Nervenstark: Mirko Derek (r.) verwandelte 5,6 Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe vom 75:74-Erfolg der TSVE Dolphins. - © Andreas Zobe
Nervenstark: Mirko Derek (r.) verwandelte 5,6 Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe vom 75:74-Erfolg der TSVE Dolphins. | © Andreas Zobe

Bielefeld Basketball: Dolphins-Topscorer Derek bleibt bei Freiwürfen eiskalt

Finale Punkte bescheren dem TSVE den Sieg

Chris Huelsewede

Bielefeld. Während die TSVE Dolphins einen Last-Minute-Sieg gegen den BSV Wulfen einfuhren, verpassten die Lady Dolphins ganz knapp eine Überraschung bei Spitzenreiter Opladen. 2. Regionalliga: TSVE - Wulfen 75:74 (45:38). Schlagartig still wurde es bei den Anhängern des TSVE in der 34. Minute: Gerade hatte Peter Marcic, der letzte Saison noch für die Bielefelder auf Korbjagd gegangen war, für Wulfen mit einem Distanzwurf das 65:65 erzielt. Somit hatte der Gast zum zweiten Mal in der Partie die davoneilenden Dolphins wieder eingefangen. Angeführt von Mirko Derek und Dzemal Taletovic (vier Dreier im zweiten Spielabschnitt) hatten die Bielefelder von 31:33 (15. Minute) auf 45:35 (19.) und dann mit einem 12:0-Lauf von 45:44 auf 57:44 in einem packenden Spiel dominiert, aber es sollte dann doch bis auf die Zielgerade offen bleiben. Die Wulfener gaben nicht klein bei. "Es war eben die erwartet starke Mannschaft, und wir haben in dieser wichtigen Phase auch unseren Rhythmus verloren", stellt TSVE-Coach Emre Atsür fest, der konsequent durchwechselte und damit vielleicht auch fehlende defensive Abstimmung in Kauf nahm. Ein Dreier von Olaf Weiss zum 68:65 sorgte dafür, dass die Partie nicht kippte, und starke Offensivaktionen der Youngster Miles Osei und Neil Masnic rundeten die Offense des TSVE ab, deren einziges Manko der häufig zu früh gesuchte Abschluss war. Da eine im letzten Viertel desolate Serie von Freiwürfen (nur ein Treffer bei 8 Versuchen) nicht hilfreich war, die Partie wieder in den Griff zu bekommen, lastete der Druck schließlich bei Center Mirko Derek, der beim Stand von 73:74 und 5,6 noch zu spielenden Sekunden an die Freiwurflinie musste. Nervenstark verwandelte Bielefelds Topscorer beide Würfe, und als der letzte Angriffsversuch Wulfens erfolgreich abgewehrt worden war, stand die Überraschung fest. "Ich bin stolz auf die Jungs, die das super gemacht haben", so Emre Atsür. TSVE: Theophil (6/2), Premaruban, Eckert (2), Lehmkühler, Weiss (3/1), Osei (9/1), Kutkuhn (4), Rixe (10/2), Taletovic (16/4), Masnic (5/1), Derek (20). Frauen-Regionalliga: Opladen 2 - TSVE 64:58 (31:30). Es reicht für die Lady Dolphins nicht gegen das eindeutig als Top-Mannschaft in der Regionalliga etablierte BBZ Opladen 2. Noch nicht, könnte man einschränken, denn nicht zum ersten Mal fehlte nur ganz wenig an einem Sensationssieg des TSVE. Wären die Bielefelderinnen aber mit einer knappen Spielentwicklung gegen den amtierenden Meister meist nicht unzufrieden, so sah es bei dieser Niederlage ganz anders aus. "Wir haben einen möglichen Sieg verschenkt", war Trainer Emrah Turans Fazit nach dem Spiel, und die Zahlen unterstützen diese Interpretation, denn der Favorit konnte sich zu keinem Zeitpunkt absetzen. 15:13, 16:17 und 11:12 - mit diesen Resultaten endeten die jeweiligen Spielabschnitte bis zum 42:42 in der 31. Minute. Die Lady Dolphins gingen nun wiederholt in Führung und hatten reelle Chancen auf einen Triumph, aber drei beim Stand von 58:59 produzierte Ballverluste in der Schlussphase zwangen sie zu taktischen Fouls. Opladen verwandelte die Freiwürfe mit der Selbstsicherheit eines Teams, das Siegen gewöhnt ist und ließ den TSVE mit leeren Händen die Heimreise antreten. Ein spielerisch starker Auftritt des jungen Bielefelder Teams wurde somit zwar nicht belohnt, belegte dafür aber erneut die Fortschritte in der Entwicklung der Lady Dolphins. TSVE: Landgraf (11/1), Ellermann (10), Willms (8/2), Schalk, Ritzinger (3), Schmittendorf (15), Liebe, Brinkmann (6), Falkowski, M. (5).

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