Anweisungen: Die Mädchen der HSG Rietberg-Mastholte folgten Nadja Mansson bereitwillig. Die in St. Vit lebende Nationalspielerin von Borussia Dortmund leitete beim Oberligisten ein Demonstrationstraining. - © Monika Duhme
Anweisungen: Die Mädchen der HSG Rietberg-Mastholte folgten Nadja Mansson bereitwillig. Die in St. Vit lebende Nationalspielerin von Borussia Dortmund leitete beim Oberligisten ein Demonstrationstraining. | © Monika Duhme

Rietberg Nationalspielerin Nadja Mansson leitet Mädchentraining der HSG Rietberg-Mastholte

Profi bittet zum Training

Monika Duhme

Rietberg. "Wir sehen in den ersten vier Wochen der Vorbereitung keinen Ball. Das macht uns auch keinen Spaß, muss aber sein." Nadja Mansson, geborene Nadgornaja, plauderte erst aus dem Nähkästchen einer 68-fachen deutschen Handball-Nationalspielerin, ehe sie die B-Mädchen der HSG Rietberg-Mastholte trainierte. Auch sonst präsentierte sich die seit eineinhalb Jahren in St. Vit wohnende Spielerin des Bundesligisten Borussia Dortmund als Profi zum Anfassen. Als sich die jungen Oberligaspielerinnen warm machten, gab die in Kiew geborene Mansson den in der Halle lauernden Jugendlichen der HSG eifrig Autogramme und hatte für jeden ein nettes Wort. Während der Übungseinheit staunte erst einmal HSG-Trainer Johannes Böckmann: "Eine solche Aufmerksamkeit wünschte ich mir immer." Aber auch seine Truppe war sichtlich beeindruckt, denn die 1,86 m große Rückraumspielerin erklärte ihren möglichen Nachfolgerinnen ganz genau, warum sie etwas machen sollten. "Beim Kreuzen ist es wichtig, wirklich auf die Deckung zu gehen und so die Abwehrspielerinnen zu binden, damit eine Lücke für die Mitspielerin entsteht und der Ball nicht nur weitergespielt wird", lautete eine Anweisung der werdenden Mutter. "Mit jeder Aktion muss man auch etwas bezwecken", eine andere. Mansson erweckte bei ihrem Gastspiel in Rietberg den Eindruck, als würde sie schon ewig Jugendliche trainieren. Auf die Frage, ob das nach ihrem Karriereende nicht etwas für sie sei, antwortete sie allerdings: "Wenn ich aufhöre, dann richtig. Dann möchte ich auch einmal meine Wochenenden selbst planen können." Fest stehe aber bereits, dass sie dann mit ihrem derzeit beim TBV Lemgo unter Vertrag stehenden Ehemann Anton in Schweden leben werde. "Eine WM im eigenen Land ist schließlich etwas Besonderes" "Jetzt will ich erst einmal so schnell wie möglich, wieder Handball spielen", sagte Mansson. Einen Termin nannte sie dafür aber nicht. "Dass kommt darauf an, wie es mir nach der Geburt meines Sohnes geht und wie sich alles einspielt." Ein großes Ziel hat sich die 28-Jährige indes gesetzt, die Heim-WM 2017. "Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land das ist schließlich etwas ganz Besonderes." Nach dem Training nahm sich die Nationalspielerin viel Zeit, um beispielsweise diese Frage zu beantworten: "Wie kommt man aus Rietberg in die Nationalmannschaft?" Mansson selbst zog als 15-Jährige ins Internat des Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe ein und durchlief dort eine schulische und sportliche Ausbildung. Der Profi erzählte aber auch von den Kehrseiten des großen Sports: "Für Dopingproben muss man immer bereitstehen und seine sämtlichen Termine in einen Kalender eintragen, denn die Kontrolleure stehen auch schon mal unverhofft vor der Tür." Als sich HSG-Leiterin Daniela Becker bei dem sympathischen Gast bedankte, wurden die bis dahin eher schüchternen HSG-Mädchen mutiger und baten um Selfies. Nadja Mansson, auch diesbezüglich Profi, stand lächelnd parat.

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