Siegesjubel: Dem Kraftakt gegen Nettelstedt ließen die Verler Handballer ein fröhliches Tänzchen folgen. - © Henrik Martinschledde
Siegesjubel: Dem Kraftakt gegen Nettelstedt ließen die Verler Handballer ein fröhliches Tänzchen folgen. | © Henrik Martinschledde

Verl TV Verl erkämpft sich Sieg gegen den Tabellenzweiten TuS Nettelstedt II

Handball-Verbandsligist zeigt beim Debüt von Trainer Neuhaus eine starke kämpferische Leistung. Die Mazedonier Talevskio und Kostovski mischen nach spektakulärer Einlauf-Chorerographie erstmals mit

Uwe Kramme

Verl. Zu hämmernder Discomusik im grellen Licht bunter Scheinwerfer in die abgedunkelte Halle einlaufende Handballer: Die Partie des abstiegsgefährdeten Verbandsligisten TV Verl gegen den Rangzweiten TuS Nettelstedt II begann am Samstagabend mit einer aufwendigen, bundesligareifen Choreographie. Zur großen Erleichterung des neuen Trainers Hubertus Neuhaus ("Es hätte nicht besser laufen können") hielten die Gastgeber in den 60 Spielminuten, was sie mit diesem Spektakel versprochen hatten. Der hart erkämpfte, dank der starken Abwehrleistung aber auch verdiente 29:26-Sieg verbessert die Chancen des Tabellenvorletzten im Kampf um den Klassenerhalt erheblich. Aber es sind nicht nur die Saisonpunkte acht und neun, die Neuhaus zuversichtlich auf die noch ausstehenden elf Spiele schauen lassen. Mit den Mazedoniern Hristijan Talevskio und Kristijan Kostovski standen zwei Neuzugänge zur Verfügung, denen zwar natürlich noch die Bindung zum Spiel fehlte, die dem Coach aber "auf Dauer mehr Möglichkeiten" geben. An diesem Samstag musste sich der Nachfolger des im Dezember ausgeschiedenen Sören Hohelüchter sowie der Interimstrainer Robert Voßhanns und Thomas Fröbel noch darauf verlassen, dass sein Appell an die Einstellung der Spieler die erhoffte Wirkung zeigt: "Wenn du unten drin stehst, dann musst du den Abstiegskampf annehmen." Neuhaus' Forderung wurde verstanden. Im kämpferischen Bereich waren die Gastgeber vom Anpfiff an bei hundert Prozent und landeten "einen Sieg des Willens", wie es Abwehrchef und Kreisläufer Alexander Busche mit stolzer Genugtuung formulierte. Im spielerischen Bereich hatte sich der neue Coach in der einen Trainingswoche, die ihm zur Verfügung stand, darauf beschränken müssen, an den größten Stellschrauben in der Abwehr zu drehen. "Für uns geht es nur über Aggressivität, Ballgewinne und Tempo im Umschaltspiel." Der Coach war allerbestens einverstanden mit der Umsetzung seiner Forderungen, zumal die Bundesligareserve mit voller Kapelle angereist war, während im eigenen Lager der Einsatz der gesundheitlich angeschlagenen Thilo Vogler, Andre Hesse und Jan Hendrik Schott auf der Kippe gestanden hatte. "Ich wusste bis Freitag nicht, wer mir zur Verfügung steht", stöhnte Neuhaus. Umso zufriedener verfolgte er deshalb, dass sich seine Truppe nach dem 21:22 (50.) die Führung wieder zurückholte. Das gelang auch deswegen weil sich Torhüter Patrick Schmidt steigerte und nach dem Nettelstedter Torjäger Jan Schröder nun auch den besten Gästespieler, Chris Byczynski, in den Griff bekam. Als Linksaußen Marc Bode mit dem 27:26 und Albert Kreismann mit dem Konter zum 28:26 alles klar gemacht hatten, dankte die gut gefüllte Tribüne den Verler Spielern ihren leidenschaftlichen Einsatz mit Standing Ovations.

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