Bielefeld Motorrad: Lokalmatador Markus Schütte muss sich strecken

Zu seinem Hallentrial lockt der MSC Brake am 25. Februar die gesamte deutsche Spitze und vier vielversprechende Talente aus England, Italien und Tschechien in die Seidensticker Halle

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Schon zum 29. Mal veranstaltet der MSC Brake sein Internationales Hallen-Trial, das dieses Mal am Sonntag, 25. Februar, über die Bühne geht. "Wir sind mit den Vorbereitungen voll im Soll, und ich bin mir sicher, dass wir nach zwei Jahren Pause wieder eine attraktive Veranstaltung auf die Beine stellen werden", erklärt MSC-Chef Diederich Weber. 2017 verhinderten die sich hinziehenden Renovierungsarbeiten in der Seidensticker Halle die Austragung des traditionsreichen Wettbewerbs, so dass als Vergleich das Jahr 2016 herhalten muss: Seinerzeit hielt Jan Junklewitz vom DMSC Bielefeld, der sich ein Jahr zuvor an gleicher Stelle den seitdem nicht mehr vergebenen Titel des Deutschen Hallentrialmeisters gesichert hatte, noch die heimischen Fahnen hoch. »Die Sektionen werden wieder ein echter Augenschmaus« Doch Junklewitz hat genau wie sein langjähriger Ortsrivale Mirco Kammel (MSC Brake) die Trialmaschine mittlerweile in die Garage geschoben - heuer ist Markus Schütte (ebenfalls MSC Brake) der Bielefelder Hoffnungsträger. Der 27-Jährige hat zwar die Folgen einer vor zehn Tagen beim Trial in Ingolstadt erlittenen Sturzverletzung weitgehend überwunden, kommt aber laut Diederich Weber wohl nicht für einen Platz im Finale der besten Vier in Frage. "Wir haben die gesamte nationale deutsche Trialspitze und dazu mit den beiden Engländern Iwan Roberts und Jack Price, dem Italiener Lorenzo Gandola und dem Tschechen Martin Matejiczek vier bärenstarke ausländische Fahrer am Start - da kann Markus sicher nicht ganz mithalten", glaubt Weber, der seinem Klubkollegen aber durchaus zutraut, drei bis vier Mitstreiter aus dem zehn Teilnehmer starken Fahrerfeld hinter sich lassen zu können. "Wenn man die Vorleistungen berücksichtigt, ist das eine realistische Erwartung für Markus", so Weber. Als Favoriten dürften Jack Price, der Junioren-Weltmeister von 2017, und Deutschlands Nummer eins Franz Kadlec gelten: Beide fahren schon seit einiger Zeit bei den ganz Großen in der Trail-Weltmeisterschaft mit, sind mithin echte Könner ihres Fachs. Aber auch Iwan Roberts, der Junioren-Weltmeister von 2017, ist zu beachten. "Der hat im vergangenen Jahr einen Riesensprung gemacht", weiß Diederich Weber, "und wenn seine Entwicklung über den Winter so weiter gegangen ist, muss man ihn mit auf der Rechnung haben." Wie immer bestreiten alle zehn Fahrer zunächst die Qualifikation, ehe es zum Finale der Besten kommt. "Es ist zwar ein bisschen schade, dass gleich sechs Teilnehmer nach dem ersten Umlauf draußen sind, aber wenn wir mehr Fahrern eine zweite Chance im Finale geben würden, liefe uns die Zeit weg", begründet Diederich Weber, dass beim Modus alles beim Alten bleibt. Die gewohnte Qualität ist auch bei den wie immer liebevoll gestalteten Sektionen zu erwarten, die dieses Mal Szenen aus Zeichentrickfilmen darstellen: Dass der langjährige erfahrene Parcoursbauer Tobias Stranghöner nicht mehr dem Organisationsteam angehöre, bringe keine Einbußen mit sich, meint Diederich Weber: "Seine Nachfolger Jochen Lipski und Sven Hauke sind schon lange mit dabei und bringen viel Knowhow mit." Das Ganze werde wieder ein echter Augenschmaus, so der MSC-Chef. Ein bisschen traurig sind sie beim rührigen Bielefelder Motorsportclub nur darüber, dass ihre Veranstaltung seit einiger Zeit kein Prädikatslauf mehr ist: Eine Deutsche Hallentrialmeisterschaft gibt es nicht mehr und bisher - so Weber - strebe der Dachverband DMSB auch keine Wiederbelebung dieses Formats an. "Wir werden mal gemeinsam mit dem einzigen anderen Indoor-Trial-Veranstalter in Ingolstadt ausloten, ob man da nicht was verändern kann", kündigt Weber an, in nächster Zeit Lobbyarbeit in eigener Sache machen zu wollen. Was den Zuschauerzuspruch angeht, ist es allerdings egal, ob das Hallentrial in der Seidensticker Halle nun ein DM-Lauf ist oder nicht. "Der Vorverkauf ist sehr gut angelaufen, wir haben schon mehr als 1.000 Karten abgesetzt" freut sich Weber, der dementsprechend am letzten Februarsonntag wieder mit einer "vollen Hütte" rechnet.

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