Mottolauf: Maria Lübbert-Horn aus Wiedenbrück hatte ihren Spaß im Gütersloher Stadtpark. Die 50-Jährige freute sich nicht nur über ihren 2. Platz im Rennen über 9,2 Kilometer, sondern auch über die Stimmung am Rand der schönen Strecke. - © Henrik Martinschledde
Mottolauf: Maria Lübbert-Horn aus Wiedenbrück hatte ihren Spaß im Gütersloher Stadtpark. Die 50-Jährige freute sich nicht nur über ihren 2. Platz im Rennen über 9,2 Kilometer, sondern auch über die Stimmung am Rand der schönen Strecke. | © Henrik Martinschledde

Gütersloh Rekordbeteiligung bei "Gütersloh läuft"

Abdelmajeed Abdalla und Ilona Pfeiffer gewinnen den Hauptlauf. Perfekter Abschluss für Jochen Schröder

Wolfgang Temme

Gütersloh. Spannende Wettbewerbe mit neuen Siegern, riesiger Andrang bei den Läufen, gute Stimmung an der Strecke und mächtig Betrieb auf der Eventwiese im Stadtpark: "Gütersloh läuft" war wieder ein echter Renner. Die 11. Auflage der Veranstaltung verzeichnete am Samstag mit 1.774 Teilnehmern, 160 mehr als im Vorjahr, eine neue Rekordbeteiligung. Dementsprechend zufrieden war Cheforganisator Markus Corsmeyer: "Das war für mich die beste Veranstaltung, die ich hier gemacht habe", sagte der 54-Jährige, der zum achten Mal die Fäden in der Hand hielt. Für Jochen Schröder, den Sportlichen Leiter, war es ein perfekter Abschluss: "Nächstes Jahr kann ich wieder mitlaufen", freut sich der 69-Jährige. Seinen Part übernimmt künftig Jahr Eckhard Langner vom Gütersloher TV. Dass im Sommerabendlauf über 9,2 Kilometer ein leichter Rückgang von 309 auf 280 Teilnehmer zu verzeichnen war, und manche OWL-Asse diesmal nicht am Start waren, dürfte der Terminkollision mit dem Oesterweger Feuerwehrlauf am Abend zuvor geschuldet sein. Der Spannung tat das keinen Abbruch. Abdelmajeed Abdalla, ein 25-jähriger Flüchtling aus dem Sudan, hielt sich drei Runden lang hinter "Titelverteidiger" Murat Bozduman (LG Burg Wiedenbrück), um in der letzten Runde mit einem gewaltigen Endspurt noch einen Vorsprung von 22 Sekunden herauszulaufen. Abdalla lebt seit zwei Jahren in Osnabrück und hatte sich mit sieben weiteren Flüchtlingen unter dem Namen "Jede Oma zählt" angemeldet, ein Projekt des humanitären Hilfswerks "Help Age", das sich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse alter Menschen in Entwicklungsländern engagiert, vor allem in Afrika. Dass er das Rennen nach 31:29 Minuten gewann, schien ihn selbst ein wenig zu überraschen, denn es war der letzten Tag im Fastenmonat Ramadan:. "Ich habe seit 3 Uhr morgens nichts gegessen und getrunken." Nur fünf Sekunden hinter dem 33-jährigen Bozduman ("Zweiter bei so einem großen Lauf zu werden, ist für mich eine sehr gute Platzierung") finishte Tom Harder wie im Vorjahr auf Rang drei. "Ursprünglich wollte ich unter 31 Minuten laufen, aber nach einer Erkrankung war das nicht mehr drin", sagte der 19-jährige Verler. Wenn er sich nicht doch noch zu einem Start bei der Isselhorster Nacht am Samstag entschließt, war es für Harder ein Abschiedslauf: In zwei Wochen fliegt er für ein Jahr nach Australien: "Dort will ich einen besonderen Focus aufs Laufen legen." Bei den Frauen sicherte sich die 41-jährige "Altmeisterin" Ilona Pfeiffer (LC Solbad) mit dem Sieg in 37:05 Minuten auch vorzeitig den Gesamtsieg im Volksbanken-Nightcup. Maria Lübbert-Horn von der LG Burg Wiedenbrück vernahm zwar zur Streckenhälfte die Anfeuerung ihres Ehemannes Christian Horn vom Streckenrand ("Hinten wird die Ente fett"), kam aber nicht mehr näher an die große Favoritin heran. "Wenn ich Ilona von hinten noch sehen kann, ist das für mich gut", war die 50-Jährige, die erst seit vier Jahren läuft, "super zufrieden." Der Lauf über 4,6 Kilometer war geprägt von vielen Teilnehmern aus dem Gesundheitsprogramm "Be Fit" des Hauses Bertelsmann. Vorne setzte sich der 20 Jahre alte Tobias Oberwittler (TSVE Bielefeld) mit 15:32 Minuten vor dem Gütersloher Galopprennreiter Kevin Gately (15:35 Min.) und Ferhad Sino (DJK Gütersloh, 15:49 Min.) durch. Bei den Frauen behielt Silvia Noya Crespo von der DJK Gütersloh, die sich für das Team BRD (Bertelsmann Run-Desaster) angemeldet hatte, mit 17:44 Minuten die Oberhand vor Marlena Götza (LG Burg Wiedenbrück, 17:53 Min.). Das von vielen Teilnehmern perfekt umgesetzte Motto der Veranstaltung ("Laufen, Lächeln und Genießen") ergänzte der Rotary-Club Gütersloh um die Komponente "Werbung für eine gute Sache". Am letzten Tag seiner Amtszeit als Präsident führte Peter Kreutz ein von Anfang bis Ende geschlossen laufendes Team von zehn Männern an, das auf den orangefarbenen T-Shirts auf das Projekt "Sprache verbindet" hinwies, für das die Rotarier jährlich rund 4.000 Euro einwerben.

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