Führungsduo: Als Heiko Lewanzik (l.) auf der Dalke-Promenade attackierte, konnte ihm nur Ingmar Lundström folgen. Später musste auch der "Altmeister" aus Gütersloh den Top-Triathleten von TriSpeed Marienfeld ziehen lassen. - © Henrik Martinschledde
Führungsduo: Als Heiko Lewanzik (l.) auf der Dalke-Promenade attackierte, konnte ihm nur Ingmar Lundström folgen. Später musste auch der "Altmeister" aus Gütersloh den Top-Triathleten von TriSpeed Marienfeld ziehen lassen. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh Heiko Lewanzik und Michelle Rannacher gewinnen 34. Gütersloher Silvesterlauf

1.165 Teilnehmer genießen den traditionellen Jahresabschluss mit einer Tour durch den Rhedaer Forst und Berlinern als "Zielprämie"

Wolfgang Temme

Heiko Lewanzik und Michelle Rannacher erreichten gewissermaßen als Erste das neue Jahr. Begleitet von einem Feuerwerk auf dem Kamphof gewannen der 36-Jährige von TriSpeed Marienfeld und die 23-Jährige von der DJK Gütersloh den 34. Gütersloher Silvesterlauf über 10 Kilometer. Als Triathlet konnte es Lewanzik verschmerzen, dass ihm trotz guter Bedingungen mit 35:55 Minuten die langsamte aller Siegerzeiten in der Geschichte der Veranstaltung reichte, um Rekordhalter Amanal Petros (30:26 Min.) nach fünf Siegen in Folge abzulösen. "Zwischendurch hatten wir schon Angst, dass eine Frau gewinnt", frozzelte der aus Steinhagen stammende und nun in Köln lebende Lehrer angesichts des langsamen Anfangstempos. Tatsächlich hielt Michelle Rannacher auf den ersten Kilometern mit der Männer-Spitzengruppe mit, um dann aber von hinten sehen zu müssen, wie Lewanzik die Gruppe ab Kilometer vier sprengte. Lokalmatador Ingmar Lundström (Active Sportshop Gütersloh), schon viermal Sieger auf dem Kamphof, konnte noch am ehesten mithalten, vermochte die Lücke auf dem Rückweg aus dem Rhedaer Forst aber nicht mehr zu schließen. Nach 36:11 Minuten freute sich der 45-jährige "Altmeister" als Zweiter dennoch über die beste Platzierung seit Jahren. Dritter wurde Murat Bozduman (LG Burg Wiedenbrück) mit 37:11 Minuten. Michelle Rannacher ließ nur noch drei weiteren Männern den Vortritt und machte nach 38:22 Minuten den "Hattrick" perfekt. Sie hatte schon 2015 und 2016 gewonnen. Allerdings war die Gütersloherin nicht mit ihrer Zeit zufrieden: "Eigentlich dachte ich, dass ich heute eine tiefe 37 und vielleicht sogar eine 36 laufen kann." Immerhin gewann sie den Zweikampf um den Sieg gegen die hartnäckige Meggie Schneider. Die 19-Jährige vom TV Lemgo verbesserte sich auf 38:42 Minuten. Zufriedene Dritte wurde die Triathletin Franzi Bossow (30) vom TSVE Bielefeld, die nach langer Knieverletzung schon wieder 39:43 Minuten schaffte. Schnellste Läufer über 5 Kilometer (447 Finisher) waren Tom Foerster, ein 15-jähriges Talent aus Sachsen von der LG Vogtland (16:15 Min.), und die erste 14-jährige Leonie Jesse von der LG Lemgo (20:20 Min.). Mit der stolzen Zahl von 1.165 Teilnehmern im Ziel, 15 mehr als im Vorjahr, war der ausrichtende Post SV Gütersloh wieder sehr zufrieden. "Der liebe Gott muss ein Silvesterlauf-Fan sein", sagte Cheforganisator Heribert Flötotto angesichts des überraschend trockenen Wetters. Dass das Leistungsniveau an der Spitze diesmal hinter den Vorjahren zurückblieb, störte ihn kaum: "Wir sind vor allem eine Breitensportveransltung." Deswegen freute es ihn besonders, dass fast alle Finisher mit guter Laune und Genuss in den leckeren Berliner bissen, den es nach der Laufstrecke als "Zielprämie" gab.

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