Abgehoben: Gastgeber TSG, für den Tim Schuwerack hier ein Gegenstoßtor erzielt, war dem TuS 97 deutlich überlegen. Jöllenbecks Moritz Pieper ist nur Statist und kann den nächsten Gästetreffer nicht verhindern. - © Andreas Zobe
Abgehoben: Gastgeber TSG, für den Tim Schuwerack hier ein Gegenstoßtor erzielt, war dem TuS 97 deutlich überlegen. Jöllenbecks Moritz Pieper ist nur Statist und kann den nächsten Gästetreffer nicht verhindern. | © Andreas Zobe

Bielefeld TSG sammelt Selbstvertrauen für das Top-Spiel in Spenge

Handball-Oberliga: Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck ist chancenlos, auch wenn die Gäste gut eingestellt waren

Arne Schütforth

Bielefeld. Am 13. Oktober 2017 empfing der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck im Hinspiel die TSG A-H Bielefeld. Die "neue" TSG kam ungeschlagen, führte zur Halbzeit souverän mit 17:11, strauchelte aber beinahe über tapfer kämpfende Gastgeber, die bis hierhin vier Punkte erkämpft hatten. Die Favoritenrolle war auch am Sonntag ähnlich verteilt. Wieder stand es zur Halbzeit 17:11 für die TSG - doch die Bielefelder spielten auch nach Wiederbegin konzentriert und ließen kein Aufbäumen zu. Folgerichtig gewann die TSG A-H Bielefeld mit 34:22 - auch die zweite Halbzeit ging, genau, mit 17:11 an die Ost-Bielefelder. Dabei mussten sich die Jöllenbecker nicht vorwerfen lassen, nicht genug für den Erfolg investiert zu haben. Die Gäste wirkten gut eingestellt und konnten das Derby auf Grund einer zunächst guten Abwehr sowie einem starken Keeper Christian Trittin offen gestalten. Relativ schnell wurde den Jöllenbeckern zum Verhängnis, dass ihr Angriffsspiel eindimensional über Kapitän Leon Ludwigs und Nils Grothaus lief. "Wir konnten unsere Kreisläufer und unsere Außen nicht mit einbinden. Daniel Meyer hat in der Anfangsphase zwei Chancen bekommen, die aber leider vergeben. Das war es dann schon", erkannte TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann. »So schlecht kann ich wohl nicht gewesen sein« Als die TSG, insbesondere Johannes Krause, Feuer gefangen hatte, und zu Beginn der zweiten Halbzeit das 19:11 vorlegte, reagierte Husemann. Eine offensiv ausgerichtete Defensivformation hatte die TSG schließlich schon häufiger vor Probleme gestellt. "Letzte Woche hat uns die 5:1-Abwehr zurück ins Spiel gebracht. Gegen die TSG hat sie nicht funktioniert, obwohl wir wussten, was uns erwartet", erkannte Husemann. Die TSG bestimmte ohne Wenn und Aber das Spielgeschehen. Jonas Zwaka versuchte auch spielerische Glanzpunkt zu setzen. Mit einem feinen No-Look-Pass fand er Nils Prüßner am Kreis, der zum 23:15 (45.) traf. Ein versuchtes Kempa-Anspiel konnte die Jöllenbecker Abwehr aber abfangen. "Wir hatten viele Spiele, die nicht so souverän waren - heute sind wir es gewesen", freute sich TSG-Kapitän Carl-Moritz Wagner, der zwar mit seinem ersten Torwurf nach seinem Comeback an Trittin scheiterte, ansonsten aber einen überaus fitten Eindruck hinterließ. Nicht nur Ludwigs fand lobende Worte für den Abwehrrecken. "Calle ist wiedererstarkt", jubelte TSG-Trainer Michael Boy, der, durchaus genüsslich, ab der 15. Minute einen ruhigen Abend auf der Bank durchleben durfte. Nur der Kapitän selbst wollte sich von den - vielleicht auch etwas zu gut gemeinten - Lobeshymnen nicht wirklich anstecken lassen, befand dann aber doch: "Ich bin beim 6:6 reingekommen, und beim 30:20 raus gegangen. So schlecht kann ich wohl nicht gewesen sein", meinte Wagner gut gelaunt - und richtete den Blick sofort auf das anstehende Duell gegen Verfolger Spenge (32:4-Punkte), der noch ein Spiel nachholen muss und deswegen aktuell hinter der TSG (33:5) rangiert. "Jetzt ist es das Spiel in Spenge, was im Kopf ist. So ein Endspiel, so eine Situation, das habe ich noch nicht erlebt", freut sich Wagner, der gleich noch einen fiesen, natürlich nicht ernst gemeinten, Diebstahl ankündigt: "Harry Becker ist wirklich der beste Trommler. Er hat mir erzählt, er bringt immer drei, vier Trommelstöcke mit in die Halle", erzählt Wagner über den Vater von Spenges Torwart Kevin Becker, der, als Becker noch für die TSG aktiv war, auch schon für die Bielefelder getrommelt hat. "Ich habe ihm gesagt, er soll lieber fünf, sechs Stöcke mitbringen", scherzt Wagner. In Spenge, da ist sich Jedermann sicher, wird Derbyatmosphäre aufkommen - auch wenn Harry Becker ein paar Trommelstöcke fehlen.

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