Modell: Der 1. Vorsitzende Raimund Bertels empfiehlt den Anhängern des SC Verl in diesem Jahr ein Vereins-Käppi als Weihnachtsgeschenk. - © Henrik Martinschledde
Modell: Der 1. Vorsitzende Raimund Bertels empfiehlt den Anhängern des SC Verl in diesem Jahr ein Vereins-Käppi als Weihnachtsgeschenk. | © Henrik Martinschledde

Verl SC Verl präsentiert gute Zahlen

Die Vereinsführung kündigt deshalb einen "Angriff auf die Spitze" in den nächsten Jahren an

Uwe Kramme

Verl. Was für ein Unterschied: Auf der Jahreshauptversammlung 2016 hatte Raimund Bertels mit besorgter Miene "dunkle Wolken" über der sportlichen und finanziellen Zukunft des SC Verl aufziehen sehen. Ein Jahr später zog der Vorsitzende des Tabellenachten in der Fußball-Regionalliga West dagegen mit einem strahlenden Lächeln Bilanz: "Wir haben es geschafft, das Produkt SC Verl interessant zu machen." Auf der Grundlage der "erfreulichen Finanzzahlen und einer guten sportlichen Situation", erlaubte sich der ehemalige Spieler und Trainer des Sport-Clubs Verl am Sonntag auch gleich noch einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft. "Erstmal ein einstelliger Tabellenplatz, dann in diesem Bereich konsolidieren und vielleicht wird irgendwann mein Traum wahr, und wir können die 3. Liga angreifen." "Ich finde es richtig, dass Vorstand und Sportliche Leitung angreifen wollen." Auch Andre Theilmeier gab sich auf der Versammlung in der "Altdeutschen" angriffslustig: "Wir können schließlich nicht jedes Jahr sagen, dass wir nur nicht absteigen wollen." Der Sprecher des Verwaltungsrates schlug aber auch kritische Töne an. "Es wird immer schwerer, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden", stellte Theilmeier fest und kündigte an, dass die Buchhaltung künftig "außer Haus gegeben" werden müsse. Zudem räumte Theilmeier ein, dass er sich um das Marketing sorge, weil es schwer sei, Personen aus dem Verein zu finden, die sich mit der nötigen Akribie um diese wichtige Grundlage für den Club kümmern könnten. Außerdem sei es insgesamt notwendig, den Verein und seine Gremien zu verjüngen. In seinem Rechenschaftsbericht betonte Bertels, dass der SC Verl mit dem Ausbau des Stadions die richtige Entscheidung getroffen hat. "Wir sind auf Jahre hinaus gut vorbereitet." Die spielstarke Mannschaft und "diese wunderschöne Spielstätte" hätten nicht nur die Akquise von Sponsoren erleichtert, sondern auch dafür gesorgt, dass die Zuschauerzahl von vorher um die 400 verdoppelt werden konnte. "Aber damit bin ich noch nicht zufrieden", nannte der SCV-Chef erneut einen Schnitt von tausend Zuschauern pro Spiel als Ziel. Dass die Führung des nach einem spontanen Beitritt auf der Versammlung 1.054 Mitglieder zählenden SC Verl am Sonntag derart auf Optimismus machte, lag an den von Hans-Katzwinkel vorgetragenen Wirtschaftsdaten. Als Vertreter des verhinderten Kassenwartes Hans-Josef Päh- ler wies der 2. Vorsitzende bei Einnahmen von 1.680.000 Euro zwar Ausgaben von 1.688.000 Euro und damit einen Verlust von 8.000 Euro aus. "Aber in dieser Rechnung sind Abschreibungen für Investitionen ins Stadion von 57.000 Euro enthalten, die wir dort verbuchen müssen. Doch der Cashflow beträgt 50.000 Euro." Dass im Vergleich zum Vorjahr ein um 78.000 Euro geringerer Verlust ausgewiesen werden konnte, führte Katzwinkel vor allem auf die um 172.000 Euro gesteigerten Einnahmen zurück.

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