Symbolbild. - © picture alliance / augenklick/firo Sportphoto
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Bielefeld Tischtennis: Ballwechsel führt wohl zum Spielverlust für die SVB

SV Brackwede wird die Punkte gegen Schwarzenbek am grünen Tisch abgeben

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. In Patrick Festels Stimme schwingt eine gehörige Portion Mitleid mit. "Dass das ausgerechnet in so einem wichtigen Spiel passiert, ist natürlich bitter. Aber von den Statuten her werde ich wohl nichts anders tun können, als eine Umwertung der Partie vorzunehmen." Der Staffelleiter der 3. Tischtennis-Bundesliga spricht vom Meisterschaftsspiel zwischen der SV Brackwede und dem TSV Schwarzenbek, bei dem den Gastgebern am vergangenen Sonntag im sechsten Match des Tages die vorher als Spielgeräte angemeldeten Bälle ausgegangen waren (wir berichteten). Daraufhin war mit zwar ganz ähnlichen, aber eben nicht den gleichen Bällen weitergespielt worden - Grund für einen offiziellen Protest der Gäste, dem jetzt wohl stattgegeben wird. Statt einem 6:2 dürfte somit ein 3:6 in den Ergebnislisten auftauchen, da die SVB bis zum Zeitpunkt des unglückseligen Ballwechsels ein Doppel (Lei/Höppner) und zwei Einzel (Balazs Hutter und Maximilian Dierks) gewonnen hatte. Letztlich entschieden ist die Sache noch nicht, da Festel noch die Stellungnahme der Brackweder abwarten will, die am Montag noch nicht vorlag. Große Hoffnungen, dass eine wie auch immer ausformulierte Begründung der Gastgeber das Pendel noch zu ihren Gunsten ausschlagen lassen könnten, macht der DTTB-Funktionär dem heimischen Tischtennis-Aushängeschild aber nicht. "Im Absatz ,Wertung? der Spielordnung ist eindeutig festgelegt, dass ein Materialtausch während eines Mannschaftskampfs automatisch zum Spielverlust für den Gastgeber führt", erklärt Festel, der zwar Mitgefühl mit den Brackwedern hat, die Situation indes auch als "selbst verschuldet" kritisiert. "Wenn der Verein nur 17 gleichartige Bälle vorgehalten hat, ist das schon einigermaßen fahrlässig", so seine Einschätzung. Werden der SVB der erste Saisonsieg und die beiden enorm wichtigen Punkte aberkannt, droht mehr denn je der Abstieg, Das Team steht in den kommenden Wochen mit dem Rücken zur Wand und muss die Partien gegen die direkten Abstiegskonkurrenten SV Siek (18. Februar/H), TTC Seligenstadt (24. Februar/A) sowie TTC Lampertheim (25. Februar/A) allesamt gewinnen, um die Abstiegsplätze noch verlassen zu können. Ein schwieriges, aber nicht unmögliches Unterfangen - vielleicht entwickelt das Team ja aus dem Frust über die Verbandsentscheidung eine "Jetzt-erst-recht-Mentalität".

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