Gemischtes Paar: Florian Schabram und Lysann Höffer sind zur Zeit die besten Gütersloher Sportakrobaten. - © Henrik Martinschledde
Gemischtes Paar: Florian Schabram und Lysann Höffer sind zur Zeit die besten Gütersloher Sportakrobaten. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh Akrobaten des Kraftsportvereins zeigen die ganze Vielfalt ihrer Sportart

60 Kinder und Jugendliche stellen sich beim Weihnachtsturnen dem Publikum. Schabram/Höffer trainieren für ihre letzte Deutsche Meisterschaft. Zwei Damengruppen sind auf dem Sprung in die Vollklasse

Uwe Kramme

Gütersloh. Sportakrobatik ist etwas für junge Menschen. Warum war beim Weihnachtsturnen des KSV Gütersloh in der gut besuchten Sporthalle Wiesenstraße zu sehen. "Sportakrobatik setzt Beweglichkeit und Kraft, aber auch Mut voraus, man muss ein Gefühl für die tänzerischen Komponenten haben und natürlich trainingsfleißig sein", kommentierte Sabine Winkel die von liebevoll abgestimmter Musik begleiteten Übungen ihrer Paare und Dreiergruppen. Die 42-Jährige leitet seit sechzehn Jahren die Akrobatikabteilung im Kraftsportverein. "Diese Schau ist für uns Abschluss und Höhepunkt des Sportjahres zugleich", erklärt Winkel die schöne Tradition. "Wir versuchen den Zuschauern dann zu zeigen, wie sich unser Sport von der ersten Rolle über den Salto bis hin zur Wettkampfübung entwickelt und wie deshalb das Training aufgebaut wird." Obwohl vor allem Familienangehörige und damit fast schon Insider die Vorträge der gut sechzig Kinder und Jugendlichen verfolgen, staunen sie nicht schlecht, über die Anforderungen, die erfüllt werden müssen, ehe sich die kleinen Akrobaten den strengen Kampfrichtern stellen dürfen. "Unsere Abteilung zählt etwa 150 Mitglieder, davon sind knapp 100 aktiv", berichtet Winkel, die sich auf ein Team von vier Trainerinnen und sechs Helfern stützt. Aushängeschild ist das gemischte Paar Florian Schabram und Lysann Höffer. 2016 waren die beiden in ihrer Disziplin Deutsche Vizemeister. "In diesem Jahr haben sie den sechsten Platz belegt und wir bereiten uns jetzt schon wieder auf die DM 2018 vor", erklärt Winkel. "Dann haben wir endlich einen Mann am Mattenrand" Diese Titelkämpfe im September in Dresden, dürften für Schabram/Höffer indes die letzten gemeinsamen sein. "Lysann ist fünfzehn und kommt in ein Alter, in dem sie für ihren Partner bei den Hebefiguren zu schwer wird", erklärt die Trainerin einen ganz wichtigen Aspekt bei der Sportakrobatik. Florian Schabram hat mit 25 Jahren ein Alter erreicht, in dem man in dieser Sportart längst ans Aufhören denken darf, erst recht wenn man ab Januar die Meisterschule besucht und noch weniger Zeit für das Training hat, obwohl die Ansprüche an die Sportler durch eine Verschärfung des Regelwerks noch größer geworden sind. "Weniger Zeit, aber schwierigere Elemente, es wäre schwierig, mit ihm und einer jüngeren Oberpartnerin ein neues Paar aufzubauen", stellt Winkel fest. Immerhin würde Florian Schabram der Sportakrobatik ja nicht verloren gehen, freut sie sich. "Er rückt in den Trainerstab auf und dann haben wir endlich einen Mann am Mattenrand." Dass die Sportakrobatik beim KSV Gütersloh von Mädchen geprägt wird und die Trainerinnen an den Übungsabenden starke Arme gebrauchen können, wenn die Kraftteile demonstriert und geübt werden, verdeutlichen auch die Tempo- und Balanceübungen von zwei Gruppen, die in diesem Jahr auf NRW-Ebene die Nachwuchswettbewerbe in ihren Altersklassen dominiert haben. "Luisa Beier und Philippa Erdsiek sind vierzehn Jahre alt und ihre Oberpartnerin Lea Junker acht", stellt Winkel vor. Aline Betcher und Stella Bender sind bereits sechzehn und Angelina Bluschke zehn. "Nächstes Jahr sollen sie in der Vollklasse starten und 2019 vielleicht bei der DM", erklärt die Trainerin. Weil aber auch darüber hinaus noch einige Talente da seien, die den Sprung in die Vollklasse schaffen könnten, ist Winkel um die Randsportart Akrobatik in Gütersloh und das Weihnachtsturnen 2018 überhaupt nicht bange.

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