Highlight: Lisa Steinlage blickt ihrem Start beim Länderkampf gegen die USA mit großer Vorfreude entgegen. - © Henrik Martinschledde
Highlight: Lisa Steinlage blickt ihrem Start beim Länderkampf gegen die USA mit großer Vorfreude entgegen. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh Lisa Steinlage für das deutsche Nationalteam nominiert

Leichtathletik: 24-jährige Siebenkämpferin der LG Kreis Gütersloh bestreitet am 29. und 30. Juli in Düsseldorf den Thorpe-Cup. Im Länderkampf im Rather Waldstadion treten die Mehrkampf-Mannschaften des DLV gegen die USA an.

Wolfgang Temme

Gütersloh. Eigentlich war Lisa Steinlage für den Rest des Leichtathletik-Sommers 2017 ganz auf die deutschen Mehrkampfmeisterschaften Mitte August in Kienbaum fokussiert. Dort wollte die Siebenkämpferin der LG Kreis Gütersloh möglichst an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen, als sie mit dem Kreisrekord von 5.418 Punkten Dritte wurde. Doch plötzlich ist die DM für die 24-jährige Rietbergerin nur noch der zweitwichtigste Wettkampf des Jahres. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nominierte sie überraschend für das Siebenkampf-Nationalteam, das am 29. und 30. Juli in Düsseldorf den Thorpe-Cup bestreitet. Dabei handelt es sich um einen nach dem Olympiasieger von 1912 im Zehnkampf benannten Länderkampf der deutschen Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen gegen die USA. „Das ist eine einmalige Chance, im Nationaltrikot zu starten", freut sich Steinlage. Sie überlegte nicht lange, gab sofort ihre Zusage und fiebert nun dem bisher bedeutendsten Wettkampf ihres Lebens entgegen. Dass ihr dadurch bei der DM zwei Wochen später etwas die Frische fehlen könnte, nimmt sie nur allzu gerne in Kauf. „Ich weiß gar nicht, wie die auf mich gekommen sind", staunt die Rietbergerin immer noch ein wenig über den Anruf des DLV, der zuerst an ihren Wiedenbrücker Coach Andreas Schulze erfolgte. Außerdem kümmert sich der Rietberger Ferdi Schumacher um ihr Training. Die deutsche U23-Meisterin von 2014 empfindet die Nominierung auch als Belohnung für ihren jahrelangen Ehrgeiz und den hohen persönlichen Aufwand, den sie als Amateursportlerin betreibt. Steinlage arbeitet in Vollzeit als Bankkauffrau, absolviert nebenher noch ein Studium und kombiniert beides mit dem zeitintensiven Training für sieben Disziplinen. In dieser Saison erlebte die Athletin bisher Höhen und Tiefen. Steinlage startete Anfang Mai bei den Kreismeisterschaften in Gütersloh mit 5.223 Punkten. Drei Wochen später konnte sie ihren Titel bei den NRW-Meisterschaften in Bad Oeynhausen nicht verteidigen; an dritter Stelle liegend musste sie den Wettkampf nach dem ersten Tag wegen Krankheit abbrechen. Der Versuch, sich wie im Vorjahr über 110 Meter Hürden auch in einer Einzeldisziplin für die DM in Erfurt zu qualifizieren, glückte nicht; am Ende fehlten zehn Hundertstel. „Macht nichts, ich konzentriere mich auf Kienbaum", hatte die Siebenkämpferin auf das Verpassen der Norm gelassen reagiert. Jetzt könnte sie sogar davon profitieren, ihr Training frühzeitiger als geplant wieder auf Vielseitigkeit ausgerichtet zu haben. „Es läuft gut, ich habe keine Probleme", freut sie sich auf den Länderkampf, der im Rather Waldstadion ausgetragen wird. Dort wird das fünfköpfige deutsche Aufgebot angeführt von Sophie Hamann vom TuS Metzingen, mit 5.726 Punkten Siebte der aktuellen Jahresbestenliste. Lisa Steinlage belegt mit 5.223 Punkten Rang 15. Die Top-Athletinnen Carolin Schäfer (6.836 Pkt.) und Claudia Salman-Rath (6.580 Pkt.) kamen wegen der eine Woche später beginnenden WM in London für den Thorpe-Cup nicht in Frage.

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