Gütersloh Artur Minosjan ist ein Multitalent mit Ehrgeiz

Aktuell hat der 35-jährige Gütersloher das Laufen und den Triathlon für sich entdeckt. Ein Leben ohne Bewegung kann er sich nicht vorstellen

Christian Geisler

Gütersloh. Artur Minosjan ist ehrgeizig. Diszipliniert arbeitet der Gütersloher so lange an sich, bis er sein gesetztes Ziel erreicht. So ist er Lehrer geworden, so hat er diverse Erfolge im Sport erzielt. "Ich bin ein Malocher", scherzt der 35-Jährige. Phasenweise betrieb er gleich mehrere Sportarten parallel. Fußball, Schach, Taekwondo, Tanzen, Triathlon und Leichtathletik - es gibt nur wenige Disziplinen, die Minosjan nicht ausprobiert hat. "Dabei hatte ich für keinen Sport wirkliches Talent", so der Gütersloher: "Nur habe ich so lange gearbeitet, bis ich gut war." Minosjan wurde bereits in seiner Kindheit durch seinen Vater im sibirischen Nowosibirsk an den Sport herangeführt. "Was er gesagt hat, wurde gemacht", blickt der junge Mann zurück. So habe er als Siebenjähriger mit Taekwondo, Standardtanz und Schach begonnen. "Ich musste mir alles über einen längeren Zeitraum ansehen und durfte dann selbst entscheiden, ob und was ich weitermache." Kurzerhand blieb Minosjan allen drei Sportarten treu. Selbst nachdem er im Alter von 13 Jahren mit seiner Familie nach Deutschland aussiedelte, machte er weiter. "So lange alles läuft, gibt es keinen Grund aufzuhören", sagt Minosjan. So wurde er unter anderem 1997/98 für den TSC Grün-Weiß Casino NRW-Landesmeister im Tanzen. Beim Gütersloher Schachverein wurde er Stadtmeister, im Teamwettbewerb stieg er in die NRW-Klasse auf. "Die Schachmannschaft hatte zuvor noch nie so hochklassig gespielt", erinnert sich der Sport- und Biologielehrer des Gymnasiums in Versmold. Zwischenzeitlich besaß er sogar mehr als 30 verschiedene Pokale, gewonnen in unterschiedlichen Sportarten und Wettbewerben. "Ich bin noch nie in eine Wohnung mit mehr Pokalen und Medaillen gekommen", sagt Minosjans heutige Ehefrau Marleen und ergänzt: "Das war schlimmer als in einer Kneipe." Geschadet hat es trotzdem nicht: Im Juli heiratete das Paar, die gemeinsame Tochter Annika ist elf Monate alt. Mit der Zeit schloss sich Minosjan auch der Fußballabteilung des TuS Friedrichsdorf an. Unter Trainerlegende Siggi Meyer spielte er in der Bezirksliga, reifte im defensiven Mittelfeld zur Führungspersönlichkeit und wurde Mannschaftskapitän. Erst eine Meniskus-Operation setzte ihn 2015 außer Gefecht. Zum ersten Mal in seinem Leben konnte er nicht an sieben Tagen in der Woche Sport ausüben. "Das war eine schwere Zeit für mich. Ich denke, das kam durch die vielseitige Beanspruchung des Knies", so Minosjan. "Aber nur zu Hause sitzen war auch keine Option." Beharrlich baute der Gütersloher die Muskeln in seinem lädierten Knie wieder auf - so lange, bis er sich wieder schmerzfrei bewegen konnte. "Ohne den Sport hätte mir etwas gefehlt. Mein Körper ist darauf getrimmt", sagt Minosjan. Dennoch habe er deutlich kürzer treten müssen als zuvor. Heute ist Minosjan hauptsächlich im Leichtathletikteam der DJK Gütersloh aktiv. Zusammen mit Kumpel Heiko Lewanzik nahm er bereits am Dalkeman Triathlon in Gütersloh teil, absolvierte ihn in einer Stunde und zehn Minuten. "Mein Ziel ist eine Zeit unter einer Stunde", so Minosjan. Ein Leben ohne Sport könne sich der Gütersloher nicht vorstellen. Minosjan misst sich gerne mit anderen, sucht den Wettbwerb, tauscht sich gerne mit Vereinsmitgliedern aus. "Der Sport ist für mich ein Spiegelbild des Lebens", sagt der 35-Jährige. "Man verfolgt ein Ziel, muss Schwierigkeiten überwältigen, lernt mit Siegen und Niederlagen umzugehen." Die Erfahrungen aus dem Sport hätten ihm im Alltag geholfen. Wie ihm einst sein Vater, will auch Minosjan irgendwann seiner Tochter die Welt des Sports zeigen. "Es ist mir wichtig, dass sie Dinge ausprobiert. Ob sie dann weitermacht, entscheidet sie aber selbst."

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