Bielefeld Dieter Borsutzky radelt Non-Stop von Trondheim nach Oslo

Der Bielefelder Marathonradler macht sich nach Touren durch die USA und Deutschland jetzt zu einem Kurztrip nach Norwegen auf. Geplant ist ein Frühstück in der norwegischen Hauptstadt

Gregor Winkler

Bielefeld. Endlose Wälder, tiefe Fjörde, Mitternachtssonne und - vermutlich - auch ein paar Fabelwesen: Norwegen verfügt über eine märchenhafte Landschaft. Das ist für Bielefelds Marathonradler Dieter Borsutzky Grund genug, um in dieser malerischen Ecke der Welt mal seine Stärke zu testen. Der 62-Jährige nimmt an der Non-Stop-Tour Styrkeprøven (zu Deutsch: Kraftprobe) von Trondheim nach Oslo teil. Die 543 Kilometer und 3.627 Höhenmeter sind für den Bielefelder eigentlich nur eine Fingerübung. Immerhin radelte Borsutzky vor zwei Jahren entlang der Rocky Mountains fast 4.500 Kilometer quer durch die USA von Kanada bis Mexiko. Im vergangenen Sommer legte er die Strecke von Basel bis Rügen einmal durch die Republik zurück. Jetzt soll es also nach Skandinavien gehen und, gemessen an den mehrwöchigen Expeditionen der Vorjahre, quasi ein Sprint werden. "Ich rechne mit einer Fahrzeit von 32 Stunden. Nach 36 Stunden wird die Zeitmessung geschlossen. Zum Frühstück will ich in Oslo sein", sagt der Pedaleur. Erste Herausforderung wird die Anreise sein: Im Auto ging es bereits am Mittwoch auf die rund 760 Kilometer ins Dänische Frederikshavn. Dort nächtigte Borsutzky im PKW, lässt das Fahrzeug aber zurück, wenn er per Schiff nach Oslo übersetzt. Von Donnerstag auf Freitag verbringt er eine Nacht im Hostel, ehe es per Sonderzug nach Trondheim geht. Um 22.10 Uhr am Freitag muss sich der Bielefelder auf den Weg machen. "Es ist tatsächlich eine große Kraftprobe", verkündet Borsutzky. Bis auf 1.300 Meter geht es rauf. Begegnungen mit Bären, wie bei seiner USA-Tour, sind zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich. Allerdings sollen ja zwischen dem 60. und 64. Breitengrad hinter jedem Baum Trolle hervorlinsen. Borsutzky wird, wie immer, auf alles vorbereitet sein. Am vergangenen Wochenende absolvierte er noch eine 330-Kilometer-Tour in Ochtrup. "Und ich war schneller als gedacht", verkündete er überrascht, denn er musste nach einem Schlagloch gleich zwei platte Reifen flicken: "Sowas hatte ich noch nie." Auch wenn der Bielefelder im Schnelldurchgang das Nordland durchqueren wird, genießen will er die Zeit dennoch: "So richtig dunkel wird es zu dieser Jahreszeit ja nicht werden. Ich will auch reichlich von der Landschaft sehen."

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