Herausforderung: Um die Schlammpassagen auf der Gütersloher Countrytourenfahrt zu meistern, brauchte es Kraft, Geschick und Mut. - © Henrik Martinschledde
Herausforderung: Um die Schlammpassagen auf der Gütersloher Countrytourenfahrt zu meistern, brauchte es Kraft, Geschick und Mut. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh Bei der 6. Countrytourenfahrt des Radsportvereins Gütersloh geht es voll durch die Motsche

320 Teilnehmer trotzen den schwierigen Bedingungen. Gros des Feldes fährt die 52-km-Strecke. Spitzengruppe ist nach 1:50 Stunden im Ziel

Uwe Kramme

Gütersloh. Wer gerne mal so richtig in der Motsche wühlt, der kam am Samstag bei der 6. Countrytourenfahrt des Radsportvereins Gütersloh voll auf seine Kosten. Die Strecken von 26, 40 und 52 Kilometer, die Christian Spratte mit seinem Helferteam von der Hauptschule Nord aus längs der Ems Richtung Harsewinkel und an der Lutter entlang zurück ausgeschildert hatten, führten nämlich über einige schlammige Passagen. Große Pfützen und tiefe Wiesen forderten gerade den nur gelegentlich querfeldein fahrenden Trimmsportlern im großen und bunten Feld einiges an Anstrengung und Geschick ab. Aber auch ein bisschen Mut, denn um durch die Motsche zu kommen, braucht es nicht nur den richtigen Gang und Schwung, sondern auch den Blick für die günstigste Spur und das Glück, dass einem kein Mitfahrer die Tour vermasselt. "Es macht doch auch Spaß, mal zu gucken, wie tief so eine Pfütze ist", sagte der Breitensportwart des RSV lächelnd, als die gut 320 Teilnehmer zwar dreckverschmiert und müde, aber glücklich zurückgekehrt waren und an der Fahrrad-Waschanlage Schlange standen. "Nach dem, was zuletzt an Regen heruntergekommen ist, war ich sogar überrascht, dass die meisten Wege schon wieder so gut zu befahren waren", staunte Spratte: "Wir mussten jedenfalls nur einen Ackerabschnitt aus der ursprünglichen Strecke herausnehmen." Auch mit der Teilnehmerzahl waren die Organisatoren lecker zufrieden. "Wir hatten Glück, denn nur wenn es trocken bleibt, kommen die Leute", freute sich RSV-Chef Gerhard Proske. Sein Fazit ("Super gelaufen") zog Spratte jedoch erst, als feststand, das die auf dem schmierigen Terrain unvermeidlichen Stürze glimpflich ausgegangen waren. "Kleinere Defekte gehören bei diesen Bedingungen dazu, aber unser Pannenservice musste nur zweimal ausrücken", berichtete der Organisationschef: "Einem Teilnehmer ist eine Pedale abgebrochen, und das E-Bike einer Dame hatte einen Platten." Nach Sprattes Beobachtung war dies das einzige Rad mit Motorunterstützung im Feld. Die meisten Countrytourenfahrer verließen sich auf dem Weg durch die herrliche Gegend um Gütersloh auf Muskelkraft und Mountainbikes. Häufiger als bisher waren Cross-Rennräder zu sehen. Die erfordern jedoch "noch mehr Übung", wie Malte Beversdorff und Frank Zander versicherten, als sie mit ihrer Spitzengruppe schon nach gut 1:50 Stunden im Ziel waren.

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