Bielefeld Erdmann verpasst die EM-Norm über 3.000 Meter

Leichtathletik-Forum: Trotz neuer deutscher Jahresbestzeit muss das TSVE-Talent noch zulegen. Der nächste Versuch steigt in Oordegem

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Gelungenes Comeback nach einer von muskulären Problemen erzwungenen Pause: Vorgestern, am späten Abend im Dortmunder Stadion Rote Erde, gewann Clemens Erdmann (TSVE) den 3.000-m-Hauptlauf. Das 17-jährige Ausnahmetalent steigerte sich auf 8:34,54 Min. - deutsche Jahresbestzeit und Kreisrekord für die U 18. Und doch ließ sich nach dem Rennen eine Spur von Enttäuschung nicht verbergen. Der Bielefelder war dicht dran an der Jugend-EM-Norm, verfehlte sie aber um 2,54 Sekunden. Zwei Kilometer lang machte sich der Wattenscheider Jonas Beverungen um das Tempo verdient und stieg dann aus, so dass Erdmann zuletzt auf sich gestellt war. Bis zum Ziel kämpfte er um jede Sekunde. "Vielleicht ging die entscheidende Zeit nach dem Start verloren, als Clemens um viele Läufer herumlaufen musste", bedauerte sein Vater und Trainer Christof Schlüter. Eventuell sucht Erdmann die nächste Chance am 26. Mai in Oordegem, wo auch Amanal Petros antreten und über 5.000 m die EM-Norm für Berlin (13:40,00 Min.) jagen will. Oordegem: Ein belgisches Dorf mit weniger als 3.000 Einwohnern, aber eine erste Adresse für die kontinentale Lauf-Elite. 2017 wurden dort achtzehn der 50 besten europäischen 5.000-m-Zeiten erzielt. »Petros hat die Marke für die DSV-Läufer gesetzt« Die Norm über 10.000 m hat Petros als bislang einziger Deutscher in der Tasche, kann sich noch nicht darauf verlassen, dass seine 28:29,78 Min. für die EM-Nominierung reichen. "Es ist eine tolle Situation, dass wir fünf Kandidaten haben", erklärte Mitbewerber Arne Gabius, "Amanal Petros hat mit seiner Zeit die eigentliche Marke für uns DLV-Läufer gesetzt." Oldie Gabius will sie ebenso wie Homiyu Tesfaye am 10. Juni im legendären Osloer Bislett-Stadion angreifen, Richard Ringer schon morgen beim Europacup-Rennen in London. Bei ihrem Einstand in der Nationalstaffel hat TSVE-Sprinterin Kathrin Grenda dazu beigetragen, dass die WM-Norm (45,70 Sek. für 4x100 m U 20) auf Anhieb klar unterboten wurde. Und das noch ohne die mehrfache europäische Medaillengewinnerin Keshia Kwadwo (Bestzeit 11,33 Sek.), die das Trainingslager der "Großen" auf Teneriffa absolvierte. Grenda gibt morgen in Gladbeck ihren Saisoneinstand über 100 m. Man darf gespannt sein, ob sie sich schon ihrem Kreisjugendrekord (11,90 Sek) nähert. Nach erfolgreichen Normerfüllungen wollen sich die Geschwister Northoff heute Abend beim Schönebecker Sole-Cup beweisen, Timo im Kugelstoß-Pflichtwettkampf des DLV, Pia im Diskuswurf der älteren Jugendklasse U 20. Zu den Haupt-Events treten deutsche Weltklasseathleten wie David Storl, Robert und Christoph Harting an. Mateusz Przybylko erreicht Platz vier Apropos Weltklasse: Der stellt sich auch Hochspringer Mateusz Przybylko im Rahmen der Serie "Diamond League". Zum Auftakt in Doha reichten dem gebürtigen Bielefelder und früheren PSV-er 2,24 m zu Platz vier. Inzwischen hakte er mit 2,30 m in Garbsen souverän die EM-Norm (2,26 m) ab; in einer Woche fliegt er nach Eugene (Oregon, USA). "Die Diamond League bedeutet auch Reisestress. Aber den nehme ich gern in Kauf, um in solchen Feldern springen zu können", erklärte er. In Deutschland häufen sich gerade zu Pfingsten die interessanten Startmöglichkeiten. Zwei Bielefelder tragen bundesweit dazu bei, die Attraktivität von Wettkämpfen zu erhöhen: Kreiskampfrichterwart Raimund Dopheide und sein Zwillingsbruder Andreas übernahmen kürzlich die musikalische Untermalung bei der Hochschul-DM in Schwäbisch Gmünd und beim Pliezhausener Meeting; morgen sind sie bei der Karlsruher "Laufnacht" im Einsatz. Und auch für die Hochschul-DM 2019 sind sie nominiert.

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