TSG-A-H-Geschäftsführer Christian Sprdlik spricht über Wachstum

"Die TSG wird weiter wachsen"

Gregor Winkler

Herr Sprdlik, die Saison ist so gut wie zu Ende. Sie waren schnell zum großen Favoriten geworden, haben später einen spannenden Zweikampf mit dem TuS Spenge geführt und schließen als sicherer Tabellenzweiter ab. Was hat letztlich gefehlt, um aufzusteigen? Christian Sprdlik: Zunächst muss man sagen, dass wir eine starke Saison gespielt haben. Im April 2017 kam ich als bundesligaerfahrener Manager nach Bielefeld. Das und die starken Neuzugänge, wie Gustav Rydergård, Julius Hinz, Marius Kastening oder Johannes Krause haben eine hohe Erwartungshaltung geweckt. Bis zum Derby gegen Spenge waren wir dann ungeschlagen. Doch die Niederlage war ein Knackpunkt. Danach haben wir zwar auch wieder gewonnen, aber die Souveränität war ein bisschen weg. Spenge hat sich dagegen in einen regelrechten Rausch gespielt. Im Kreispokal haben wir sie dann zwar noch einmal geschlagen, aber letztlich haben Kleinigkeiten den Ausschlag im Aufstiegsrennen gegeben. Ein Rennen, das Sie auch in der kommenden Saison angehen wollen. Mit neuen Spielern und auch einem neuen Trainer. Wie ist der Stand der Planungen? Sprdlik: Unser Ziel ist es, eine ausgewogene Mannschaft auf die Beine zu stellen. Wir wollen nicht eine starke Sieben, wir wollen eine starke 14. Das Team soll über eine hohe Flexibilität und Ausgeglichenheit verfügen. Michael Boy hat hier keine schlechte Arbeit gemacht, wir haben ihm viel zu verdanken. Jetzt möchten wir neue Impulse setzen. Wir haben schon sehr starke Neuzugänge, sind aber auch froh, dass Carl-Moritz Wagner bleiben wird. Mit Johannes Krause sind wir noch in Gesprächen. Es wird schwerer werden, aufzusteigen, denn die Meister der Oberligen müssen in einer Relegation den Aufsteiger ermitteln. Sprdlik: Richtig, unser erstes Ziel muss es sein, Meister in einer starken Oberliga zu werden, um in einer Relegation den Drittligaplatz zu erreichen. Wenn es, was aber noch kein Thema ist, dann zu einem echten Endspiel in einer vollen Seidensticker-Halle kommt - um so besser. Sie sind mit ihrem Markennamen HANDBOWL Ende April an die Öffentlichkeit gegangen. Kurze Zeit später präsentierte der neue Fusionsklub aus Augustdorf/Hövelhof und Lemgo den Namen HandbALL. Wird das unliebsame und auffallend gleichlautende Konkurrenz auf dem Weg, ganz Ostwestfalen für den Bielefelder Handball zu begeistern? Sprdlik: Schon vor einem Jahr, als ich bei der TSG angetreten bin, habe ich in einem Interview in der NW den Markennamen vorgestellt. Das wurde wohl auch in Lippe intensiv gelesen. Konkurrenz haben wir nicht nur in Lippe. Fakt ist, dass wir schon lange dabei sind, die Marke HANDBOWL zu entwickelt. Wir möchten, dass es als gute Institution in Stadt und Region angesehen wird. Und wir sind stolz darauf, was wir unter diesem Begriff schon alles erreicht haben. Aus Sponsorenkreisen hört man sehr viel Gutes speziell über Sie. Man fühlt sich bestens betreut. Müssen Sie aufpassen, dass nicht zu viel ausschließlich mit Ihrem Namen verbunden wird? Sprdlik: Unser Projekt der neuen TSG kann nur mit Unterstützung der heimischen Wirtschaft wachsen. Das gelingt schon sehr gut. Wir haben den Etat vervierfacht und die Sponsorenzahl verdoppelt. Im Moment bin ich da noch alleine unterwegs. Aber persönliche Betreuung ist wichtig. Wir möchten ja einen langen gemeinsamen Weg mit unseren Partnern gehen. Im Laufe der Zeit wird die TSG wachsen. Dann bekommen wir auch mehr Personal. Im Sommer eröffnen wir beispielsweise unsere Geschäftsstelle als zentralen Anlaufpunkt des Vereins. Das wird der nächste große Schritt.

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