Start: Sofort waren Elias Sansar und Ilona Pfeiffer an der Spitze. Andreas Beulertz und Hendrik Pohle (v.l.) belegten die Plätze drei und zwei. - © Henrik Martinschledde
Start: Sofort waren Elias Sansar und Ilona Pfeiffer an der Spitze. Andreas Beulertz und Hendrik Pohle (v.l.) belegten die Plätze drei und zwei. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh Isselhorster Nacht bietet Gänsehaut-Finale im Zuschauerspalier

Leichtathletik: Bei der 19. Isselhorster Nacht laufen Elias Sansar und Ilona Pfeiffer zum wiederholten Mal als Sieger ins Ziel des Hauptrennens. Murat Bozduman verliert den Nightcup in einem verbissenen Endspurt

Wolfgang Temme

Gütersloh. Auch so kann man eine Nacht gemeinsam verbringen: Petra Stickling (50) aus Verl und Sabine Wollenberg (51) aus Schloß Holte liefen eine Stunde, vier Minuten und fünf Sekunden lang durch Isselhorst – immer in Begleitung des „Besenwagens", der symbolisch die Letzten von der Straße kehrt. „Wir wollten nur ankommen, das haben wir geschafft. Jetzt holen wir uns ein Glas Sekt", lachten die beiden, nachdem sie zum ersten Mal in ihrem Leben eine Strecke von 9,2 Kilometer laufend bewältigt hatten, voller Stolz. Als die beiden Schlusslichter der 19. Isselhorster Nacht im Ziel von ihren Freunden empfangen wurden, bereiteten sich Elias Sansar und Ilona Pfeiffer längst auf die Siegerehrung vor. Der 37-jährige Detmolder gewann den Hauptlauf in 29:05 Minuten zum vierten Mal, die 41-jährige vom LC Solbad triumphierte nach 35:39 Minuten sogar schon zum siebten Mal. Beide dominierten ein Rennen, das 594 Nachtschwärmer mit einem Gänsehaut-Finale durch das Zuschauerspalier in der stimmungsvollen Lauf-Arena auf der Haller Straße beendeten. Elias Sansar feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg mit 48 Sekunden Vorsprung vor Hendrik Pohle (SV Brackwede). „Ich habe das Gefühl, Elias wird immer schneller, und ich stagniere", staunte Laufsponsor Jürgen Knemeyer, der sich nach dem Abgeben das Startschusses selbst in das Feld einreihte und nach 41:07 Minuten auf Rang 111 finishte. Der Eindruck täuschte, denn diesmal konnte sich Sansar, dessen Bestzeit aus dem Jahr 2014 bei 28:14 Minuten steht, zurückhalten. „Ich muss aufpassen, dass ich es nicht übertreibe", sagte der Routinier, der nur eine Woche zuvor den Hasetal-Marathon in Löningen gewonnen und schon vier Tage später wieder einen Firmenlauf in Bielefeld bestritten hatte. Im Verfolgerfeld entwickelte sich ein verbissener Kampf um den Volksbanken-Nightcup, eine aus sechs Rennen bestehenden Serie, an der Sansar, Pohle und der drittplatzierte Andreas Beulertz (Menden, 31:14 Min.) nicht teilnahmen. Weil Murat Bozduman (LG Burg Wiedenbrück, 31:26 Min.) auf der Zielgerade in einem engen Spurt gegen den Harsewinkeler Ingo Assmann (SC Melle, 31:25) unterlag und deswegen nur Sechster wurde, gewann der viertplatzierte Paul Maksuti (Delbrück, 31:14 Min.) den Cup ganz alleine. „Isselhorst ist super, allererste Sahne – ich kann die Veranstaltung nur weiterempfehlen", schwärmte der 33-jährige Newcomer von seinem Nacht-Debüt. Ilona Pfeiffer („Die Isselhorster Nacht ist ein berühmter Lauf") hatte den Cup-Sieg schon vorher sicher, freute sich aber aus einem besonderen Grund über ihren aktuellen Erfolg: „Jetzt kann ich meinen 3. Platz von Borgholzhausen abhaken, der hat mir echt zugesetzt." Insgesamt ist die deutsche Marathonmeisterin von 2007 nach einem zwischenzeitlichen Tal wieder im Kommen. „Ich bin aus meiner Komfortzone noch nicht richtig raus, aber ich bin Erste und damit zufrieden", fasste sie zusammen, bevor sie sich auf dem Dorfplatz auf die Massagebank begab. Maria Lübbert-Horn nahm diesen kostenlosen Service nicht in Anspruch. Die Wiedenbrückerin schwebte auf Wolke sieben: „Wer hätte gedacht, dass ich mit fünfzig mal Zweite in Isselhorst werde." Nach 37:44 Minuten war es soweit. „Die Stimmung war wieder schön, und die Luft war sehr gut heute", sagte die Läuferin der LG Burg, die als Integrationshelferin im Kindergarten St. Marien tätig ist. Sie verteidigte mit ihrer starken Leistung auch Platz zwei in der Cup-Gesamtwertung vor der Bielefelderin Susanne Reichert (42), die in Isselhorst mit 39:06 Minuten Dritte wurde.

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