Frontmann: Amanal Petros (r.) läuft oft vorneweg - das könnte bei der Crosslauf-EM in der Slowakei anders sein. - © SVB
Frontmann: Amanal Petros (r.) läuft oft vorneweg - das könnte bei der Crosslauf-EM in der Slowakei anders sein. | © SVB

Bielefeld Petros schraubt bei der Cross-EM die Erwartungen herunter

Der Bielefelder gehört zwar zum erweiterten Favoritenkreis, trifft aber auf enorm starke Konkurrenten

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Es ist seine dritte Crosslauf-Europameisterschaft - und zugleich sein internationaler Abschied aus der Juniorenklasse U 23: Amanal Petros (SV Brackwede) trifft Sonntagvormittag im westslowakischen Samorin auf die fast vollzählig versammelte Junioren-Elite des Kontinents. Bei seinem Debüt vor zwei Jahren in Hyères (Südfrankreich) hatte er überraschend Bronze geholt und sich 2016 in Chia (Sardinien) als Vierter erneut ganz vorn behauptet. Diesmal wird die Aufgabe nicht gerade leichter. Zwar ist Vorjahressieger Isaac Kimeli (Belgien) der U 23 inzwischen entwachsen; aber alle drei Langstreckenmeister der Bahn-EM 2017 im polnischen Bydgoszcz wollen auch um den Crosstitel kämpfen: Yemaneberhan Crippa (Italien, 5.000 m), Carlos Mayo (Spanien, 10. 000 m) und Yohanes Chiappinelli (Italien, 3.000 m Hindernis), der dann sogar bei der "großen" WM in London starten durfte, sind alle in Samorin dabei. Weitere Medaillenanwärter sind 5.000-m-Vize Simon Debognies (Belgien), Mohamed Zarhouni (Spanien, 28:54,03 Min. über 10. 000 m) und der Brite Mahamed Mahamed, der sich bei diversen Crossrennen zuletzt in absoluter Top-Form präsentierte. Amanal Petros ist Realist genug, angesichts so starker Konkurrenz seine Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Von einer Medaille, wie er sie im vergangenen Sommer über 10.000 m (Silber) und - nicht weniger bedeutsam - mit dem deutschen A-Team (Gold) gewinnen konnte, spricht er im Vorfeld dieser Cross-EM nicht: "Ich würde gern eine Top-5-Platzierung erreichen." Hoffnung macht sein überzeugender Sieg kürzlich in Darmstadt; doch die Ausbildung bei der Bundeswehr reduzierte den Trainingsumfang. In der Hippo-Arena von Samorin, einem 2015 errichteten gigantischen Sportzentrum direkt an der Donau, hat die U 23 einen 8,3 km langen Parcours zu absolvieren; der Startschuss zu einem spannenden Rennen fällt um 10.35 Uhr. Gut möglich, dass sich der Kampf um die Plätze erst kurz vor dem Ziel entscheidet.

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