Belohnung: Mit zahlreichen Erfolgen fuhr sich Johannes Hodapp vom RSV Gütersloh in den Fokus der Profi-Rennställe. Auch beim U19-Rennen in der Gütersloher City (Bild) lag er vorn. - © Markus NieLänder
Belohnung: Mit zahlreichen Erfolgen fuhr sich Johannes Hodapp vom RSV Gütersloh in den Fokus der Profi-Rennställe. Auch beim U19-Rennen in der Gütersloher City (Bild) lag er vorn. | © Markus NieLänder

Gütersloh Radler Johannes Hodapp wechselt ins Profigeschäft

Das 18-jährige Talent des RSV Gütersloh erhält für sein erstes Jahr in der Eliteklasse einen Vertrag beim Kontinental-Rennstall "Team Sauerland"

Markus Nieländer

Gütersloh. Der Radsportverein Gütersloh verliert eines seiner größten Talente. Johannes Hodapp unterschrieb einen Profivertrag und wechselt am Jahresende zur Kontinental-Equipe "Team Sauerland". Für den 18-jährigen Stukenbrocker, der 2018 von der Juniorenklasse in die Elitekategorie aufrückt, bedeutet das die Krönung einer erfolgreichen Saison. Hodapp setzt auf eine Zukunft im Radsport. "Wenn ich mich entsprechend weiterentwickele, möchte ich versuchen, eines Tages die Tour de France und die anderen großen Rundfahrten zu bestreiten. Radfahren und Reisen, dass ist schon meine Welt", sagt Hodapp. Beworben hatte sich der RSV-Junior in der Saison 2017 mit zahlreichen starken Auftritten. Als Fünfter der Bundesliga-Einzelwertung hatte er wesentlichen Anteil am Sieg der NRW-Auswahl. Auch international mischte er bereits mit. Bei den Europameisterschaften in Dänemark sowie einigen Nation-Cup-Rennen war Hodapp nicht weit entfernt von der Spitze seines Jahrgangs. Dass die Bäume nicht sofort in den Himmel wachsen, weiß er aber auch: "Ich muss mich erstmal in der Eliteklasse behaupten, und das kann drei bis vier Jahre dauern." Den Fehler, ausschließlich auf die Karte Radsport zu setzen, begeht das Talent nicht. Nach dem für 2018 geplanten Abitur strebt er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Paderborn an. "Ich brauche auch eine Perspektive außerhalb des Sports", sagt der Stukenbrocker. Sportlich erleidet der RSV Gütersloh natürlich einen herben Verlust. Schließlich war Johannes Hodapp Garant für Siege und positive Schlagzeilen. Andererseits bedeutet der Wechsel eines Fahrers in den Profibereich für den Verein auch einen Gewinn an Reputation und Anerkennung für die engagierte Nachwuchsarbeit des Trainerteams Stefan Wittwer und Thorsten Dirkorte. "Ich bleibe Mitglied im RSV Gütersloh und hoffe, auch weiterhin zu den Veranstaltungen eingeladen zu werden. Ich möchte etwas von der Unterstützung, die ich erfahren habe, wieder zurückgeben", erklärte Hodapp. Mit dem Team Sauerland, einem vom früheren Gütersloher Rennfahrer Jörg Scherf 2016 begründeten und seitdem als Geschäftsführer geleiteten Projekt, fand Hodapp seinen Wunschpartner für den Einstieg ins Profigeschäft. Seine Rolle im 2018-er-Aufgebot, das von Wolfgang Oschwald als Sportlicher Leiter gemanagt wird, kennt Hodapp noch nicht genau. Mit Michel Gießelmann (TSVE Bielefeld), Per Christian Münstermann (Düsseldorf) und John Knolle (RSV Unna) sind drei Mitstreiter aus dem NRW-Bundesliga-Team mit ins 16-köpfige Team gewechselt. "Am 19. und 20. Januar haben wir unser erstes Treffen, dann lerne ich alle kennen. Am 10. Februar ist die Team-Präsentation bei unserem Hauptsponsor", erklärt Hodapp. Am 12. Februar, nach den Vor-Abiklausuren, geht es für zwei Wochen ins Trainingslager nach Mallorca. Hodapp ist froh, dass ihn der frühere NRW-Nachwuchstrainer Robert Pawloski trotz seines Wechsels zu Katusha-Alpecin weiter betreut. Die Ziele für die kommende Saison sind für Johannes Hodapp klar. "Als junger Fahrer muss ich mich erstmal etablieren und bei den großen Rennen mitfahren und nach 200 Kilometer ankommen. Die bedeutenden deutschen Eintagesrennen wie Frankfurt-Eschborn, der Münsterland-Giro und die Deutschland-Tour reizen mich", so der Stukenbrocker. Zudem möchte er in der U23-Bundesliga an seine Erfolge anknüpfen und vorne mitfahren. Auch bei den Deutschen Meisterschaften Einzel und Straße möchte Hodapp dabei sein. Mit Rang elf bei der U19-DM war der RSV-Fahrer in diesem Jahr ebenso wenig zufrieden wie mit Rang sieben bei der Berg-DM. "Berge liegen mir nicht so gut. Sprinten und Zeitfahren gehen besser", urteilt der Nationalkaderfahrer. Dagegen stimmte Hodapp der Bundesliga-Sieg mit dem NRW-Mannschaftsvierer bei der Zeitfahr-DM in Genthin zufrieden. Leider war das Rennen nur als Bundesligarennen ausgeschrieben. "Das wäre sonst der DM-Titel gewesen", trauerte Hodapp der verpassten Auszeichnung nach.

realisiert durch evolver group