Sorgen: Wegen ausstehender Zahlungen könnte noch privat gegen Club-Gründer Florian Eichstädt vorgegangen werden. - © Henrik Martinschledde
Sorgen: Wegen ausstehender Zahlungen könnte noch privat gegen Club-Gründer Florian Eichstädt vorgegangen werden. | © Henrik Martinschledde

Lokalsport Gütersloh Vorsitzender verschwunden: Westfalen Mustangs steigen aus Basketball-Regionalliga ab

Der Verein aus Rheda-Wiedenbrück lässt alle Fristen verstreichen und wird deshalb vom Westdeutschen Basketball-Verband vom Spielbetrieb in der 1. Regionalliga ausgeschlossen

Christian Geisler

Gütersloh. Obwohl die erste Basketball-Regionalliga noch nicht begonnen hat, stehen die Westfalen Mustangs bereits als erster Absteiger fest. Folglich müssen die Citybaskets Recklinghausen am Samstag nicht nach Rheda-Wiedenbrück, um dort ihr Saisonauftaktspiel zu bestreiten. Die Begegnung gegen die Mustangs wird zugunsten der Gäste gewertet. Der Westdeutsche Basketball-Verband (WBV) hatte die Westfalen Mustangs in einem Schreiben dazu aufgefordert, bis Montag, 11. September, nachzuweisen, dass der Verein zu Saisonbeginn eine Mannschaft sowie eine Halle mit einer Kapazität von mindestens 300 Zuschauern stellen kann. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob die Schiedsrichter vom Club bar bezahlt werden können. Diese Frist haben die Mustangs verstreichen lassen. Zuvor hatte die Stadt Rheda-Wiedenbrück bereits angekündigt, dem Basketballverein keine Spiel- und Trainingszeiten in den städtischen Turn- und Sporthallen zur Verfügung zu stellen. Trotz wiederholter Kontaktversuche seitens der Stadt, hatte es keine Rückmeldung vom Verein gegeben. Vom Gründer und Vorsitzenden der Mustangs, Florian Eichstädt, fehlt weiter jede Spur. „Das hat es deutschlandweit noch nie gegeben, dass sich ein Verein überhaupt nicht mehr meldet", sagt ein enttäuschter Uwe Plonka. Der WBV-Präsident hatte bis zuletzt gehofft, eine Stellungnahme des Vereins zu erhalten. Auch die ausstehenden Verbandsabgaben wurden von den Mustangs – trotz mehrmaliger Aufforderung – nicht beglichen. Der „hohe dreistellige Betrag" (Plonka) ist noch immer offen. Der Ausschluss vom Spielbetrieb gilt wegen der ausstehenden Verbandsabgaben auch für die zweite Mannschaft der Mustangs in der Bezirksliga. Sollten die geleistet werden, könnten die Reservisten auflaufen, denn Nachweise von Spielhallen und Spielerlisten sind hier nicht notwendig. Auch Peter Heethey, Anwalt der ehemaligen Mustangs-Spieler Temur Kiknadze, Reggie Smith, Kristoffer Douse und Alberto Del Hoyo, hat noch keine Reaktion aus Rheda-Wiedenbrück erhalten. Aufgrund mehrerer Versäumnisurteile des Bielefelder Arbeitsgerichts, müssen die Westfalen Mustangs 31.325 Euro an die Spieler zahlen. Auf die von Heethey angebotene Ratenzahlung gab es keine Antwort. „Die Frist ist abgelaufen. Wir werden die Zwangsvollstreckung einleiten", so der Jurist. Um Kosten gering zu halten, werde zunächst nur einer der Spieler die Zwangsvollstreckung erwirken. „Ich glaube nicht, dass von Vereinsseite etwas zu holen ist", sagt Heethey. Bestätigt sich der Verdacht, werde der Jurist gegen die Privatperson Eichstädt vorgehen.

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