Diskussionen: Am Ende der Saison trennen sich bei der HSG Gütersloh die Wege des talentierten Spielers Max Kollenberg und seines als Teammanager beim Handball-Landesligisten geforderten Vaters Matthias Kollenberg.
 - © Henrik Martinschledde
Diskussionen: Am Ende der Saison trennen sich bei der HSG Gütersloh die Wege des talentierten Spielers Max Kollenberg und seines als Teammanager beim Handball-Landesligisten geforderten Vaters Matthias Kollenberg.
| © Henrik Martinschledde

Gütersloh Die Wege von Matthias und Max Kollenberg trennen sich

Handball: Manager Matthias Kollenberg hat beim abstiegsgefährdeten Landesligisten HSG Gütersloh nach dem von seinem Sohn angekündigten Wechsel noch mehr Sorgen

Uwe Kramme

Gütersloh. Gegen den Tabellenneunten HSG Euro (8:10 Punkte) am Sonntag und dann beim Rangelften Detmold (7:11) stehen für die HSG Gütersloh (1:17) vor Weihnachten noch zwei Partien an, in denen der Handball-Landesligist unbedingt Punkte sammeln muss. "Denn das wären in den Gesprächen mit neuen Spielern die besten Argumente, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen können", sagt Matthias Kollenberg. "Wir haben ja schon mit vielen interessanten Handballern geredet", berichtet der Teamchef der HSG. "Aber die können natürlich auch die Tabelle lesen, wissen, wo wir stehen und zögern mit Zusagen für diese oder die nächste Saison." Und natürlich würden die Kandidaten auch Zeitung lesen und wüssten, wie es um die Perspektiven der HSG steht. Kollenberg und Trainer Uwe Walter machen kein Hehl daraus, dass die Meldung "Max Kollenberg und Eugen Rogalski wechseln 2018 zum TV Isselhorst" nach den unrühmlichen Abgängen von Justus Giersch und Colin Peperkorn der nächste schwere Schlag für ihre Bemühungen war, einen Kader für die neue Saison auf die Beine zu stellen. "Als Vater freut es mich natürlich, dass Max für einen Verein auflaufen kann, der nach seiner für mich feststehenden Meisterschaft in der Landesliga auch in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen wird", sagt Matthias Kollenberg. "Aber als Teammanager tut mir seine Entscheidung weh, denn natürlich stand er als Leistungsträger auf unserer Kaderliste ganz vorn." Kollenberg und Walter versprechen jedoch: "Wir geben nicht auf. Selbst wenn wir in die Bezirksliga absteigen, lassen wir nicht zu, dass hier alles die Dalke heruntergeht." Leichter, da sind sich die beiden einig, würde ihnen die Kaderplanung allerdings für die Landesliga fallen. "Denn dann können wir bei jungen, ehrgeizigen Spielern im Umkreis auch mit einer attraktiven Spielklasse werben." Aus den eigenen Reihen seien die Löcher jedenfalls nicht mehr zu stopfen. "In den unteren Teams haben wir schon alles abgegrast, eine A-Jugend gibt es nicht und die durchaus viel versprechenden B-Jugendlichen brauchen noch ein paar Jahre", erklärt Walter. Ein utopisches Ziel ist der Klassenerhalt für den Coach jedoch nicht. "Wir haben ja schon gezeigt, dass wir nicht so weit hinterherlaufen. Außerdem stehen mit Fabian Diekmann und Dejan Skoric zwei lange verletzte Spieler vor der Rückkehr ins Aufgebot." Nicht aufgegeben hat Kollenberg ("Wir sind in guten Kontakten") zudem die Hoffnung, doch noch einen oder zwei Führungsspieler verpflichten zu können. "Letztes Jahr hat uns ja auch niemand zugetraut, dass wir den Kaspar Neuhaus holen, mit dem wir den Klassenerhalt in der Verbandsliga fast noch geschafft hätten." Kollenberg erscheint die Ellbogenverletzung des ehemaligen Drittligaspielers deshalb im Rückblick wie der "Anfang einer nicht enden wollenden Pleiten-Pech-und-Pannenserie". Max Kollenberg freut sich auf TVI Für Max Kollenberg hat die bessere sportliche Perspektive den Ausschlag gegeben, sich für einen Wechsel von der HSG Gütersloh zum TV Isselhorst zu entscheiden: „Ich traue dem TVI zu, in der Verbandsliga eine gute Rolle zu spielen, und mir, dass ich mich dort als torgefährlicher Mittelmann durchsetze." Der 23-Jährige betont aber auch, dass es ihm „nicht leicht war", diesen Entschluss seinen Mitspielern, seinem als Teammanager aktiven Vater, ja dem ganzen Verein, für den er seit C-Jugendzeiten aktiv ist, mitzuteilen. „Leichter würde mir der Abschied deshalb fallen, wenn wir den Klassenerhalt schaffen", sagt Max Kollenberg. „Und wenn unser Verletzungspech endlich aufhört, dann können wir das auch schaffen", glaubt der mit 37 Toren beste Werfer des Landesliga-Vorletzten, der selber wegen einer Schulterverletzung nur schwer in die Saison kam und zuletzt von Wadenproblemen gestoppt wurde.

realisiert durch evolver group