mit einer Million Euro dotierte Stiftung zur Verfügung stellt. Andy Evers, der Vorsitzende des Oberliganeunten, wischte indes alle aufkommenden Träumereien vom Tisch, weil ja erst einmal Erträge aus dieser Stiftung erwirtschaftet werden müssten. Evers kündigte an, dass kein einziger Stiftungs-Euro in den Etat für die neue Saison, den er "mit 90.000 Euro im unteren Drittel der Oberliga" ansiedelte, fließen würde. Der Vorsitzende räumte aber ein, dass die Stiftung es den Loxtener Sportfreunden leichter machen würde, ihr Ziel, sich in der Oberliga zu etablieren, zu erreichen.

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