Spaßvögel: Die Gütersloher Philipp Habig (39) und Timo Peitsch (36) hatten im Vorjahr überschüssige Kraft bei ihrem 5-Kilometer-Lauf. - © Henrik Martinschledde
Spaßvögel: Die Gütersloher Philipp Habig (39) und Timo Peitsch (36) hatten im Vorjahr überschüssige Kraft bei ihrem 5-Kilometer-Lauf. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh In Gütersloh endet das Jahr traditionell mit dem Silvesterlauf

Der fünfmalige Sieger Amanal Petros verzichtet diesmal. Lokalmatadorin Michelle Rannacher ist aber dabei

Wolfgang Temme

Gütersloh. Der schönste Weg ins neue Jahr führt über den Gütersloher Silvesterlauf. Zum 34. Mal lädt der Post SV die heimische und ostwestfälische Sportgemeinde auf den Kamphof ein, wo sich Start und Ziel für Läufe über 10 Kilometer (14.45 Uhr) und 5 Kilometer (13.45 Uhr) befinden. Schon um 13.30 Uhr werden die Walker auf ihre 10-Kilometer-Strecke geschickt, die entlang der Dalke in den Rhedaer Forst und zurück führt. "Wir haben nichts an der Veranstaltung geändert", verspricht Heribert Flötotto, Leiter der Leichtathletikabteilung im Postsportverein. Damit ist sichergestellt, dass die besondere Atmosphäre dieses kultigen "Läufermeetings" erhalten bleibt. Die drangvolle Enge auf dem kleinen Sportgelände gehört ebenso dazu, wie die familiäre Siegerehrung, die "Jagd" auf die süßen Berliner und das Anstoßen mit dem eigens etikettierten Silvesterlauf-Sekt. Auch diesmal hat das Organisationsteam um Flötotto keine Voranmeldung eingerichtet. Bis 45 Minuten vor den Starts werden Startnummern ausgegeben, und das übrigens zu unverändert günstigen Preisen von 7,50 Euro für Erwachsene und 4,00 Euro für Jugendliche. Natürlich hofft der Post SV wieder auf eine vierstellige Teilnehmerzahl. Im Vorjahr liefen 683 "Zehner" und 443 "Fünfer" ins Ziel, hinzu kamen 24 Walker. Um den Andrang zu bewältigen und die Strecke optimal abzusichern sind am Sonntag 45 bis 50 Helfer im Einsatz. "Wir kommen gut hin, aber es wird immer schwieriger Mitarbeiter für die Aufgabe zu gewinnen", mahnt Heribert Flötotto. Dass ihn die Genehmigung der Veranstaltung durch die Stadt Gütersloh wegen überraschender Auflagen zur Haftpflichtversicherung mehr Arbeit als sonst bereitet hat, war auch ein kleiner Störfaktor. "Alle Teilnehmer sind über den Verband versichert", stellt Flötotto nach aktualisierter Auskunft vom FLVW klar. So konnte der Cheforganisator beruhigt seinen Weihnachtsurlaub antreten, den er bis gestern im schneereichen Bayrischen Wald verbrachte. Die Wetterprognosen für den Rhedaer Forst sehen am Sonntag keinen Schnee vor: Bei Temperaturen bis zu elf Grad ist der Niederschlag als Regen zu erwarten. Das Feuerwerk, mit dem traditionell Hansi Müller die Sieger auf dem Kamphof begrüßt, zündet auch bei Feuchtigkeit. Wem es gilt, ist weitgehend offen. Sicher ist, dass es 10-Kilometer-Rennen einen neuen Sieger geben wird. Amanal Petros, Gewinner der letzten fünf Jahre und mit 30:26 Minuten seit 2014 Streckenrekordhalter, zieht diesmal einen Start beim westfälischen B1-Klassiker Werl - Soest über 15 Kilometer vor. "Vielleicht bin ich nächstes Jahr wieder dabei", sagte der 22-Jährige von der SV Brackwede. Auch die Vereinskollegen Stanley Kogei und Hendrik Pohle, letztes Jahr Zweiter beim "Zehner" und Sieger über fünf Kilometer, laufen in Werl. Das erhöht die erneute Chance für Ingmar Lundström auf eine vordere Platzierung. Obwohl der 45-Jährige von der DJK Gütersloh , viermal Sieger und im Vorjahr Fünfter, nicht mehr seine Top-Zeiten von frühere laufen kann, lässt er sich das "Heimspiel" natürlich nicht entgehen. Bei den Frauen ist Michelle Rannacher von der DJK Güteresloh die Top-Favoritin. Die 23-Jährige könnte den Hattrick perfekt machen, denn sie gewann bereits 2015 und 2016. Am Ende eines überaus erfolgreichen Jahres mit Kreisrekorden über 10 Kilometer und Halbmarathon sowie Siegen beim Verler Citylauf und beim Wiedenbrücker Christkindllauf fühlt sich Rannacher fit für den Wettkampf: "Und der Berliner im Ziel ist immer eine schöne Zugabe." Am dichtesten auf den Fersen bleiben könnte ihr eine frühere Hermannslaufsiegerin. Die Bielefelderin Franzi Bossow (30), 2009 als Franziska Schmidt im Teuto erfolgreich, hat ihre erste Profi-Saison als Triathletin hinter sich, muss nach einer Knieverletzung aber noch großen Trainingsrückstand aufholen.

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