Highlight: Im Blitzlichtgewitter der Fotografen und unter dem Beifall der Zuschauer gewann Karsten Meier (LG Braunschweig) den Jubiläumslauf, - © Henrik Martinschledde
Highlight: Im Blitzlichtgewitter der Fotografen und unter dem Beifall der Zuschauer gewann Karsten Meier (LG Braunschweig) den Jubiläumslauf, | © Henrik Martinschledde

Rheda-Wiedenbrück Christkindllauf feiert rasantes Jubiläum

Leichtathletik: Karsten Meier gewinnt die 25. Auflage des Wiedenbrücker Kultlaufs mit der fünftschnellsten Zeit. Michelle Rannacher von der DJK Gütersloh triumphiert bei den Frauen. 1.215 Teilnehmer sind begeistert

Wolfgang Temme

Rheda-Wiedenbrück. Die Siegerliste des Wiedenbrücker Christkindllaufs ist um zwei neue Namen reicher. Bei der Jubiläumsauflage der zum 25. Mal von der LG Burg durchgeführten Veranstaltung tri- umphierten am Freitagabend Karsten Meier und Michelle Rannacher in den Rennen über 10 Kilometer. Der 25-jährige Hannoveraner, der für die LG Braunschweig startet, erreichte mit 30:37 Minuten die fünftbeste Siegerzeit in den 25 Jahren. Die 23-jährige Siegerin von der DJK Gütersloh gewann mit 37:19 Minuten. Als nach zwei Minuten und zehn Sekunden der letzte aus dem Feld der 1.215 Teilnehmer die Startlinie überquert hatte, war an der Spitze schon der Zweikampf um den Sieg entbrannt. Robiel Weldemichael, ein aus Eritrea stammender 25-jähriger aus Delbrück, wollte nach zwei zweiten Plätzen diesmal gewinnen und heftete sich an die Fersen des als Favorit geltenden Karsten Meier. Zwei von vier Runden liefen beide gemeinsam hinter dem Rad von Führungsfahrer Dietmar Sander her, der ihnen bei den früh einsetzenden Überrundungen den Weg freiläutete. Dann attackierte Meier. "Ich wollte mal austesten, wie der so ist - ich kannte ihn ja nicht", beschrieb der deutsche Spitzenathlet seine Strategie, die voll aufging. Unter dem Jubel des Zuschauerspaliers vor dem Ratskeller überquerte er die Ziellinie auf der Langen Straße nach 30:37 Minuten mit 34 Sekunden Vorsprung. Da Meier gar nicht aufhörte zu spurten, weil er dachte, er müsse noch den Bogen zum Konrad-Adenauer-Platz laufen, musste ihm die LG Burg-Vorsitzende Berna Masjosthusmann sogar hinterherrennen, um den neuen Siegerpokal zu überreichen. "Die Stimmung hier ist bombastisch", sagte Meier, der 2016 bei seinem dritten Sieg beim Rietberger Adventslauf auf den Christkindllauf aufmerksam gemacht wurde und nun ein perfektes Debüt feierte. Im kommenden Jahr unternimmt der Biochemiker, DM-Sechster über 10.000 Meter in 29:40,13 Minuten, einen noch spektakuläreren Versuch als Debütant: Er will sich Ende April in Düsseldorf mit seinem ersten Marathonlauf gleich für die EM in Berlin qualifizieren. Hinter Weldemichael (31:11 Min.), dem Hamburger Jan Simon Hamann (31:53 Min.) und dem Osnabrücker Nicolai Riechers (32:03 Min.) belegte der neunmalige Sieger Elias Sansar (Detmold) mit 32:39 Minuten Rang fünf. "Ich weiß, dass ich hier nicht mehr um den Sieg mitlaufen kann, mir ging es ums Dabeisein", sagte der 37-Jährige. Im Lauf der Frauen überließ Michelle Rannacher zwei Runden lang Christl Dörschel von der SG Wenden die Führungsarbeit und wollte sie dann ablösen. Die 42-jährige Siegerin von 2014 konnte aber nicht mehr mit der 19 Jahre jüngeren Konkurrentin mithalten, die im Ziel sieben Sekunden Vorsprung hatte. "Ich hätte es ihr genauso gegönnt", zeigte sich die siegreiche Gütersloherin im Ziel als faire Sportlerin. Mit einer derart schnellen Zeit (37:10 Min.) hatte die Kreisrekordlerin (36:34 Min.) nach Trainingspause und Erkältung gar nicht gerechnet: "Noch am Mittwoch lief es bei Tempoläufen auf der Bahn überhaupt nicht." Bis zum Weihnachtscross in Borgholzhausen bleiben ihr zwei Wochen, um an der Topform zu feilen. Hinter Nele Weike aus Minden (39:21 Min.), Victoria Willcox-Heidner vom LC Solbad (40:30 Min.) und Raija Schmidt aus Münster (40:44 Min.) freute sich Silvia Noya Crespo über den 6. Platz. Die 38-Jährige von der DJK Gütersloh hatte verhalten begonnen und nach 40:53 Minuten zahlreiche Konkurrentinnen eingesammelt.

realisiert durch evolver group