Seit November läuft das Insolvenzverfahren gegen die Westfalen Mustangs. - © Henrik Martinschledde
Seit November läuft das Insolvenzverfahren gegen die Westfalen Mustangs. | © Henrik Martinschledde

Rheda-Wiedenbrück Westfalen Mustangs: Verein und Vorstand offenbar zahlungsunfähig

Basketball: Insolvenzverfahren gegen Westfalen Mustangs läuft – Spieler drohen leer auszugehen

Uwe Kramme

Rheda-Wiedenbrück. Gegen die Westfalen Mustangs läuft bereits seit November ein Insolvenzverfahren. „Ja, wir haben Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen diesen Basketballverein eingeleitet", bestätigte Peter Heethey. Der Rechtsanwalt aus Verl vertritt Reggie Smith, Kristoffer Douse, Temur Kidnaze und Alberto Del Hoyo. Die vier ehemaligen Spieler hatten im Sommer 2017 wegen ausstehender Gehaltszahlungen von zusammen rund 31.000 Euro gegen die Westfalen Mustangs geklagt. Das Amtsgericht Bielefeld gab am Dienstag „keine Auskunft über ein laufendes Verfahren". Offenbar ist aber eine Rechtsanwaltskanzlei aus Rheda-Wiedenbrück damit beauftragt worden, ein Gutachten zur Aufklärung des Sachverhalts zu erstellen. "Verein verfügt über keine Mittel" Dass seine Mandaten noch zu ihrem Geld kommen, bezweifelt Heethey jedoch. „Denn Florian Eichstädt hat ja schon angegeben, dass der Verein über keine Mittel verfügt." Auch den Durchgriff auf das Privatmögen des vom Vereinsgründer und seiner Mutter gebildeten Vorstandes der Westfalen Mustangs hält Heethey für wenig aussichtsreich, da beide schon vier bzw elf Einträge im Schuldnerverzeichnis hätten. „Deshalb ist das wenig sinnvoll, da weitere Kosten entstehen würden." Eine Chance für eine Mandanten sei es womöglich, noch Insolvenzausfallgeld zu beantragen, überlegte der Rechtsanwalt. Gespannt sei er zudem, ob ein Strafverfahren eröffnet würde. Die von ihm vertretenen Spieler hätten zumindest Anzeige erstattet. "Wir haben zumindest erreicht, dass dieser Verein mit seinen Machenschaften aufgeflogen ist" Auch wenn seine Mandanten – aber eben auch die vielen anderen Spieler, die nicht geklagt hätten – am Ende leer ausgehen würden, Heethey hält dieses Ende mit Schrecken immer noch für besser als ein Schrecken ohne Ende: „Wir haben zumindest erreicht, dass dieser Verein mit seinen Machenschaften aufgeflogen ist." Tatsächlich ist der bis in die 1. Regionalliga aufgestiegene Verein schon im September vom Westdeutschen Basketballverband vom Spielbetrieb ausgeschlossen worden, als er alle Meldefristen versäumt und fällige Zahlungen nicht geleistet hatte. Die verantwortlichen Vorstandsmitglieder sind sogar schon seit den im Frühsommer 2017 erhobenen Klagen von der Bildfläche verschwunden und auch zu den fälligen Arbeitsgerichtsverhandlungen nicht erschienen. Heethey, der Eichstädt „gerne einmal kennengelernt" hätte, sieht deshalb auch eine gewisse menschliche Tragik in dem tiefen Fall der Mustangs: „Hier hatte wohl jemand einen sportlichen Traum. Leider hat er versucht, diesen Traum mit einer zu kurzen Decke abzudecken."

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