Dynamik und Athletik: Emma Pfennig vom TuS 97 (am Ball) steigt im Derby gegen Leni Ruwe (Nr. 7) hoch. - © Dirk Rabeneick
Dynamik und Athletik: Emma Pfennig vom TuS 97 (am Ball) steigt im Derby gegen Leni Ruwe (Nr. 7) hoch. | © Dirk Rabeneick

Bielefeld Talentierte Töchter lokaler Handballgrößen machen auf sich aufmerksam

Handball-Umschau: In vielen Nachwuchsmannschaften tauchen Spielerinnen mit bekannten Namen auf

Gregor Winkler

Bielefeld. Wer sportlich in den 90er- und frühen 2000er-Jahren aufgewachsen ist, der erinnert sich gerne an die großen lokalen Handball-Namen aus jener Zeit. Da nicht nur die Heroen, sondern auch ihre Fans älter werden, wodurch bekanntlich das Gedächtnis nachlässt, ist die gute Nachricht, dass sich Letztere bezüglich der Namen kaum umstellen müssen. Am vergangenen Sonntag standen sie sich gegenüber: Ruwe gegen Pfennig. Nein, gemeint sind nicht der ehemalige Zweitligaspieler Heiko Ruwe (TSG, später Regionalliga mit dem TuS 97) und Clement Pfennig (Regionalliga Hildesheim, Verbandsliga TuS 97), sondern deren hochtalentierte Töchter. Leni Ruwe ist in der aktuellen Oberligarunde der weiblichen C-Jugend mit 36 Toren, das sind neun Treffer im Schnitt, beste Torjägerin. Geboren im Jahr 2004 zählt sie sogar zu den jüngeren Akteurinnen der Klasse. Emma Pfennig traf etwas seltener - auch der Vergleich am Sonntag ging mit 14:10 Treffern an Ruwe -, hat aber ein eingespieltes, athletisch gut ausgebildetes Team um sich, das die Tabelle anführt. Die beiden Talente stehen stellvertretend für eine ganze Reihe weiblicher Handballerinnen mit bekannten Namen. Warum alle weiblich? "Ich kann halt nur Mädchen", sagt Heiko Ruwe augenzwinkernd. Er hat eine seiner beiden Töchter, die 16-jährige Emma, bereits bei der HSG Blomberg/Lippe untergebracht. Unweigerlich kommt der lippische Klub ins Spiel, wenn die Tochter auffällige Leistungen abliefert. Der Frauen-Bundesligist bietet Internatsplätze. Die Alternative sind zeitaufwendige Fahrten ins gut 55 Kilometer entfernte Leistungszentrum. "Man muss genau abwägen, ob und ab wann sich ein Wechsel lohnt", sagt Clement Pfennig, der seinem Sprössling noch mindestens ein weiteres Jahr in Bielefeld gibt. "So eine Entscheidung muss geprägt sein von hoher Eigenmotivation der Spielerin. Und die Eltern müssen das mittragen", findet Ruwe. Aktuelle Galionsfigur der Bielefelder Talentschmiede ist Nele Franz. Die Tochter von TSG-Legende Ingo wechselte 2013 aus Altenhagen zur HSG, wurde dort Junioren-Nationalspielerin und steht im Drittliga- und Bundesligakader. Solch eine Erfolgsgeschichte ist freilich nicht immer vorgezeichnet, aber Kandidatinnen dafür kommen stets auch aus Bielefeld. Zurück zur Liste der talentierter Töchter, die sich in heimischen Teams tummeln: Marie Therese Foede (Vater Matthias spielte in Gadderbaum und Werther) läuft neben anderen bekannten Namen wie Steffen oder Lissel in der B-Jugend Oberliga auf, Merle Lindemann wird in Brakes D-Jugend von Vater Dirk trainiert, und Emily Fedeler kämpft in der D-Jugend der TSG Altenhagen-Heepen, während Vater Tim die vierte Mannschaft unterstützt. Eine Liste ohne Anspruch auf Vollzähligkeit. Aber sie zeigt, dass es um den Handball-Nachwuchs gut bestellt ist. Und natürlich tummeln sich auch im männlichen Bereich reichlich Talente mit bekannten Namen.

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