Vielversprechendes Team: So könnte die 4 x 100 Meter Staffel bei der U-20-WM starten – mit Vicktoria Dönicke (v.r.), der Bielefelderin Kathrin Grenda, Sophia Junk und Lara Hümke. - © Privat
Vielversprechendes Team: So könnte die 4 x 100 Meter Staffel bei der U-20-WM starten – mit Vicktoria Dönicke (v.r.), der Bielefelderin Kathrin Grenda, Sophia Junk und Lara Hümke. | © Privat

Bielefeld Petros und Grenda stellen die Weichen für internationale Einsätze

Leichtathletik: Langstreckler Amanal Petros überzeugt auch auf kürzerer Distanz. Bielefelder Sprinterin nutzt die Chance, sich für die U-20-WM zu empfehlen

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Der Sprung unter das „Traumlimit" von acht Minuten gelang noch nicht. Aber im 3.000-Meter-Rennen des Pliezhausener Läufermeetings erfüllte Amanal Petros die Erwartungen und sicherte sich die bestmögliche Platzierung: Vier Tage vor seinem 23. Geburtstag unterlag der SVB-Langstreckler nur dem Favoriten Richard Ringer aus Friedrichshafen (Bestzeit 7:46,59 Min.). Der hat immerhin schon zweimal EM-Bronze gewonnen, 2016 in Amsterdam über 5.000 m und 2017 bei den Hallentitelkämpfen in Belgrad über 3.000 m. Ringer und Petros waren dem Feld bereits enteilt und lagen noch zusammen, als die letzte von siebeneinhalb Stadionrunden eingeläutet wurde. Dann aber spielte der 29-Jährige vom Bodensee sein Potenzial aus, rannte dem Bielefelder davon und überquerte nach 7:55,20 Min. die Ziellinie. Petros durfte sich über die Verbesserung seines Kreisrekordes (bisher 8:04,70/2017) auf 8:03,33 Min. freuen; in der Halle lief er mit 8:02,29 noch etwas schneller. Sein Vorsprung vor dem drittplatzierten Dänen Thijs Nijhuis (8:10,23) war groß; noch weiter ließ er einen deutschen Spitzenläufer hinter sich – Ringers Vereinskollegen Martin Sperlich (8:19,41/6.), der vor zwei Jahren in Pliezhausen 7:59,06 Min. erzielt hatte. „Wir dürfen zufrieden sein", bilanzierte Trainer Thomas Heidbreder, „Amanal hat auch hier überzeugt. Er kann unter acht Minuten laufen, heute störte der Wind ein wenig." Tags zuvor konnte Petros die Schlussphase des DM-Rennens über 10.000 m (Siegerzeit 29:13,64 Min.) entspannt verfolgen: Sein hoch eingeschätzter Mitbewerber um das EM-Ticket, Homiyu Tesfaye, stieg frühzeitig aus; Olympiateilnehmer Florian Orth (5.000-m-Bestzeit 13:23,67 Min.) musste sich mit 29:29,09 Min. und Platz 3 begnügen. Leider bewarben sich nur zwei Senioren um den M-45-Titel, den der Essener Peter Eisermann (35:47,18 Min.) vor dem Brackweder Boris Pieper (37:17,13) gewann. Im DM-Rennen der weiblichen U 20 über 5.000 m wurde Nele Weike (SVB, 18:34,29 Min.) Achte im 17-köpfigen Feld. Erfolgreich verlief beim Meeting der Test ihrer Vereinskollegin Jana Palmowski über 2.000 m Hindernis: Als Neunte und fünftbeste Deutsche mit 6:52,95 Minuten hielt sie sich achtbar zur Europameisterin von 2014, Antje Möldner-Schmidt (6:27,25). Bei ihrem Debüt in einer Nationalstaffel über 4 x 100 Meter nutzte Sprinterin Kathrin Grenda (TSVE) die Chance, sich für die U-20-WM im finnischen Tampere zu empfehlen. „Ich bin erstmals auf Position zwei gelaufen", berichtet sie, „und durfte an Sophia Junk übergeben. Mit unseren Wechseln waren die Bundestrainer sehr zufrieden." Junk avancierte im Vorjahr zur Staffel-Europameisterin und -Weltrekordlerin der U 20. Das neu formierte A-Quartett des Deutschen Leichtathletik-Verbandes wurde zunächst mit 44,71 und später mit 44,75 Sek. gestoppt. Die Norm für Tampere (45,70) liegt fast eine Sekunde darüber; bei der WM 2016 reichten schon 46,20 Sek. fürs Finale. „Noch ist ganz offen, wer für die WM-Staffel nominiert wird", weiß die 18-jährige Grenda. Auf die ersten Einzelsprints der Kandidatinnen darf man gespannt sein.

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