Gütersloh Handball-Verbandsligist HSG Gütersloh trennt sich von Trainer Kim Sörensen

Matthias Kollenberg Interimscoach

Uwe Kramme

Gütersloh. Die HSG Gütersloh rutscht immer tiefer in die Krise. Am Montag trennte sich der Tabellenletzte der Handball-Verbandsliga von dem erst zu Saisonbeginn verpflichteten Trainer Kim Sörensen. "Es ging so nicht mehr weiter, wir mussten etwas machen", begründete Matthias Kollenberg die Entscheidung. Der Sportliche Leiter der Spielgemeinschaft übernimmt vorerst das Training und bereitet die verunsicherte Mannschaft auf das Spiel in Altenbeken am Samstag vor. "Dort werde ich auch auf der Bank sitzen", erklärte der Vater des Rückraumspielers Max Kollenberg. "Wir streben zwar eine schnelle Beantwortung der Trainerfrage an, aber aus dem Hut zaubern kann ich auch keinen." Der 52-Jährige stellte aber sofort klar, dass dies keine Dauerlösung sein kann und er sich möglichst schnell wieder auf seine Aufgaben im organisatorischen Bereich konzentrieren möchte. "Wir haben die Stimmung in der Mannschaft aufgenommen", verdeutlichte Kollenberg warum sich die HSG-Führung zum Handeln gezwungen sah. "Kim Sörensen lebt Handball zu einhundert Prozent. Für ihn gibt es nichts anderes als Handball, er akzeptiert kein Abweichen", versuchte der Sportliche Leiter den Gegenwind für den Coach zu erklären. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen" "Denn obwohl die sportlichen Ansprüche in der Verbandsliga schon sehr hoch sind, noch gehört sie zum Hobbybereich." Kollenberg ließ ein gewisses Verständnis für ablehnende Meinungen der Spieler durchblicken. Der Profitrainer aus Dänemark zeigte sich im Gespräch mit der NW "eher enttäuscht über die Entscheidung als traurig, denn ich hätte diese Aufgabe gerne zu Ende gebracht". Er habe auch das Gefühl gehabt, mit den Jungs auf einem guten Weg zu sein und so richtig daneben gelegen habe man leistungsmäßig ja auch nur beim 25:35 in Spradow. "Ich habe mir jedenfalls nichts vorzuwerfen", stellte der 35-Jährige fest. "Und dass es schwer werden würde, mit dieser Mannschaft den Klassenerhalt zu schaffen, ist von Anfang an klar gewesen." Er sei aber sicher, dass die Jungs alles geben würden, um das Ziel noch zu erreichen, sagte der in Gütersloh lebende und weiterhin die Frauen des HT Sf Senne trainierende Coach. Dass die sportliche Misere der HSG Gütersloh - nur drei Punkte bei 196:227 Toren in neun Spielen - nicht nur oder vielleicht sogar gar nicht mit der Arbeit des Trainers zu begründen ist, räumt Kollenberg ein. "Wir wissen, dass der Kader gerade nach dem Abgang von Steffen Feldmann vor allem im Rückraum sehr knapp besetzt ist, aber es ist schwer, die Verstärkungen, die wir brauchen, zu bekommen."

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