Vermessungstrupp: Thorsten Nöthling, Tim Schenzer, Dieter Schenzer und Andreas Brok (v.l.) machten am Samstag den Rundkurs in Verl tauglich für die DLV-Bestenlisten. - © Wolfgang Temme
Vermessungstrupp: Thorsten Nöthling, Tim Schenzer, Dieter Schenzer und Andreas Brok (v.l.) machten am Samstag den Rundkurs in Verl tauglich für die DLV-Bestenlisten. | © Wolfgang Temme

Lokalsport Gütersloh Strecke des 5. Verler Citylaufs abgemessen

5. Verler Citylauf: Offizielle Vermessung des Rundkurses ergab kaum Abweichung von der bisherigen Distanz. Teilnehmer über fünf und zehn Kilometer laufen an Kilometerschildern vorbei

Temme

Verl. Schon jetzt ist klar: Beim 5. Verler Citylauf wird es heute Abend neue Streckenrekorde geben. Grund dafür ist nicht etwa der Start irgendwelcher Profis, sondern dass der Kurs durch die Innenstadt erstmals „amtlich" vermessen wurde. Das Ergebnis der am Samstag bei strömendem Regen vorgenommenen Prozedur, die sechs Stunden dauerte, war überraschend: Die alte Strecke, von Organisator Thorsten Nöthling zusammen mit Peter Gehrmann gewissermaßen „per Hand" vermessen, war nicht deutlich zu kurz, wie angesichts schneller Zeiten von einigen Teilnehmern und auch von der NW gemutmaßt worden war, sondern passte bis auf ein paar Meter genau. Ganz exakt beträgt die Länge einer Runde 2,4925 Kilometer. Die Startlinie für den „Fünfer" (2 Runden) liegt heute also 15 Meter und die für den „Zehner" (4 Runden) 30 Meter vor dem Zielstrich. „Es ist schön, dass wir in unserer Arbeit bestätigt wurden", freut sich Nöthling. Die Vermessung wurde am Samstag von Dieter Schenzer vorgenommen, einem von rund 50 lizenzierten Beauftragten des Deutschen Leichtathletikverbandes. Der 69-Jährige aus Deiringsen (Kreis Soest) übt diesen Job seit 14 Jahren aus und gehört wegen der Vielzahl seiner Aufträge zu den Top-10 der Streckenvermesser in Deutschland. Anders als man es im digitalen Zeitalter vermuten würde, basiert das Verfahren nicht auf „Hightech", sondern auf einer althergebrachten Methode. Am Vorderrad eines Fahrrads ist ein mit kleinen Zahnkränzen betriebener Zähler befestigt, der Jones-Counter, der bis auf vier Stellen hinter dem Komma die zurückgelegte Distanz misst. Nach der aufwändigen Eichung auf einer 450-Meter-Prüfstrecke, bei der Lufttemperatur und Reifendruck berücksichtigt wurden, ermittelte Schenzer die „Tages- vermessungskonstante". Anschließend vermaß der Trupp, zu dem neben Dieter Schenzer und seinem Sohn Tim (28) auch noch Andreas Brok, der heute Abend als Radfahrer die Läuferspitze über den Kurs führt, gehörte die Strecke vom Ziel ab rückwärts – und zwar auf der für Läufer möglichen Ideallinie. Absteigend (neun, acht, sieben . . .) wurde bei jedem Kilometer ein Vermessungsnagel eingeschlagen und markiert. Heute Abend werden dort zur besseren Orientierung für die Teilnehmer Kilometerschilder aufgestellt. Nachdem Schenzer das Protokoll am Abend an den DLV übermittelt hatte, war das Ergebnis quasi „amtlich". Die penible Prozedur kostet die Veranstalter Geld; rund 350 Euro betrug der „Freundschaftspreis" für den Verler Citylauf. Nöthling war es das wert. Erstens hat er nun die Gewissheit, dass „seine" Strecke stimmt. Zweitens kann er mit dem Gütesiegel „DLV vermessen" für die Veranstaltung werben, denn die in Verl gelaufenen Zeiten könnenkünftig für die offiziellen Bestenlisten des Verbandes berücksichtigt werden. Für die heutige Veranstaltung gilt das aber noch nicht, denn der Lauf ist wie in den Vorjahren nicht beim Verband angemeldet worden, um die ansonsten fälligen Gebühren zu sparen.

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