Lokalsport Gütersloh Vanessa Bradler von Trispeed Marienfeld absolviert Ironman

Triathlon: Auch Christian Reiling finisht bei der Challenge in Almere

Robert Becker

Harsewinkel. Die Finisher-Medaille baumelte noch um ihren Hals, als Vanessa Bradler am Tag nach ihrem ersten „Ironwoman" durch ihre Wohnung schlich. Stolz, aber erschöpft, berichtete die 32-Jahre alte Triathletin von ihrer Feuertaufe auf der Langdistanz. „Es war viel härter, als ich es mir je habe vorstellen können", sagte sie über die Challenge im niederländischen Almere-Amsterdam. Nach 11:45:33 Stunden erreichte Vanessa Bradler nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 182 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen das Ziel Damit ist sie in der 30-jährigen Vereinsgeschichte von Trispeed Marienfeld die dritte Athletin, die einen Langdistanztriathlon gefinisht hat. „Schwimmen und Radfahren liefen gut, beim Laufen habe ich gedacht, das wird gleich besser, wurde es aber nicht." Die Bedingungen mit 14 Grad Kälte, Wind und Dauerregen verlangten den Athleten aber auch alles ab. Nach 59:21 Stunden war die gelernte Rettungsschwimmerin aus dem Wasser geklettert. Auf der Radstrecke blieb sie mit 5:40:53 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,1 km/h zwar genau im Marschplan. „Aber wahrscheinlich bin ich für diese Umstände zu schnell gefahren", überlegte Bradler später. Denn der Marathon war ihr schwer gefallen. „Alle haben mir zugerufen, nimm Gels, nimm Wasser, weil sie dachten, ich kippe gleich um", erzählte sie. „Es war viel härter,als ich es mir je habe vorstellen können" Am Rand der sechsmal zu laufenden 7-km-Runde wurde Vanessa Bradler von ihrem Mann Claas und Lisa Petermann sowie Andreas Herse betreut. Die angehende „Eisenfrau" hängte sich an einen Italiener, der sie immer wieder aufmunterte. Nach 4:55:05 Stunden war dann auch der Marathon geschafft. Vanessa Bradler gilt in der Szene als schmerzfrei, wenn es um große Herausforderungen geht. In ihrer zweiten Triathlonsaison hatte sie vier Mitteldistanzwettbewerbe und diverse Starts in der Liga als Vorbereitung auf die Challenge in Almere absolviert. Dort rief sie dann aber ihren Freunden von unterwegs zu: „Macht so etwas nie!" Anders als sonst habe sie sich auch mehrfach die Sinnfrage gestellt: „Warum machst du das?" Im Ziel, als die Anspannung gewichen war, flossen dann die Tränen, vor Erleichterung. „Immerhin habe ich den ganzen Sommer auf diesen Tag hin trainiert, ein Dutzend Wettkämpfe bestritten und rund 7.500 Radkilometer neben dem Schwimm- und Lauftraining absolviert." Mit einem Strahlen im Gesicht machte Teamkollege Christian Reiling in Almere die letzten Schritte ins Ziel. Der 41-Jährige hatte sich ebenso akribisch vorbereitet wie Bradler. Beim Schwimmen war Reiling mit 1:01 Stunden gut unterwegs. Beim Radfahren, seiner stärksten Disziplin, hielt er sich zurück und brauchte 5:38:31 Stunden. Das zahlte sich auf der Laufstrecke aus. Nach weiteren 5:10:13 Stunden kam der Trispeeder auf 12:01:47 Stunden und belegte Platz 64 in der Altersklasse M?40.

realisiert durch evolver group