Starkes Team: Der TuS 97 mit Sebastian Kopschek, dem sportlichen Leiter Thorsten Lehmeier, Trainer Sven-Eric Husemann (hinten v.l.), Justus Clausing, Justin Mühlbeier (Mitte v.l.), Sebastian Reinsch und Björn Klusmann (vorne v.l.). - © Gregor Winkler
Starkes Team: Der TuS 97 mit Sebastian Kopschek, dem sportlichen Leiter Thorsten Lehmeier, Trainer Sven-Eric Husemann (hinten v.l.), Justus Clausing, Justin Mühlbeier (Mitte v.l.), Sebastian Reinsch und Björn Klusmann (vorne v.l.). | © Gregor Winkler

Bielefeld Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck rüstet mächtig auf

Der Verein verstärkt seinen Kader mit zwei bärenstarken Rückkehrern, zwei Eigengewächsen und einem Allrounder

Gregor Winkler

Bielefeld. Das Bild vom Wasser, das bis zum Hals steht, will so gar nicht passen. Trotzdem drückten sich Trainer Sven-Eric Husemann und seine Schützlinge etwas ratlos die Nasen an den Scheiben der Sporthalle platt, um den Schaden zu begutachten. Der Trainingsauftakt des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck - er fand nicht auf dem Handballfeld statt. Ein Wasserschaden wird die Nutzung der Arena für vier bis sechs Wochen einschränken. Am Dienstag war das jedoch nur eine Randnotiz, denn der Bielefelder Oberligist machte mit der Vorstellung seiner Zugänge Schlagzeilen. Irgendwie war es wie ein Familientreffen, als "die Neuen" am Tisch im Vereinsheim Platz nahmen. Sebastian Kopschek, 30-jähriger Rückkehrer vom Meister TuS Spenge, eröffnete die Gesprächsrunde. Er sei sehr stolz auf das, was er mit dem TuS Spenge geleistet habe, aber jetzt sei es Zeit, noch einmal mit den alten Weggefährten aus der Jugendzeit wie Christian Trittin, Jakob Röttger, Lukas Heins oder Christian Niehaus aufzulaufen: "Ich möchte dazu beitragen, dass wir wieder eine feste Größe in der Oberliga werden", sagte der Linkshänder, der vor sechs Jahren aus Jöllenbeck ins Nachbardorf gewechselt war. Sebastian Reinsch, ebenfalls 30 Jahre alt und mit den Spengern aufgestiegen, war 13 Jahre abwesend, hat seine Wurzeln aber auch in der Jugend des TuS 97: "Zurück zu kehren zu den Jugendfreunden ist eine emotionale Geschichte", meint er. Mit Justus Clausing (23) kommt ein weiterer "Meistermacher" aus Spenge. Er gilt als Allrounder und soll den Kader laut des sportlichen Leiters Thorsten Lehmeier "etwas unberechenbarer machen". Der nach einer langen Verletzung genesene 27-jährige Björn Klusmann ("Ich will mich wieder an der oberen Leistungsgrenze beweisen") und Australien-Rückkehrer Justin Mühlbeier ("Ich freue mich darauf, mit vielen erfahrenen Spielern im Team zu stehen, von denen ich noch was lernen kann") rücken aus der zweiten Mannschaft ins Flaggschiff auf. Unter anderem drei Zugänge aus der Meistermannschaft des Vorjahres, dazu etablierte Stammkräfte wie Nils Grothaus, Daniel Meyer und Leon Ludwigs - nach dem manchmal doch mühselig erkämpften Klassenerhalt kann das nächste Ziel deutlich selbstbewusster formuliert werden: "Vielleicht hat in der vergangenen Saison das Feuer etwas gefehlt. Das werden wir jetzt wieder entfachen", sagt Reinsch. Er glaubt, dass die alten Freundschaften Spielfreude schaffen und neue Kräfte freisetzen werden. "Die Mischung ist sehr gut", sagt Trainer Husemann, "auch wenn wir durch den Schaden an der Halle zunächst etwas limitiert sind". Aber, um im Bild zu bleiben, dem TuS 97 steht das Wasser sicher nicht bis Oberkante Unterlippe, sondern er hat mit diesem Personal jetzt richtig Oberwasser.

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