Parcours: Jeder Starter rutschte mit seinem Kajak von der Rollrampe in die Ems und musste zunächst sein Gleichgewicht finden. Auch WM-Teilnehmer Patrick Gödecke nahm an der Challenge teil. In der Kategorie Jungen U18 wurde er Zweiter. - © Henrik Martinschledde
Parcours: Jeder Starter rutschte mit seinem Kajak von der Rollrampe in die Ems und musste zunächst sein Gleichgewicht finden. Auch WM-Teilnehmer Patrick Gödecke nahm an der Challenge teil. In der Kategorie Jungen U18 wurde er Zweiter. | © Henrik Martinschledde

Lokalsport Gütersloh Kajak-Parcours des KC Wiedenbrück-Rheda hat es in sich

Kanusport: Bei der 2. Kajak-Parcours-Challenge des KCWD steht der Spaß im Vordergrund. Organisator Stefan Barwich liefert die schnellste Zeit

Christian Geisler

Rheda-Wiedenbrück. Organisator Stefan Barwich und Jürgen Sieg vom Kanu-Club Wiedenbrück-Rheda paddeln in ihrem Zweier-Kajak geradewegs auf das erste Hindernis der zweiten Wiedenbrücker Kajak Parcours Challenge zu. Mitten auf der Ems ist ein Surfbrett festgezurrt. Die Teilnehmer müssen aus ihrem Zweier aussteigen, auf das Brett klettern und das Kanu umsetzen. Erst dann dürfen sie das nächste Hindernis ansteuern. Während Barwich mit einem Bein auf dem Surfbrett steht und mit dem anderen verzweifelt versucht, das Kajak gerade zu halten, probiert Sieg wieder in den Zweier einzusteigen. Es bleibt beim Versuch. Der 53-Jährige verliert den Halt und fällt unter tosendem Applaus und Gelächter von den Zuschauern am Ufer ins Wasser. Aus den aufgestellten Musikboxen am Rand der Ems hallt das spöttische Wortspiel: „Damit ist der Sieg wohl ins Wasser gefallen." Obwohl das Duo die übrigen Hindernisse, wie einen Traktorreifen oder ein Fischernetz, mühelos meistert, kostet das Missgeschick wertvolle Zeit für die Endwertung. Mit 2:16 Minuten absolvieren Barwich/Sieg den Parcours in der Kategorie Zweier Herren ab 15 Jahre nur als siebtbestes Team. Der Sieg geht an den Zweier Pöppelmann/ Foyer von der Gütersloher Faltbootgilde (1:43 Minuten). „Wer gewinnt, ist am Ende zweitrangig. Das ist ein Wettkampf unter spaßigen Aspekten. Vom Anfänger bis zum Experten darf hier jeder starten", sagt Barwich, der später noch die Einzelwertung der Herren über 40 Jahre gewinnt. Mit 1:28 Minuten absolviert der erfahrene Kanute den Parcours als Tagesschnellster. Allein in der Einzelkonkurrenz treten gut 80 Starter zur 2. Wiedenbrücker Kajak Parcours Challenge an. „Die Vereine der Region kommen hier zusammen. Ein Starter ist sogar extra aus Ulm angereist", berichtet Barwich. Mit Nele Barwich tritt auch die amtierende Deutsche Schülermeisterin im Kanufreestyle an und siegt bei den U14-Mädchen mit 1:43 Minuten. Mit Luisa Heinen (1:34 Minuten) und Patrick Gödecke (1:43 Minuten) starten sogar zwei WM-Teilnehmer im Kanufreestyle aus der Emsstadt. Die nächste Weltmeisterschaft findet im November in Argentinien statt. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer am Samstag ist 18 Jahre alt oder jünger. Gerade die jüngsten Vereinsmitglieder müssten regelmäßig bei Laune gehalten werden, damit sie dauerhaft den Spaß am Kajakfahren bewahren, erläutert Barwich. „Eigentlich wollen wir immer alle Wildwasser fahren. Nur ist das bei uns auf der ruhigen Ems nicht möglich. Deswegen müssen wir uns solche Parcours-Wettbewerbe ausdenken." Für die Ausrichtung der 2. Kajak Parcours Challenge ließen die Wiedenbrücker Kanuten sogar den Europacup in Prag aus.

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