Will zurück in den Ring: Besar Nimani, der schon den IBF-International-Titel gewann. - © Andreas Zobe
Will zurück in den Ring: Besar Nimani, der schon den IBF-International-Titel gewann. | © Andreas Zobe

Bielefeld Boxer Besar Nimani plant nach Verletzungspause einen Aufbaukampf

Der heimische Profi hofft, nach überstandenem Sehnenanriss das Training intensivieren zu können. Für März ist ein Aufbaukampf geplant. Die Revanche gegen Horta ist ein großes Ziel

Peter Burkamp

Bielefeld. Es ist eine harte Zeit für Besar Nimani. Wie gern würde er sein Training forcieren. Endlich mal wieder mit voller Kraft an den Sandsack schlagen, endlich mal wieder einige Sparringsrunden absolvieren. "Es gibt nichts Schlimmeres für einen Sportler als warten, warten, warten", sagt Nimani. Doch da ist Licht am Horizont. Aktuell sehnt Nimani den 1. März herbei. Dann geht es wieder zum Arzt. Wenn alles gut läuft, bekommt der heimische Profiboxer an diesem Tag die Freigabe dafür, das Training zu intensivieren und den rechten Arm wieder voll zu belasten. Im September vergangenen Jahres hatte sich Nimani während der Vorbereitung auf einen Kampf die Bizepssehne des rechten Arms angerissen. Ein bitterer Zwischenfall, da der für den 31. Oktober geplante Kampf um den WM-Titel der GBU in Bielefeld abgesagt werden musste. Nach intensiven Beratungen mit den Ärzten wurde eine Operation ausgeschlossen. Die konservative Behandlung bedeutete allerdings in erster Linie eine längere Pause. "Das hat schon an den Nerven gezehrt", berichtet der 32-Jährige. Doch er bewahrte die Ruhe, wollte nichts riskieren: "Es geht schließlich um meine Zukunft als Boxer." Mittlerweile darf er seinen Arm schon wieder stärkeren Reizen aussetzen und locker an den Sandsack schlagen. "Ich habe viel im Ausdauerbereich gearbeitet und fühle mich gut", sagt Nimani. Der weitere Plan sieht eine Intensivierung des Trainings ab 1. März vor. Dann will Nimani endlich mit dem Sparring beginnen, denn er steht unter Zeitdruck. Die Verletzung hat die Terminplanung des Boxers und seines Managers Shary Honarbakhsh durcheinander gebracht. Bis zum 1. April muss er wieder in den Ring steigen, damit seine Punkte und Ranglistenplätze nicht verloren gehen. "Wir haben für den 24. oder 31. März einen Aufbaukampf geplant", sagt Nimani. Zum einen, um die Ranglistenpunkte zu behalten, zum anderen, um wieder Ringluft zu schnuppern. »Ich will keinen Gegner, der nach zwei Schlägen umfällt« Zu diesem frühen Zeitpunkt nach der Verletzungspause braucht Nimani keine sportliche Herausforderung. "Ich will aber auch keinen Gegner, der nach zwei Schlägen umfällt." Nimani möchte sich schon ein wenig fordern, um zu wissen, wo er steht. Mit diesem Aufbaukampf im Rücken will Nimani eine optimale Vorbereitung auf den nächsten, größeren Kampf starten, der dann in Bielefeld stattfinden soll. Wann ist noch nicht ganz klar, voraussichtlich aber nicht vor Mai. Einen Gegner haben Nimani und sein Manager schon ausgeschaut. Doch es soll noch nichts bekanntgegeben werden. Neben dem Auftritt vor eigenem Publikum hat Nimani für dieses Jahr ein weiteres großes Ziel. "Ich will eine Revanche gegen Frank Horta." Der Franzose hatte Nimani im April 2015 die bisher einzige Niederlage in 24 Profikämpfen zugefügt. Es ist auch eine Art Revanche für Dieter Donath, der Nimani damals als Trainer betreut hat. Nachdem es wegen des Coachings in dem Duell mit Frank Horta Dissonanzen gegeben hatte, liegen Nimani und Donath nun wieder auf einer Wellenlänge. "Wir haben uns ausgesprochen. Ich werde künftig wieder mit ihm zusammenarbeiten und in der Sparringsphase vor den Kämpfen zu ihm nach Berlin gehen", erzählt Nimani. In Bielefeld kooperiert er mit Andreas Blum bei der SV Brackwede zusammen. Dort fühlt er sich sehr gut aufgehoben. In den vergangenen Jahren war Horta bislang zu teuer gewesen. Mehrfach hatten die Nimani-Brüder in den vergangenen Jahren schon versucht, einen Rückkampf zu organisieren. Da der Franzose im vergangenen Jahr zwei Niederlagen hinnehmen musste, sei der Rückkampf nun machbar, meint Nimani. Der 37-Jährige Franzose liegt mittlerweile in der Weltrangliste im Halbmittelgewicht (bis 69,8 kg) hinter Besar Nimani, der bei Boxrec auf Platz 121 geführt wird. Jetzt muss nur noch die Bizepssehne halten, dann kann es wieder losgehen.

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