Heimsieg: Der Verler Marco Rath gewann das abschließende Rennen über 10 Kilometer. - © Henrik Martinschledde
Heimsieg: Der Verler Marco Rath gewann das abschließende Rennen über 10 Kilometer. | © Henrik Martinschledde

Verl 5. Verler Citylauf: Marco Rath gewinnt das 10-Kilometer-Rennen

Michelle Rannacher sorgt für die Top-Leistung einer Veranstaltung mit knapp über 2.000 Teilnehmern

Wolfgang Temme

Verl. Als sich Marco Rath vor langer Zeit erstmals zu einem 10-Kilometer-Lauf anmeldete, wurde ihm ein Vereinsname abverlangt. Weil er als Hobbyläufer nirgendwo Mitglied war, trug er aus reinem Jux „Raketenwunder Verl" ein. Unter diesem Namen lief er jahrelang bei kleineren und größeren Veranstaltungen und erzielte unter anderem beim Hermannslauf respektable Ergebnisse. Die größte Rakete zündete der 42-jährige Verler aber erst gestern abend beim 5. Citylauf in seiner Heimatstadt. Nach 36:07 Minuten riss er im Ziel auf der Hauptstraße als Sieger des 10-Kilometer-Rennens die Arme hoch. „Mein erster Sieg bei einem Lauf dieser Größenordnung", staunte der beruflich in Oerlinghausen tätige Mediendesigner. „Ingmar hat mich getrieben", schilderte Rath den Rennverlauf, den der zweitplatzierte Ingmar Lundström (DJK Gütersloh, 36:25 Min.) etwas anders wahrnahm. Rath selbst nämlich war es, der nach vier Kilometern das Tempo anzog („Mir war es zu langsam"), und Lundström konnte zunehmend nicht mehr mit dem Feuerwrk mithalten, dass Rath nun abbrannte. Das wiederum war keine Überraschung, denn er hatte erst am Samstag beim Böckstiegellauf einen harten „Zehner" siegreich bestritten. „Es soll nicht arrogant klingen, aber normalerweise kann ich eine 34-er Zeit laufen", sagte der 45-Jährige, als er dem Sieger herzlich gratulierte. Wichtiger noch als den eigenen Erfolg zu feiern, war Marco Rath allerdings eine Entschuldigung: „Als ich während des 5-km-Laufes über die Strecke gegangen bin, habe ich aus Versehen dem Radfahrer am Ende des Feldes auf seinen Besen getreten, und er ist gestürzt. Das tut mir total leid, ich gebe ihm nachher ein Bier aus." Gar nicht weit hinter dem Zweikampf an der Spitze des 284 Teilnehmer starken Feldes sorgte Michelle Rannacher für die sportlich wertvollste Leistung der gesamten Veranstaltung. Die 23-Jährige von der DJK Gütersloh war als Gesamtsechste mit 37:26 Minuten in beeindruckender Lockerheit die schnellste Frau. Auch sie hatte den Böckstiegellauf zu verkraften, den sie am Samstag ebenfalls gewonnen hatte. „Die Beine tun mir noch weh, und der Bauch grummelt auch – mir geht es heute nicht um eine besondere Zeit", hatte sie vor dem Start einen Wettkampf mit angezogener Handbremse angekündigt. Tatsächlich lief die Kreisrekordlerin (36:34 Min.) auf dem neuerdings offiziell vermessenen Kurs eine Zeit, die sogar deutlich unter dem alten Streckenrekord von Ilona Pfeiffer aus dem Jahre 2015 war (38:39 Min.). Richtig Gas geben will die Gütersloherin am Wochenende beim „Zehner" in Brockhagen und am 15. Oktober bei den NRW-Halbmarathonmeisterschaften in Kranenburg-Nütterden. Der Auftritt von Michelle Rannacher krönte eine Veranstaltung, die von einem riesigen Zuspruch und einer tollen Stimmung an der Strecke und von einer neuen Rekordbeteiligung geprägt war. Insgesamt 2.002 Läuferinnen und Läufer wurden an der Startlinie registriert; die alte Höchstmarke aus dem Vorjahr stand bei 1.765 Finishern. „Meine größte Sorge war das Wetter", gestand Organisator Thorsten Nöthling vom TV Verl. Er hatte sich am Vormittag schon auf Regen eingestellt, wurde mit seinem Team von 70 Mitarbeitern für die perfekte Vorarbeit aber mit einem trockenen Abend belohnt.

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